Homeoffice gegen Burnout

Seine Mitarbeiter arbeiten ausschließlich im Home-Office. Hier gibt Sascha Nitsche Geschäftsführer von solamento Reisen GmbH Tipps für den Erfolg von „Flex-Lösungen“.

Neue Arbeitsmodelle für eine neue Arbeitswelt: Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre sorgen für eine Auflösung der starren Strukturen, die über Jahrzehnte hinweg den beruflichen Alltag bestimmt haben. Immer stärker halten flexible Modelle bei der Gestaltung von Arbeitszeit und -ort im Berufsleben Einzug. Im Zeitalter zunehmender Burnout-Erkrankungen tragen „Flex-Modelle“ auch zur Gesunderhaltung bei. Wie gelingt jedoch die erfolgreiche Umsetzung eines solchen Arbeitsmodells? 

Branchen-Check

Mobiles Arbeiten und freie Zeiteinteilung sind nicht für jedes Berufsfeld bzw. jeden Arbeitsplatz geeignet. Gerade im Dienstleistungssegment ist das Gelingen von flexiblen Arbeitsmodellen eine große Herausforderung. Auch müssen neue Arbeitsstrukturen mit der Unternehmenskultur und den Zielen vereinbar sein. Grundsätzlich empfehle ich hierzu den Austausch über den eigenen Tellerrand hinaus, beispielsweise bei Networking-Veranstaltungen oder Wirtschaftsforen. Andere Branchen können ungeheuer inspirierend für die Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens sein.

Die Chef-Verantwortung

Führungskräfte müssen zum einen darauf achten, dass sich Mitarbeiter mit flexiblen Arbeitsmodellen nicht selbst ausbeuten, indem sie zu lange arbeiten. Zum anderen geben sie das Arbeitsaufkommen vor, das der Angestellte zu bewältigen hat. Es müssen klare Vereinbarungen getroffen, Erwartungen formuliert und die Rahmenbedingungen transparent gestaltet werden. Zudem ist das „Von der Leine“ lassen ein wichtiger Aspekt bei flexiblen Arbeitsmodellen. Das Vertrauen in den Mitarbeiter muss da sein, sonst ist jegliche Flexibilität von Haus aus zum Scheitern verurteilt. Im Idealfall lebt das Management eines Unternehmens die Gestaltung von Flex-Lösungen vor.

Die Technik muss stimmen

Arbeitet ein Mitarbeiter mobiler oder zeitlich flexibler, heißt es für ihn die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Bei der Technik bedeutet dies beispielsweise die Anschaffung von Notebooks und Smartphones. Bei Home Office-Modellen gehören auch die Unterstützung bei der Büroausstattung und das Einrichten einer sicheren mobilen Datenleitung dazu. Dies alles darf nicht dem Mitarbeiter überlassen werden – das Rüstzeug zur Verfügung zu stellen ist Chefsache.

Klare Trennung von Job und Privatleben

Wer losgelöst von festen Arbeitszeiten agieren und womöglich sogar von Zuhause aus seinen Aufgaben nachkommen kann, darf sich nicht selbst im Weg stehen. Ein solches Modell kann nur funktionieren, wenn das Berufliche nicht überhandnimmt. Ein gutes Zeit-Management und große Selbstdisziplin sind wichtige Grundlagen, um die berufliche Flexibilität auch genießen zu können. Die Mitarbeiter tragen selbst die Verantwortung für ihre wöchentliche Arbeitslaufplanung – nicht einmal der Arbeitgeber mit dem besten flexiblen Arbeitsmodell kann sie ihnen abnehmen.

Teamplayer bleiben

Ein Flex-Modell ist kein Freifahrtschein. Die Mitarbeiter, die von Flexibilität profitieren, müssen sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Arbeitgeber stets bewusst sein. Dies gilt noch stärker für Home-Office-Lösungen: Aus den Augen, aus dem Sinn – diese Gefahr besteht durchaus. Internes Networking muss ein wichtiger Bestandteil des Arbeitstages sein. Denn man ist weiterhin ein Mitglied des Teams.