Ist es nicht faszinierend, einfach mal die ersten Schritte zum neuen Ziel zu gehen, egal wie wackelig sie möglicherweise noch sind?

Den besten Weg zum Ziel finden

Sicher fragen Sie sich an der einen oder anderen Stelle noch, ob Sie es auch wirklich langfristig schaffen, auf diesen Schuhen zu gehen, dieses Ziel zu erreichen. Und das ist völlig normal. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihre Etappenziele (Ihre Gehversuche) so stecken, dass Sie nicht den Mut verlieren. Denn denken Sie daran, Sie haben ein brennendes Verlangen, das Ziel zu erreichen. Daher kann es nicht falsch sein.

Welcher Ziel-Typ sind Sie?

Um festzustellen, welche Art von Etappen-Ziel-Planung für Sie passend ist, sollten Sie sich darüber bewusst sein, wie Sie bisher erfolgreich gesetzte Ziele erreicht haben. Ich bin kein Fan davon, Menschen in Schubladen zu stecken, aber mir sind unter den von mir gecoachten Frauen immer wieder ähnliche Ziele-Typen begegnet, die grob in eine der folgenden Kategorien fielen, wobei die Zuordnung zu A bis C keinerlei Wertung beinhaltet. Führen Sie sich einmal vor Augen, wie Sie in der Vergangenheit erfolgreich Ziele erreicht haben. Dabei gehen wir oft in unseren verschiedenen Lebensbereichen unterschiedlich vor. Ein sportliches Ziel verfolgen Sie möglicherweise anders als ein geschäftliches Ziel.

Ziel-Typ A: alles ist möglich zu jeder Zeit und für jeden sichtbar

Die Frau vom Ziel-Typ A steckt sich eines oder mehrere hohe Endziele und auch recht hohe Etappenziele. Wenn sie z.B. mehr Sport machen will beginnt sie nicht mit einmal pro Woche eine Stunde sondern mit mindestens drei- bis viermal pro Woche. Wenn sie sich beruflich verändern will, hängt sie gerne ihren bisherigen Job an den Haken und stürzt sich kopfüber in etwas Neues, komplett Anderes, auch wenn Sie dabei Neuland betritt. Und noch viel mehr: Ihre Ziele macht sie für alle sichtbar, erzählt davon und zieht aus den kritischen Kommentaren ihres Umfelds nur noch mehr Motivation. Petra ist so ein Fall. Sie hat mit Abschluss ihres Studiums eine Promotion angefangen, Kinder bekommen und parallel einen Job gefunden. Und sie hat es jedem erzählt. Oder Kathrin. Kathrin hat von einem Tag auf den anderen beschlossen, nicht mehr der Einkaufsmanager der Familie zu sein. Dies hat sie der Familie mitgeteilt, sich einfach nach dem Büro mit Freundinnen getroffen und es auch ausgehalten, einen leeren Kühlschrank vorzufinden, da die Familie mit dieser radikalen Veränderung zunächst ihre Schwierigkeiten hatte. Der Ziel-Typ A macht oft in kurzer Zeit enorme Fortschritte, geht schnell und sicher auf extrem hohen Schuhen und erhält durch dumme Bemerkungen anderer nur noch Rückenwind. Die Gefahr ist hier: stolpert diese Frau auf dem Weg zum Ziel einmal zu viel, läuft sie Gefahr, die Schuhe (Ziele) komplett wegzuwerfen. Es ist eine Gratwanderung, derer sie sich bewusst sein sollte, aber dann funktioniert es prima und vor allem schnell.

Ziele-Typ B: Allels zu seiner Zeit und erst einmal für mich

Diese Frau probiert alles, was zur Erreichung ihres Ziels nötig ist, erst einmal im geschützten Umfeld und nicht für alle sichtbar. Sie trägt die neuen Schuhe erst einmal zu Hause im Wohnzimmer. Dabei sind ihre Etappenziele oft nicht weniger hoch als bei der Frau vom Typ A, aber sie sind nicht für alle sichtbar. Ein gutes Beispiel ist Ilona, die sich beruflich verändern will von der Fremdsprachenkorrespondentin zur Lehrerin in der Erwachsenenbildung. Zunächst gibt sie Sportkurse im heimischen Sportverein, dann Englisch-Kurse für Kinder zu Hause, bis Sie sich fit genug fühlt, Ihre Kurse auch für Erwachsene anzubieten. Die Umfelder, in denen sie sich erprobt sind voneinander getrennt und mit Menschen bestückt, die sie nicht kennt. Erst als sie sicher laufen kann, wagt sie sich in das finale Umfeld. Dieser Weg bietet den Vorteil, dass Sie den Mut nicht so schnell verlieren. Wenn Ihnen die hohen Absätze zu viel werden, ziehen Sie die Schuhe wieder aus, es merkt keiner. Erst wenn Sie die nötige Sicherheit haben und nicht mehr so leicht ins Straucheln geraten, wagen Sie sich an die Öffentlichkeit, und dann ist die Gefahr zu scheitern nicht mehr so groß. Allerdings birgt dieser Weg auch das Risiko, den Schritt an die Öffentlichkeit niemals zu wagen. Viele Frauen qualifizieren und qualifizieren sich und glauben immer, dass der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen ist. Manchmal kommt er dann gar nicht mehr.

