frustriertes Kind

Was man nicht mehr braucht, kann weg. Doch was, wenn ein Elternteil stirbt oder nach einer Trennung auszieht und zahlreiche Erinnerungsstücke zurücklässt?

Wie Alleinerziehend mit Erinnerungsstücken umgehen können

Die Autoren der Kinderbuchreihe Carl Auer Kids wollen Geschichten erzählen, die Kindern Hoffnung geben und neue Möglichkeiten aufzeigen im Umgang mit schwierigen Erfahrungen wie etwa der Trennung der Eltern oder dem Tod eines Elternteils. Mit diesem Thema setzt sich das Kinderbuch „Die wichtigen Dinge“ von Peter Carnavas auseinander. Christopher hat seinen Vater verloren. Seine Mutter hat neben dem Verlust auch mit sehr viel Arbeit zu kämpfen. Eines Tages beschließt sie, alle Sachen des Vaters loszuwerden, packt sie in eine Kiste und gibt sie in Begleitung ihres Sohnes in einem Trödelladen ab. Doch nach und nach tauchen alle Dinge wieder in der Wohnung von Christopher und seiner Mutter auf. Die Mutter ist ratlos, bis sie ihren Sohn nachts dabei erwischt, wie er einen Hut seines Vaters, den sie auch abgegeben hatten, wieder in die Garderobe hängt. Er will sich an seinen Papa erinnern. Am Ende der Geschichte übt Christopher mit einem Notenheft seines Vaters Klavier. Das steht dafür, dass der Vater obwohl er nicht mehr da ist, dank der aufbewahrten Erinnerungsstücke ein Vorbild für seinen Sohn sein kann, wie Christel Rech-Simon, analytische Kinder- und Jugendlichentherapeutin, im Anhang erklärt. Die Geschichte vermittelt ganz klar: Die Erinnerungen an den Vater sollten nicht einfach verbannt werden, damit dieser vor allem zum Wohl des Kindes symbolisch immer noch anwesend ist.

Öffnen für Neues

Wenn ein Paar dagegen aufgrund einer Trennung nicht mehr zusammenlebt, gelten andere Maßstäbe, da das Elternteil, das auszieht, weiterhin zumindest teilweise seine Rolle als Vater beziehungsweise Mutter erfüllen kann. „Sich von Altem zu befreien gibt Schwung für Neues. Wer zu viel zurückblickt, übersieht vielleicht die Chancen, die sich heute und morgen bieten. Besonders kurz nach der Trennung sollten Sie sich von Erinnerungsstücken fern halten, denn die verhindern oft eine Neuorientierung“, rät Parship-Coach Eric Hegmann, bezieht sich dabei aber nicht speziell auf Eltern, sondern allgemein auf Verlassene.

Die Online-Partnervermittlung Parship hat 1.935 Mitglieder zwischen 18 und 65 Jahren befragt, wie sie es mit den Erinnerungsstücken an ihre Ex-Partner halten. Die beliebteste Methode ist, alle Dinge, die an die gemeinsame Zeit erinnern, in eine Kiste zu packen und diese im Keller, auf dem Speicher oder in der Garage aufzubewahren. Das gaben 27 Prozent der Befragten an. 23 Prozent bewahren ein, zwei besondere Erinnerungsstücke auf, entsorgen aber den Rest. Weitere 12 Prozent sortieren nicht nach sentimentalem, sondern nach materiellem Wert aus und behalten nur teure Geschenke ihres Ex-Partners.

Kinder einbeziehen

So pragmatisch können nicht alle denken. 18 Prozent können es nicht verkraften, Erinnerungsstücke auf einen Schlag auszusortieren und trennen sich lieber Schritt für Schritt von ihnen. Gar nicht trennen wollen sich sieben Prozent der Befragten. Sie heben alles auf und schlafen auch gerne mal noch im T-Shirt des Ex-Partners. Ganz anders halten es 13 Prozent der frischgebackenen Singles. Sie werden alles los. Neun Prozent davon werfen schlichtweg alles in den Müll, vier Prozent geben die Erinnerungsstücke ihrem Ex-Partner zurück. Nur eben diese 13 Prozent halten sich also an den Ratschlag von Parship-Coach Eric Hegmann. Sind Kinder im Spiel, obliegt die Entscheidung über den Verbleib der Erinnerungsstücke nicht dem verlassenen Elternteil alleine. Die Geschichte vom kleinen Christopher zeigt, dass es wichtig ist, das Vorgehen mit dem Kind zu besprechen, wie auch Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Christel Rech-Simon rät.

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