Dr. Alexandra Widmer ist davon überzeugt: "Stark und Alleinerziehend – das ist möglich!" Die Bloggerin und Fachärztin für Neurologie und ärztliche Psychotherapie ist selbst alleinerziehende Mutter.

starkundalleinerziehend

In Ihrem Blog »starkundalleinerziehend.de« beleuchtet sie mehrmals wöchentlich Themen die Alleinerziehende beschäftigen. Selbst seit 2,5 Jahren alleinerziehende Mutter von zwei Kindern hat sie die Erfahrung gemacht, dass das System der rechtlichen und sozialen Hilfe für Alleinerziehende sehr gut ausgebaut ist, jedoch für die „innere Komponente" der Trennung und des Lebens als Alleinerziehende kaum hilfreiche Angebote da sind.

Um Sie und Ihren Blog vorzustellen, werfen wir jetzt drei Begriffe in den Ring und Sie sollten spontan antworten, was Ihnen dazu einfällt:

Familie: Das Wort Familie ist bei mir noch mit Schmerzen verbunden. Ich bin in einer sehr großen Familie aufgewachsen und ich habe es geliebt in dieser Gemeinschaft zu sein. Vor 6 Jahren starb meine Mutter. Da gab es den ersten Verlust eines Familienlebens und durch die Trennung von dem Vater meiner Kinder vor 2,5 Jahren erneut. Ich bin immer noch auf der Suche mir ein "neues" Bild der Familie aufzubauen. Familie kann vielfältig sein und es können viele verschiedene Konzepte von Familie nebeneinander existieren. Das erfordert für mich noch ein Umdenken.

Beruf: Mein Beruf ist meine Leidenschaft. Früher klassisch als Ärztin in der Klinik. Nun bin ich mit 23h die Woche in einem Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Institut angestellt (www.vt-falkenried.de) und arbeite dort als ärztliche Psychotherapeutin. Ich liebe die Arbeit mit meinen Patienten. Ich sehe täglich viele Veränderungen und darf Menschen so nah begleiten. Das empfinde ich als etwas sehr besonderes.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Mein Status als Alleinerziehende Frau hat mich dazu bewegt, mein Fachwissen und meine eigenen Erfahrungen zusammenzubringen. So kam ich Anfang Mai 2014 auf den Gedanken, die erste Webseite (Blog und Podcast) zu Gründen, die Alleinerziehende unterstützt einen Burnout vorzubeugen. Ich habe zu Beginn der Trennung so etwas vermisst. Momentan bin ich dabei das erste Gruppenkonzept (gegen Burnout) für Alleinerziehende zu schreiben und habe begonnen einen sehr lösungsorientierten Ratgeber für Alleinerziehende Frauen zu schreiben. Ich bin überwältigt von dem Feedback und freue mich riesig.

Ich kann meinen Status als Alleinerziehende und meinen Beruf nur vereinbaren, weil ich zwei wunderbare Chefs habe. Frau Dr. Ulrike Lupke und Herrn Prof.Helmut Peter habe mich trotz schwieriger Lebensumstände (auch viele Fehlzeiten mit 2 kleinen Kindern, die oft krank sind) nie fallen lassen. Ich bin ihnen sehr, sehr dankbar!

Außerdem haben wir eine tolle KITA, wo alle um meine Lage wissen und meine Kinder sehr gut betreut werden. Das ist sehr viel Wert.

Dennoch ist es so, dass ich es mir nicht leisten kann mit meinen Kindern in den Urlaub zu fahren. Die Mietpreise sind in Hamburg sehr hoch. Mittwochs habe ich frei, damit ich Dinge erledigen kann. Der Vater meiner Kinder sieht sie am Wochenende einmal. Familie habe ich nicht in der Nähe.