Ziel-Typ C: Langsam steigende Absatzhöhe in Form von überschaubaren Etappen-Zielen

Der Ziel-Typ C setzt auf stetiges Wachstum. Im Schuhschrank dieser Frau befinden sich Schuhe verschiedener Absatzhöhen und je nach Tagesform bzw. je nach Gesamtfortschritt wählt sie eine Absatzhöhe aus. Dabei trägt sie ihre Schuhe stets in der Öffentlichkeit, beginnt möglicherweise mit flacheren Absätzen und steigert die Absatzhöhe von Jahr zu Jahr. Diese Frau arbeitet kontinuierlich und langsam an ihren Zielen und geht den nächsten Schritt erst, wenn die vorherigen Schritte sicher waren. Wenn sie mal einen schlechten Tag hat, hat sie kein Problem damit einen Gang zurückzuschalten, aber sie würde niemals das Ziel (die Schuhe) über den Haufen werfen. Der Unterscheid zu den Ziel-Typen A und B liegt darin, dass diese Frau sich jedes kleine erreichte Ziel bewusst macht und daraus ihre Motivation zieht. Während die Frauen vom Typ A und B gerne mal ein paar Absatzhöhen überspringen, durchlebt die Frau vom Typ C jeden Abschnitt auf dem Weg zum finalen Ziel und genießt ihre stetigen Fortschritte. Ein gutes Beispiel ist Clara, die das Ziel hat, mehr Zeit für sich zu haben. Jahrelang hat sie sowohl ihrem Mann den Rücken frei gehalten, der eine Top-Karriere machte. Und sie hat den kleinen Kindern jeden Wunsch erfüllt, unter anderem den Wunsch nach einem Hund, um den sich Clara am Ende wie es nicht anders zu erwarten war selbst kümmert. Um den Hundedienst Stück für Stück loszuwerden, vereinbarte sie mit ihrem Mann z.B., dass er an drei Tagen pro Woche die Morgenrunde übernimmt. Später dehnten sie die Vereinbarung auf sieben Tage pro Woche aus. Um wieder in ihren alten Job als Produktmanager zurückzukehren, arbeitete sie zunächst auf Projektbasis in einer Agentur. Als sie wieder sicher im Marketing-Thema war, bewarb sie sich in Unternehmen um eine Festanstellung. Und wenn ihr Mann mal an einem Tag nicht mit dem Hund gehen konnte oder wollte, sprang sie wieder ein, aber sie lies sich maximal einen Tag stehlen, maximal einen Zentimeter Absatz und nicht das ganze Paar Schuhe.

Und? Haben Sie sich in einem der drei Typen wiedererkannt? Dann überlegen Sie sich nun für jedes Ihrer Ziele, welcher Ziel-Typ Sie sind und was das für die Etappenzielplanung bedeutet.

Brainstormen Sie mit anderen über Ihre Etappenziele

Wenn Sie Ihre Etappenziele festlegen holen Sie sich Ihnen wohlgesonnene Menschen dazu, die auch den nötigen Abstand zu Ihrer Thematik haben, z.B. Freude, Bekannte oder einen Coach. Schreiben Sie auf einem Blatt Papier das große Endziel in die Mitte und überlegen Sie in alle Richtungen, was Sie tun können, um das Ziel zu erreichen. Jeder darf bei dieser Übung auf Ihr Blatt schreiben, jeder darf Punkte weiter entwickeln, nur gibt es eine Regel: es wird nur gesammelt, nicht gesprochen und nicht kommentiert. Nur so können Sie die maximale Möglichkeit an Lösungen und Ideen finden. Hier finden Sie ein Beispiel für ein Etappenziel-Brainstorming für eine Dame, die sich selbständig machen und damit mindestens 1000€ im Monat verdienen wollte.

Sammeln Sie Ideen ohne sie zu bewerten, lassen Sie die Mindmaps zwei Tage liegen und ergänzen Sie Ideen. Fragen Sie Ihr Umfeld: „Was würdest du tun, um das Ziel xy zu erreichen?“ Nehmen Sie sich dann Klebepunkte und bewerten Sie die Ideen. Vergeben Sie wie bei den Alternativen-Rädern Punkte für Ideen, die Ihnen spontan gut gefallen und die Sie sich gut vorstellen können, nehmen Sie dann eine weitere Farbe und vergeben Sie Punkte für die Ideen, die Sie am weitesten zum Ziel bringen. Übertragen Sie dann nach einem finalen Check die Ideen mit den meisten Punkten in das Arbeitsblatt 12 und machen Sie sich sofort an die Umsetzung. Nehmen Sie pro übergeordnetem Ziel ein Arbeitsblatt zur Hand und überlegen Sie beim Festlegen des Zeithorizonts, in welcher Reihenfolge Sie Ihre Ziele bearbeiten wollen.

Ab jetzt lernen Sie schnelles und sicheres Laufen! Viel Spaß dabei!

Ihre Katrin Seifarth

Alle Arbeitsblätter finden Sie hier!

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Vita
Katrin Seifarth ist Coach, Beraterin, Moderatorin und Autorin der Erfolgsbücher "Aus den Hemmschuhen in die Stöckelschuhe" und "Das SIEgER Team". Ihr Ziel: "Ich möchte möglichst vielen Müttern den Weg der Selbstzweifel und der Unzufriedenheit ersparen und den Prozess zu mehr Zufriedenheit massiv beschleunigen."
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