Jeder dritte häuslich Gepflegte hat nach Einschätzungen von ambulanten Pflegekräften zusätzlichen Hilfe- und Pflegebedarf. 

Die aktuelle Situation häuslich Gepflegter in Deutschland

Zwischen den Bundesländern schwanken die Werte allerdings beträchtlich. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist jeder zweite unterversorgt. Am besten ist die Versorgung dagegen in Hessen mit 11,9 Prozent, im Saarland mit 15,4 und in Rheinland-Pfalz mit 17 Prozent zu Hause gebliebenen Pflegebedürftigen mit nicht gedecktem Bedarf. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Studie der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP).

Einsame Großstädter

„Da sich im letzten Jahrzehnt die Zahl der alleinlebenden Pflegebedürftigen verdoppelt hat (auf 53,6 Prozent, Anm. d. Redaktion), wird die Frage nach einer angemessenen Unterstützung dieser stark wachsenden Gruppe immer wichtiger“, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP. Wie viel Unterstützung schon gegeben ist und wo es noch hackt, darüber sollte nun eine Umfrage Aufschluss geben. Die ZQP befragte ambulante Pfleger aus 100 zufällig ausgewählten Pflegediensten sowie 880 Pflegebedürftige und jeweils einen Angehörigen oder Bekannten, der bei der Pflege unterstützt.

Doch nicht jeder Pflegebedürftige hat Unterstützung aus der Familie oder dem Freundeskreis. Bundesweit bekommen elf Prozent ausschließlich Besuch vom ambulanten Pflegedienst. Besonders groß ist die Einsamkeit in Deutschlands größten Städten. In Berlin bekommt jeder dritte, in Hamburg jeder fünfte keinen Besuch von Familie oder Freunden. Bundesweit 28,9 Prozent können sich über tägliche Besuche freuen, in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sogar fast die Hälfte.

Mehrheit mit ambulanter Pflege zufrieden

Die ambulante Pflege schneidet dagegen aus Sicht der Pflegebedürftigen weitgehend positiv ab. 63 Prozent empfinden die Arbeitsweise der ambulanten Pflegekräfte als sehr angenehm. Zudem tragen sie dazu bei, den Alltag der Pflegebedürftigen etwas schöner zu machen. Denn 60 Prozent geben an, mehr vom Leben zu haben, seit sie ambulant betreut werden. Auch was die Einsamkeit angeht, kann der Pflegedienst vielleicht helfen. Knapp die Hälfte der befragten Pflegebedürftigen ist der Meinung, dass der Pflegedienst unterstützend in der Aufrechterhaltung von Kontakten zu Freunden und Bekannten wirkt.

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