Jochen König wohnt alleine mit seiner mittlerweile fünf Jahre alten Tochter in Berlin. Seit ihrer Geburt lebt Fritzi überwiegend bei ihm. Das haben Fritzis Eltern zusammen so entschieden. Und weil das so ungewöhnlich ist, gibt es viele Geschichten zu erzählen.

Jochen König

Im Winter 14/15 kommt nun ein zweites Kind und damit zusammenhängend entstehen sicherlich noch einmal viele weitere Abenteuer, Geschichten und Herausforderungen. Jochen König schreibt über seine Familie, über Familien im Allgemeinen, über Geschlechter, über Liebe und Sex, über Nachmittage auf dem Spielplatz, übers Scheitern und über Überforderung, über Väter und über die Aufteilung von care-Arbeit. Sein Buch „Fritzi und ich. Von der Angst eines Vaters, keine gute Mutter zu sein“ ist 2013 im Verlag Herder erschienen. Seit ein paar Monaten gibt es Texte von ihm nun auch in seinem Blog: jochenkoenig.net

Um Sie und Ihren Blog vorzustellen, werfen wir jetzt drei Begriffe in den Ring und Sie sollten spontan antworten, was Ihnen dazu einfällt:

Familie: Familie ist nicht immer einfach, meistens kann man sie sich nicht aussuchen und manche sind froh, wenn sie mit Teilen der eigenen Familie nichts mehr zu tun haben. Seit einigen Jahren bastele ich an meiner Familie. Ich habe keine so enge Vorstellung davon, wer dazu gehört und wer nicht. In meinem Fall besteht die Familie nicht einfach nur aus Mutter, Vater und Kind. Es sind viele weitere Personen beteiligt und mehr oder weniger fester Bestandteil meiner Familie. Ich mag die Idee von Zusammenhalt und gegenseitiger Verantwortungsübernahme, die im Begriff von Familie deutlich wird. Und ich möchte, dass alle Familienmitglieder – egal ob ich mich mit den einzelnen Personen gerade mal besser oder weniger gut verstehe – zu jeder Zeit auch unangemeldet vor meiner Tür stehen können.

Beruf: Ich arbeite als Pädagoge, schreibe Bücher und Texte für Zeitschriften und Blogs, betreue und versorge mein Kind, trage Verantwortung dafür, dass dieses Kind regelmäßig zur Zahnärztin geht und immer passende Klamotten im Schrank hat, ich führe einen Zweipersonenhaushalt, passe auf Kinder anderer Eltern auf und kümmere mich (leider viel zu selten) um Freundinnen und Freunde. Manche dieser Tätigkeiten werden bezahlt. Andere nicht. Für manche wurde ich ausgebildet. Andere Kenntnisse habe ich mir selbst erarbeitet. Manches kann ich besser. Anderes kann ich weniger gut. Manchmal habe ich mehr Zeit für mich. Manchmal weniger. Welche der aufgeführten Tätigkeiten darf sich nun Beruf nennen?

Familie & Beruf: Ich glaube, dass uns die alte Trennung zwischen Beruf und Privatleben nicht weiterhilft. Es gibt Aufgaben, die erledigt werden müssen, völlig unabhängig davon, ob mir dafür irgendjemand Geld überweist oder nicht. Und trotzdem kann ich mich und meine Familie natürlich leider nicht von Luft und Liebe alleine ernähren. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Weil ich mich mehr um mein Kind kümmere als die meisten anderen Väter, bleibt mir weniger Zeit, mich um die Aufgaben zu kümmern, die Geld einbringen. Dabei bin ich in der vergleichsweise glücklichen Situation, dass mir ständig irgendwer aufgrund meines familiären Engagements auf die Schulter klopft und dass es Leute gibt, die mein Buch kaufen und lesen, obwohl ich doch eigentlich nichts anderes mache als hunderttausende Mütter auch, für die sich diese Vereinbarkeit deshalb wahrscheinlich manchmal noch um einiges schwieriger gestaltet als für mich.

Welche Blogs lesen Sie selbst gerne?

fuckermothers.wordpress.com
mutterseelenalleinerziehend.de
gluecklichscheitern.wordpress.com
aufzehenspitzen.wordpress.com
feministmum.wordpress.com
maedchenmannschaft.net