Glaubenssätze

Ist es nicht herrlich, einfach nur in Möglichkeiten zu denken? Haben Sie sich schon mal gefragt, was Sie davon abhält, Ihre Träume zu verwirklichen?

In der ABER-Sammlung haben Sie vielleicht schon den einen oder anderen Schlüssel dazu gefunden. Der Grund liegt oft in unseren alten, ausgedienten Glaubenssätzen, die uns wie Hemmschuhe an den Füßen kleben. Es gilt, diese Glaubenssätze zu identifizieren, und das ist ein schweres Stück Arbeit.

Die Sache mit den Glaubenssätzen

Glaubenssätze sind unsere inneren Überzeugungen, die unser Denken und Handeln maßgeblich steuern. Die ersten Glaubenssätze saugen wir bereits mit unserer Erziehung auf. So lernen viele Mädchen unbewusst beispielsweise immer noch den Glaubenssatz „Ich muss brav sein und darf nicht auffallen“. Frauen mit diesem Glaubenssatz zeichnen sich durch eine extrem hohe Anpassungsfähigkeit aus, leider aber auch durch ein vollständiges Hintenanstellen der eigenen Bedürfnisse.

Weitere Glaubenssätze satteln wir im Laufe unseres Lebens durch Erfahrungen drauf. Bekommt beispielweise mehrmals die Kollegin den Traumjob und nicht ich selbst, macht sich schnell der Glaubenssatz „Ich bin nicht gut genug!“ breit.

Typische hinderliche Glaubenssätze von Frauen

Hinderliche Glaubenssätze zeichnen sich dadurch aus, dass sie häufig sehr absolut sind. Ein paar typische weibliche Glaubenssätze finden Sie in der Abbildung. Dabei sind wie Sie rot markiert sehen viele Superlative und Verallgemeinerungen am Werk.

Das Gemeine an den hinderlichen Glaubenssätzen ist, dass wir jahrelang gut nach ihnen funktioniert haben. Die Glaubenssätze „Ich darf keine Fehler machen!“ oder „Ich muss alles perfekt machen!“ haben uns möglicherweise auf die Erfolgsspur gebracht, auf der wir heute unterwegs sind. Und irgendwann ganz plötzlich kippen diese Glaubenssätze und werden vom Erfolgsgaranten zum Ballast. Perfektionismus, wenn Kinder da sind, ist fast utopisch, wenn Sie Job und Familie gut unter einen Hut bringen müssen.

Die Glaubenssätze erkennen und nicht verdammen

Und weil diese Glaubenssätze möglicherweise gut für uns funktioniert haben, wollen wir sie auch nicht verdammen. Wichtig ist es, sich ihrer bewusst zu werden und ganz analytisch herauszufinden, ob sie uns noch gut tun oder nicht. Beherzigen Sie diese Vorgehensweise, wenn Sie die folgende Übung machen, denn oft empfinden Frauen eine fürchterliche Wut auf sich selbst beim Entdecken hinderlicher Glaubenssätze. Bedenken Sie immer, dass Ihnen die Glaubenssätze möglicherweise irgendwann einmal gut getan haben. Das schöne ist, Sie habe es in der Hand, Ihre Glaubenssätze zu verändern.

Übung: meine hinderlichen Glaubenssätze erkennen

Nehmen Sie das Arbeitsblatt 3 zur Hand und denken Sie noch einmal an Ihre Traumreise. Listen Sie sämtliche Gründe auf, die Ihnen einfallen, warum Ihr Traum nicht realisierbar ist. Die vorformulierten Sätze leisten Ihnen eine Hilfestellung. Lassen Sie die Relativ-Sätze immer mit „weil ich...“ beginnen. So kommen Sie Ihrem eigenen Glaubenssatz am schnellsten auf die Spur.

Markieren Sie in einem nächsten Schritt die Gründe, die Ihnen am gravierendsten erscheinen und betrachten Sie diese in Arbeitsblatt 4 genauer. Kopieren Sie den Relativsatz von Arbeitsblatt 3 in Arbeitsblatt 4 und ergänzen Sie den Satz hinter „denn schließlich bin ich es, die....“

Ein Beispiel: Ihr Traum wäre ein Vollzeitjob in Ihrer alten Firma. In Arbeitsblatt 3 würden Sie zum Beispiel als einen Satz schreiben: „Ich kann keinen Vollzeitjob machen, weil dann die Kinder zu lange alleine wären“

Auf Arbeitsblatt 4 würden Sie schreiben: „Weil die Kinder zu lange alleine wären, denn schließlich bin ich es, die für das Wohl der Familie verantwortlich ist“.

Hier kristallisiert sich der Glaubenssatz „Ich bin für das Wohl aller verantwortlich“ heraus.

Notieren Sie in Arbeitsblatt 5 Ihre wesentlichen Glaubenssätze, die Sie durch diese Übung herausfinden können. Nutzen Sie die nächsten zwei Wochen, um sich von diesen Glaubenssätzen Stück für Stück zu distanzieren. Sie haben einen großen Schritt geschafft, nämlich Ihre persönlichen Hemmschuhe identifiziert. Teilen Sie anderen gerne diese Hemmschuhe im Kommentarfeld mit. Viele, viele Frauen werden Ihnen dankbar sein und sie werden froh sein, dass sie mit ihren Hemmschuhen nicht alleine da stehen.

Feiern Sie den Schritt der Erkenntnis und beginnen Sie innerlich, die alten Pantoffeln auszurangieren. Beim nächsten Mal zeige ich Ihnen, wie Sie zu neuen, besseren Glaubenssätzen kommen und somit endlich rauf auf die Stöckelschuhe.

Ihre Katrin Seifarth

 Alle Arbeitsblätter finden Sie hier!

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 Bildnachweis: fotolia  - Xenia-Luise

Vita
Katrin Seifarth ist Coach, Beraterin, Moderatorin und Autorin der Erfolgsbücher "Aus den Hemmschuhen in die Stöckelschuhe" und "Das SIEgER Team". Ihr Ziel: "Ich möchte möglichst vielen Müttern den Weg der Selbstzweifel und der Unzufriedenheit ersparen und den Prozess zu mehr Zufriedenheit massiv beschleunigen."
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