Pandemie

Worauf Sie bei der Wiedereinreise nach Deutschland achten müssen, wenn Sie die Sommerferien im Ausland verbringen.

Es ist Urlaubszeit! Nach fast 1,5 Jahren Pandemie und vielen Monaten Homeoffice, inklusive Homeschooling, Kurzarbeit für die einen und Dauereinsatz für die anderen, sehnen sich die meisten nach dem sprichwörtlichen Tapetenwechsel. Mal wieder etwas anderes sehen, als die nun allzu vertrauten vier Wände. Vieles spricht dafür, den Urlaub nicht auf Balkonien zu verbringen. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten sind mittlerweile fast 50 Prozent der Erwachsenen in Deutschland zumindest ein erstes Mal geimpft. Nicht sehr viel anders sieht es in anderen EU-Ländern aus. Die Inzidenzen gehen fast überall zurück. Lockerungen werden eingeführt. Erste Länder haben ihre Grenzen geöffnet. Also nichts wie weg?

 

Rückkehr mit Hindernissen

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, in Urlaub zu fahren. Insbesondere dann, wenn Sie Ihren Urlaub innerhalb Europas verbringen. Die meisten, der bei Deutschen beliebten Urlaubsorte sind weder Risikogebiete noch Virusvariantengebiete. Etwas anders sieht es zur Zeit leider noch in den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und einigen Teilen Spaniens aus. Diese gelten noch als Risikogebiete. Schweden sogar als Hochinzidenzgebiet. Nicht viel anders in fast jedem etwas exotischeren Land. Sollten Sie Ihren Urlaub dort verbringen, kann es mit der Wiedereinreise nach Deutschland aufwendiger werden.

Welches Land wie eingestuft wird, finden Sie auf der Seite des Robert Koch Instituts. Sollten Sie sich für einen Urlaub in einem Risiko- oder gar Virusvariantengebiet entschieden haben, gelten folgende Reisebedingungen:

  • Kommen Sie aus einem Risikoland zurück und sind geimpft oder genesen, müssen Sie spätestens 48 Stunden nach Einreise über einreiseanmeldung.de den Nachweis dafür einreichen und können dann mit sofortiger Wirkung die Quarantäne beenden. Haben Sie bereits vor der Einreise einen Nachweis übermittelt, müssen Sie nicht in Quarantäne. Sind Sie noch nicht geimpft oder waren nicht erkrankt, müssen Sie innerhalb von 48 Stunden nach der Einreise ein negatives Testergebnis melden. Der Antigen Test darf nicht älter als 48 Stunden sein. PCR Tests nicht älter als 72 Stunden. Entscheidend ist immer der Zeitpunkt der Einreise.
  • Kommen Sie aus einem Hochinzidenzgebiet müssen Sie sich immer für fünf Tage isolieren und sich dann testen. Ist der Test negativ und haben Sie das Ergebnis gemeldet, können Sie die Quarantäne verlassen. 
  • Haben Sie Urlaub in einem Virusvariantengebiet gemacht, müssen Sie immer für 14 Tage in Quarantäne gehen. Es ist keine vorzeitige Beendigung möglich. Um überhaupt befördert zu werden, verkürzt sich die Frist bei Antigen-Tests hier auf 24 Stunden. Antikörpertests werden nicht anerkannt.

 

Quarantäne kann teuer werden

Kommen Sie aus dem Urlaub zurück und müssen in Quarantäne, kann das in zweierlei Hinsicht teuer werden. Nämlich dann, wenn die Kinder aufgrund der Quarantäne nicht in die Schule gehen können. Aber auch, wenn Sie aufgrund der Quarantäne nicht ihrer Arbeit nachkommen können. Trixi Hofereiter, Anwältin aus xx weiß: „Eine Schulpflicht besteht bei Kindern ausnahmslos auch zu Zeiten einer Pandemie. Reisen Eltern mit ihren Kindern in ein Risikogebiet und müssen danach mit den Kindern in Quarantäne, sodass diese den Unterricht nicht besuchen können, stellt dies eine Ordnungswidrigkeit nach Artikel 119 des Schulgesetzes dar. Das Kultusministerium hat hierzu bekannt gegeben, dass in so einem Fall das Bußgeld bis zu 1.000,00 € betragen kann.“ Einige Schulen verlangen von ihren Schüler:innen eine Bescheinigung darüber, dass sie nicht in einem Risikogebiet waren und wenn doch, dass sie die anschließende Quarantäne absolviert haben.

Ähnlich verhält es sich in den Unternehmen. Laut dem DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) „verlieren Beschäftigte nicht ihr Recht auf Vergütung, wenn sie vorübergehend an der Arbeitsleistung ohne eigenes Verschulden verhindert sind  (§ 616 BGB).“ Sollten Sie aber wissentlich in ein Land reisen, das eine anschließende Quarantäne mit sich bringt, muss der Arbeitgeber nicht zwingend den Lohn weiterzahlen.  Hinzu kommt, dass in zahlreichen Tarif- und Arbeitsverträgen der Anspruch bei vorübergehender Verhinderung zulässigerweise ausgeschlossen wurde und somit für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht greift.“ Anders sieht es aus, wenn zwingende und unaufschiebbare Gründe für die Reise vorlagen. Beispielsweise ein Todesfall. Dann haben Sie die Möglichkeit, Entschädigungszahlungen des Staates zu erhalten.

Selbstverständlich warnt aber nicht nur Deutschland vor der Reise in andere Länder. Zahlreiche Länder lassen auch Reisende aus Deutschland nicht einreisen. Bevor Sie sich in den Urlaub begeben, sollten Sie also auf jeden Fall kurz vorher nochmals checken, ob man Sie einreisen lässt. 

Neben all den Anforderungen für Reiserückkehrer, hat die Pandemie aber auch gezeigt, wie schnell sich alles ändern kann. Waren die Inzidenzen gestern noch vertretbar, können sie morgen schon wieder besorgniserregend hoch sein. War die Urlaubsregion bei der Anreise noch „sicher“, kann sie bei der Abreise schon wieder ein Risiko- oder sogar Hochinzidenzgebiet sein.

 

Welche Rechte und Pflichten Sie gegenüber Ihrem Arbeitgebenden haben, verraten wir Ihnen in unserem Interview mit Trixi Hofereiter.