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Bekennen Sie Farbe!

Geschrieben von: Isabel Schürmann

Schluss mit "graue Maus"!

Wie Farben wirklich auf uns wirken und uns optisch verändern können, wollte auch die TV-Sendung „Galileo“ einmal genauer wissen und überprüfte hierzu die aus vielen Studien bekannten Farbwirkungen.

Hierfür gewannen die wortgewandten Reporter eine Dame und baten sie ein graues Kostüm anziehen, welches sie zunächst mit einer gelben, dann einer dunkelblauen und zuletzt mit einer roten Bluse kombinieren sollte. Vor laufenden Kameras ließen die Reporter die Dame an einem belebten Ort herumlaufen und baten Passanten um ein Urteil über ihre Erscheinung.

Als Ergebnis kam heraus, was unsere mediengetrimmten und wahlkampferprobten Spitzenpolitiker schon lange wissen: das graue Kostüm wirkt seriös, aber unauffällig und weniger streng als Schwarz. Ferner wurde der Dame in der gelben Bluse Intelligenz zugeschrieben, in der dunkelblauen ein vertrauenswürdiger, zuverlässiger und seriöser Eindruck und in der roten Bluse bescheinigte man ihr eine energische Note.

Gerade dann, wenn Sie einen guten Eindruck bei Ihrem Gegenüber hinterlassen wollen, z.B. beim Vorstellungsgespräch, kann die Wahl Ihrer Kleidung entscheidend sein, denn in punkto Kleidersünden können Personaler manchmal gnadenlos sein. Zu grelle Farben, ein schlecht sitzendes Kostüm, ein schiefer Krawattenknoten, eine zu kurze Anzughose oder ein zu tiefer Ausschnitt und ähnliches können den Inhalt des Gesagten nachweislich sogar vollkommen verblassen lassen.

Überlassen Sie daher bei wichtigen Auftritten nichts dem Zufall, sondern machen Sie sich die Wirkung von Farben zu nutze und wählen Farben, die zum einen anlassgerecht sind, zum anderen Ihre persönlichen Typ optimal unterstreichen.

Was haben Jahreszeiten mit unserem Farbtyp zu tun?

Jeder Mensch hat einen individuellen Hautunterton (Pigmentierung) sowie eine individuelle Haar- und Augenfarbe. Aus diesem Grund kann nicht jeder Mensch gleichermaßen alle Farben gut tragen.

Sicherlich kennen Sie das: Sie haben sich gerade erst gestern eine ganz tolle rosafarbende Bluse gekauft, die an der Kleiderpuppe im Schaufenster einfach umwerfend aussah. Und heute – Sie stehen vor dem Spiegel, betrachten sich eingehend und fühlen sich in dem neuen Stück einfach nur unwohl. Warum? Entweder ist es ein Farbton, der nicht mit Ihrem Hautunterton harmoniert, oder der Schnitt ist nicht der richtige.

Welcher Farbtyp man ist und welche Farben einen attraktiver und frischer aussehen lassen, kann man im Rahmen einer professionellen Farbberatung durch das Anlegen spezieller Farbtücher bestimmen lassen. Die Unterscheidung nach den vier Jahreszeiten (Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Wintertyp) verdanken wir den Lehren zur Farbharmonie des Schweitzer Kunstpädagogen und Malers Johannes Itten. 1928 fand Itten im Rahmen eines Test heraus, dass seine Kunststudenten intuitiv die Farben wählten, die in Harmonie zu ihren Haaren, Augen und zu ihrer Haut standen. Itten’s Erkenntnisse wurden von der Amerikanerin Carol Jackson aufgegriffen und die Farbtypbestimmung nach den vier Jahreszeiten entwickelt. Carol Jackson unterscheidet dabei zwischen zwei warmen Farbtypen (Frühlings- und Herbsttyp) und zwei kalten Farbtypen (Sommer- und Wintertyp).

Die meisten Frühlingstypen haben hellbondes, rötliches bis goldfarbendes Haar. Der Hautunterton erscheint zart gerötet, durchsichtig und warmtonig, häufig mit Sommersprossen. Die Haut der Frühlingstypen bräunt nur schlecht. Farbempfehlung: Für den Frühlingstyp empfehlen Farbberater warme, helle und klare Töne.

Die Haut des Herbsttyps hat einen warmen Hautunterton und ist von guter Hautbräunung. Die Haare sind golden bis dunkelbraun, oftmals mit einem charakteristischen Rotstich. Farbempfehlung: Für den Herbsttyp lautet die Empfehlung: warme, erdige, gedeckte und satte Töne.

Charakteristisch für den Sommertyp ist ein heller bis gräulicher Hautunterton, meist mit einem zarten Pinkstich. Die Haarfarbe liegt zwischen blond und dunkelbraun, meist mit aschigem Hautunterton. Manche Sommertypen werden schnell braun und haben dann einen leichten Olivschimmer in der Haut. Farbempfehlung: Den Sommertyp lassen rauchig, gedeckte Töne attraktiv aussehen.

Der Hautunterton des Wintertyps wird oft als „Schneewittchenton“ bezeichnet. Der Teint wirkt durchsichtig und kühl. Wintertypen fallen durch Kontraste auf. Es gibt den südländischen schnell bräunenden Typ und den Schneewittchentyp mit zarter, blasser Haut. Die Haare sind immer dunkelbraun bis schwarz und sie ergrauen weiß. Farbempfehlung: Für den Wintertyp empfehlen Farbberater klare, leuchtende eisige Töne.

Innerhalb der Farbfamilien gibt es noch zwei Mischtypen, auf die an dieser Stelle jedoch nicht weiter eingegangen werden soll.

Business-Töne: Keine Angst vor Grau

Farben beeinflussen Ihr Leben – immer und überall. Und dabei sind es nicht einzelne Farben, sondern Farbkombinationen, die Assoziationen bei Ihrem Gegenüber hervorrufen und ihre verbalen Botschaften unterstreichen. Hier spielt das Thema „Psychologie der Farben“ wieder eine Rolle.

In Branchen, in denen ein klassisch-konservativer Dresscode auf der Tagesordnung steht, wird für die Büromode folgendes empfohlen:

  • Kostüm oder Anzug in Blau, Grau/Anthrazit oder Schwarz,
    (während früher Grau eher als „Un-Farbe“ galt, ist dieser Farbton in allen Nuancen aus der Büromode nicht mehr wegzudenken)
  • Bluse oder Hemd in Weiß oder Pastelltönen,
  • Schuhe und Gürtel sollten in einer Farbe sein,
  • der Farbverlauf von oben nach unten hin dunkler
  • und für die Accessoires (Schmuck, Schal/Tuch oder Krawatte) dürfen Sie gerne mal eine kräftigere Farbe als Highlight wählen.

In diesem Sinne:

Bekennen Sie Farbe und hinterlassen einen bleibenden Eindruck!