Stolz auf den eigenen Erfolg

Sie haben die ersten Schritte erfolgreich hinter sich gebracht. Das Loslaufen ist am Schwierigsten, das Weiterlaufen hingegen eine Kleinigkeit. 

Die Feinsteuerung der eigenen Pläne

Heute steigen wir in die letzte Runde ein. Jetzt geht es um die Feinsteuerung. Wenn Sie zurückblicken auf Ihre letzten Etappenziele und wie sie diese erreicht haben, welche Schritte waren für Ihr Endziel förderlich, welche waren eher hinderlich? Dieser kurzer Blick zurück hilft Ihnen, in Zukunft noch gradliniger zum Ziel zu kommen.

Hinterfragen Sie Ihren Fortschritt, aber im positiven Sinne

Hinterfragen Sie sich also an dieser Stelle ganz genau. Wichtige Fragen sind:

  • Bin ich meinem Endziel gefühlt ein großes Stück näher gekommen? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
  • Welche Etappe hat mich besonders nah an mein Endziel gebracht bzw. mir das größte Fortschrittsgefühl gegeben? Gibt es in der Zukunft eine ähnliche Etappe, die ich vorziehen kann, damit ich psychologisch das Gefühl habe,schon ganz weit zu sein?
  • Welche Etappe hat mir gar keinen Fortschritt bzw. eher einen Rückschritt gebracht? Woran lag das? Durch welche andere Etappe kann ich sie ersetzen? Hier können Sie Ihre Mindmap hinzuziehen, auf der Sie unterschiedliche Wege zur Zielerreichung alleine oder idealerweise in einer Gruppe erarbeitet haben.
  • Wo ist mein schlechtes Gefühl durch die Struktur meiner Etappen entstanden? Wo ist es durch äußere Einflüsse entstanden, die nicht regelmäßig auftauchen bzw. unvorhersehbar waren?

Durch die Beantwortung dieser Fragen steigen Sie gezielt in die Feinsteuerung ein. Oft begehen wir den Fehler, dass wir, sobald eine Etappe wenig oder gar nicht zum Ziel führt oder schlimmstenfalls sogar vom Ziel weg führt, das komplette Ziel in Frage stellen oder über den Haufen werfen. Hier würden wir das Kind mit dem Bade ausschütten. Sie haben so viel Zeit darauf verwendet, dieses Ziel zu formulieren, Ihre Vision zu bauen, sich positiv zu motivieren. Es wäre doch zu schade, das einfach so hinzuwerfen, nur weil ein einziger Schritt nicht weiter geführt hat. Gehen Sie also zurück zu Ihrem leuchtenden Zielbild und reaktivieren Sie es! Sie stellen ja nicht die Stöckelschuhe grundsätzlich in Frage, sondern ein kleines Detail, das sie an Ihrem jetzigen Schuhmodell stört.

Umwege oder falsche Wege sind eine Chance und kein Grund aufzugeben

Viele Frauen stellen auf dem Weg zum Ziel fest, dass sie an der einen oder anderen Stelle falsch abgebogen sind, der Weg zu steinig oder auch der falsche war. Linda glaubte, als Freiberufler flexibler zu sein in ihren Arbeitszeiten, was anfangs auch stimmte. Später stellte sich aber heraus, dass sie oft mehrere Tage unterwegs sein musste für ihre Kunden. Da war die Flexibilität dahin, aber es war ihr erklärtes Ziel Freiberuflerin zu sein und dieses hat sie nicht aufgegeben. Stattdessen hat sie sich Fahrgemeinschaften, einen großen Babysitter- und Nachbarn-Pool aufgebaut, um die Tage ihrer Abwesenheit zu überbrücken. Dieser Schritt stand ursprünglich so gar nicht auf Ihrer Etappenziele-Liste, hat sich aber quasi beim Laufen ergeben.

