PMS

Kurz bevor die Menstruation einsetzt, leiden viele Frauen an seelischen und körperlichen Beschwerden. Aber dagegen ist ein Kraut gewachsen, weiß Dr. Andrea Flemmer.

Herausforderungen, die an anderen Tagen, wie nebenher bewältigt werden, sind in den Tagen vor den Tagen nur schwer zu ertragen.Besonders herausfordernd wird es, wenn an solchen Tagen im Job wichtige Besprechungen oder dringend zu erledigende Aufgaben anstehen. Gerne werden betroffene Frauen von ihrem Umfeld dann als überempfindlich und wehleidig wahrgenommen. „Sich regelmäßig alle vier Wochen für ein paar Tage krankschreiben zu lassen, ist für viele keine Lösung,“ weiß Dr. Andrea Flemmer, Diplom-Biologin und Ernährungswissenschaftlerin.

Schuld sind die Hormone

Das PMS – Prämentruelle Syndrom – tritt in aller Regel bei Frauen über 35 Jahren auf –laut Prof. Dr. Ingrid Gerhard vom Netzwerk Frauengesundheit generell in Phasen hormoneller Umstellungen. Also auch während der Pubertät und im Zusammenhang mit den Wechseljahren. Besonders betroffen, sagt sie, wären Frauen, die unter großem Stress stehen, sich ungesund ernähren und wenig für sich selber tun. Wie das Wort „Syndrom“ bereits impliziert, treten in dieser Zeit zahlreiche unterschiedliche, teils diffuse Symptome auf. Die Frauen sind dann unter anderem „nah am Wasser gebaut“, neigen zu Wutausbrüchen, sind aufgeschwemmt und haben als Folge dessen Spannungsgefühle im Busen oder sind geplagt von Heißhungerattacken.

Die 4 PMS Typen

Die Medizin unterscheidet vier PMS-Typen, für die unterschiedliche hormonelle Ursachen diskutiert werden.

PMS-Typ D (engl. depression): Depressive Verstimmungen, Vergesslichkeit, Schlaflosigkeit und Verwirrtheit sind hier die Hauptsymptome. Als mögliche Ursachen vermutet man zu viel Progesteron sowie erniedrigte Serotonin- und Dopaminspiegel.

PMS-Typ A (engl. anxiety): Betroffene leiden unter depressiven Verstimmungen und Vergesslichkeit, aber auch an Stimmungsschwankungen. Hier vermutet man einen zu hohen Östrogenspiegel nach dem Eisprung.

PMS-Typ C (engl. craving): Bei diesem Typ vermutet man, dass eine verstärkte Insulinwirkung in der zweiten Zyklushälfte und eine Neigung zu Unterzuckerung zu Heißhunger, Appetitzunahme, Kopfschmerzen, Schwindel und Herzrasen führen.

PMS-Typ H (engl. hyperhydration): Diese Frauen leiden in erster Linie an Wassereinlagerungen. Man vermutet, dass hier eine Veränderung der Renin-Angiotensin-Aldosteron-Achse vorliegt– zuständig für das Regelsystem von Blutdruck und Blutvolumen.

Mit Mood-Food gegen PMS

Essen ist so viel mehr als nur die reine Nahrungsaufnahme. Essen kann glücklich machen. Bestimmte Stoffe in der Nahrung werden vom Gehirn in Energie umgewandelt, andere in Botenstoffe wie Serotonin oder Norepinephrine. Diese Botenstoffe steuern unser Denken, Gedächtnis, unsere Sprache, Aufnahmefähigkeit, Stimmung und vieles mehr, wie Flemmer in ihrem Buch „Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) natürlich behandeln“ beschreibt. Flemmer rät daher zu einer Gute-Laune-Diät bestehend aus einer gesunden, abwechslungsreichen, vitamin- und mineralstoffreichen, mediterranen Vollwerternährung mit Fisch, Kohlenhydraten, wenig Fett und Eiweiß. Besonders wichtig ist es, dabei die Serotoninkonzentration im Gehirn zu erhöhen, indem auf die Erhöhung der Verfügbarkeit von Tryptophan geachtet wird.

Gegen PMS sind viele Kräuter gewachsen

Auch diverse Kräuter können gegen PMS helfen. Besonders geeignet sind laut Flemmer Mönchspfeffer, der Wurzelstock der Traubensilberkerze, Dong Quai und Johanniskraut. Die Verabreichungsart der Kräuter ist dabei sehr unterschiedlich. Einige können in Form von Tabletten, andere als Tinktur und wieder andere als Tee eingenommen werden. Um die Beschwerden in den Griff zu bekommen, rät Flemmer allerdings dazu, die Kräuter über einen längeren Zeitraum einzunehmen, da eine Wirkung erst nach einigen Monaten auftritt.

Eine beliebte Kräuterteemischung gegen PMS ist: Je 100 g Frauenmantelkraut, Gänsefingerkraut und Schafgarbenblüten mischen. 3 - 4 EL der Mischung mit einem halben Liter kochendem Wasser überbrühen, fünf bis zehn Minuten zeihen lassen und dann abgießen. Den Tee über den Tag verteilt trinken. Kurmäßig über mindestens drei Menstruationszyklen anwenden.

Gegen Schlafstörungen und innere Unruhe hilft Lavendel. Ihm wird eine beruhigende Wirkung zugesprochen. Ob Sie Lavendel als Tee oder Vollbad einnehmen, ist dabei Ihnen überlassen. Leiden Sie während der Menstruation an Schlafstörungen empfiehlt es sich vor dem Zubettgehen, ein entspannendes Vollbad zu nehmen oder sich mit Lavendelöl einzucremen.

Bewegung, Bewegung, Bewegung

Oftmals hilft auch schon Bewegung. Ein entspannter Spaziergang an der frischen Luft. Mit etwas Glück scheint die Sonne. Fittere joggen oder walken durch den Wald und vertreiben so ihre negativen Gedanken. Forschungen zeigen immer wieder, dass leichte bis mittelschwere Depressionen durch regelmäßige körperliche Bewegung günstig beeinflusst werden können. Wichtig ist aber, dass Sie sich mindestens dreimal pro Woche über mindestens eine halbe Stunde sportlich betätigen.

Weitere hilfreiche Tipps, Kräutermischungen, Anregungen zur Vermeidung von Stress und vieles mehr erfahren Sie in Dr. Andrea Flemmers Ratgeber „Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) natürlich behandeln. Heilmethoden, die für Linderung sorgen. Das können Sie selbst tun.