Rückkehr in den Beruf

Vor zehn Jahren wurde das Elterngeld eingeführt. Seitdem hat sich der Anteil der Bezieher mehr als verdoppelt. Gleichzeitig wollen mehr Frauen möglichst schnell wieder zurück in den Job.

Im zweiten Lebensjahr des Kindes arbeiten rund 43 statt zuvor 35 Prozent, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln). Schließlich zahlt sich für viele Mütter der zeitnahe Wiedereinstieg langfristig in der Lohnentwicklung und Alterssicherung aus. Eine frühzeitige Planung mit dem Arbeitgeber erleichtert die Rückkehr nach der Auszeit.

„Von einer gemeinsamen Vereinbarung profitieren beide Seiten“, erklärt Petra Timm vom Personaldienstleister Randstad. „Das Unternehmen sichert sich dadurch einen reibungslosen Ablauf der Arbeitsprozesse und bemüht sich rechtzeitig um eine geeignete Überbrückungslösung. Die Mitarbeiterin hingegen kann sich bereits vor der Elternzeit ein Bild von möglichen Wiedereinstiegsmodellen machen.“ Häufig ist es ohne viel Aufwand möglich, während der Babypause den Bezug zum Unternehmen und zur Tätigkeit zu behalten.

Eine Weiterbildungsmaßnahme vom Arbeitgeber zum Beispiel trägt dazu bei, während der Auszeit fachlich auf dem Laufenden zu bleiben. Damit verkürzt sich zugleich die spätere Einarbeitungszeit. Laut dem „Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016“ bieten 64 Prozent der Unternehmen ihren Beschäftigten überdies an, während ihrer Elternzeit phasenweise oder in Teilzeit weiterzuarbeiten. Möglichkeiten sind Urlaubs- und Krankheitsvertretungen oder die Mitarbeit in einem zeitlich befristeten Projekt. Gut zu wissen: Kurzeinsätze sind grundsätzlich während der gesamten Elternzeit möglich, sofern es nicht mehr als 30 Wochenstunden sind. Die Elterngeldstelle muss darüber allerdings in Kenntnis gesetzt werden.

Wichtig ist auch das Rückkehrgespräch, das einige Monate vor Ende der Elternzeit stattfinden und kurz vor dem tatsächlichen Einstieg wiederholt werden sollte. Hierbei geht es darum, Wünsche und Rahmenbedingungen abzugleichen und ein für beide Seiten attraktives Arbeitsmodell zu entwickeln. Dazu gehören insbesondere Stundenzahl und Arbeitszeiten. Der enge Kontakt zwischen dem Unternehmen und der Beschäftigten in Elternzeit ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für einen frühzeitigen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Liegen dafür beim bisherigen Arbeitgeber zu viele Steine im Weg, kann die Babypause auch für einen Jobwechsel genutzt werden. Personaldienstleister wie Randstad können bei der Suche nach dem passenden Beruf interessante und spannende Chancen eröffnen.

Bildnachweis: fotolia – Kzenon