Claire wollte unbedingt einen Teilzeitjob bei ihrem früheren Unternehmen, musste aber schnell feststellen, dass dieser inhaltlich ihrem Anspruch nicht genügen würde. Ihr erklärtes Ziel war es, einen anspruchsvollen Job zu haben, und dieses Ziel hat auch sie nicht aufgegeben. Sie hat in den sauren Apfel gebissen und Vollzeit gearbeitet. Und siehe da: bei diesem Schritt hat sie gemerkt, dass sie damit sehr zufrieden war und dass es eher ihr Umfeld war, das so laut nach dem Teilzeitjob rief, die anderen Mütter, die sagten, sie sei sonst eine Rabenmutter.

Lassen Sie auch Ihre Intuition walten

Claire hat sich bei der Wahl des Vollzeitjobs auf ihr Bauchgefühl verlassen. Bleiben auch Sie wachsam für diese Intuitionen, für Ihr Bauchgefühl. Oft signalisiert es uns sehr genau, was wir tun sollten. Stellen Sie Ihre Antennen auf Empfang, seien Sie offen (open-minded) für Signale von außen, die Ihnen den Weg weisen und vertrauen Sie darauf.

Es sind die vermeintlichen Zufälle oder auch gefühlten Katastrophen, die uns oft ein großes Stück weiter bringen. Anne wollte unbedingt einen anspruchsvollen Job. Auf dem Weg zurück in ihren alten Job wurde sie plötzlich wieder schwanger (völlig ungeplant) und dieser „Zufall“ hat dafür gesorgt, dass sie doch den Schritt in die Selbständigkeit gewagt hat statt ins Angestelltenverhältnis zurückzukehren. Annie hatte den perfekten Job gefunden, aber zum falschen Zeitpunkt. Sie hätte Vollzeit arbeiten müssen, wollte aber zunächst nur Teilzeit arbeiten. Und sie hat mit ihrem Arbeitgeber verhandelt. Statt einen Haken an den Job zu machen und die Situation als ausweglos zu sehen hat sie sich in die Verhandlung begeben, diesen Schritt hätte sie möglicherweise sonst nicht gewagt. Oder Ulrike, die einen Job angeboten bekam, den sie nicht wollte, aber irgendetwas in ihr hat gesagt: „Nimm ihn an, wer weiß wofür es gut ist.“ Und dieser Job hat sie am Ende dahin gebracht, wo sie hin wollte.

Es gibt unzählige Beispiele, sicher auch in ihrem Leben, wo sie Ihr Ziel auf Umwegen erreicht haben oder wo Ihre innere Stimme Ihnen etwas zugeflüstert hat, und es war am Ende gut. Bleiben Sie offen für diese Eingebungen. Es ist immer besser auf die eigene Stimme zu hören statt auf fremde Stimmen. Sie haben alle Ressourcen in sich, um Ihr Ziel zu erreichen. Spüren Sie sie auf.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Spaß, ganz viel Erfolg und ganz viel Zufriedenheit! Bleiben Sie auf den hohen Absätzen und laufen Sie weiter! Es lohnt sich. Lernen Sie loszulassen und fokussieren Sie auf Ihre Stärken und die Dinge, die Ihnen gelingen. Und zuguterletzt: schießen Sie den Perfektionismus in den Wind. Perfektion reimt sich auf Illusion, und es gibt sie nicht, warum also danach streben?

Ihre Katrin Seifarth

Alle Arbeitsblätter finden Sie hier!

Wenn Sie ausführlicher nachlesen wollen, wie Sie aus Ihren Hemmschuhen in Ihre individuellen Stöckelschuhe kommen, können Sie das Buch für 17,90 € bei Amazon bestellen. 

Bildnachweis: fotolia - Peter Atkins

Vita
Katrin Seifarth ist Coach, Beraterin, Moderatorin und Autorin der Erfolgsbücher "Aus den Hemmschuhen in die Stöckelschuhe" und "Das SIEgER Team". Ihr Ziel: "Ich möchte möglichst vielen Müttern den Weg der Selbstzweifel und der Unzufriedenheit ersparen und den Prozess zu mehr Zufriedenheit massiv beschleunigen."
Weitere Artikel des Autors