Kinderbetreuung

Wie das Kind an die Kinderbetreuer/in gewöhnen? Wir haben die wichtigsten Tipps und Ratschläge für Sie zusammengestellt.

Das Kennenlernen

Im ersten Schritt sollte es zunächst einmal um ein gegenseitiges Kennenlernen gehen. Ist die Kinderbetreuer/in Ihnen sympathisch? Können Sie sich vorstellen, Ihr Baby, Kleinkind oder auch schon älteres Kind bei ihr zu lassen? Gegenseitige Sympathie ist unerlässlich. Sie müssen ein gutes Gefühl haben, wenn Sie Ihr Kind „fremd“betreuen lassen. Ihr Kind merkt es, wenn Sie skeptisch sind und die Skepsis wird sich übertragen. ABER – nicht jedes schlechte Gefühl hat unbedingt mit der Kinderbetreuer/in zu tun. Das Kind in (zunächst) fremde Hände zu geben, ist per se ein großer Schritt. Versuchen Sie, so neutral wie möglich an die Sache heranzugehen. Wenn Sie ein gutes Gefühl haben, beobachten Sie genau, wie die Kinderbetreuer/in auf das Kind zugeht. Meistens zeigt sich dabei schon, ob beide miteinander auskommen werden.

Eingewöhnungsphase

Um es gleich vorab zu nehmen: Eine Eingewöhnung verläuft nur in den seltensten Fällen problemlos. In aller Regel fremdeln die Kleinen. Insbesondere im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Das bedeutet aber nicht, dass die Kinderbetreuer/in nicht die Richtige ist. Umso wichtiger ist es nur, dass Sie sich, Ihrem Nachwuchs und der neuen Betreuungsperson ausreichend Zeit für die Eingewöhnung geben. Rechnen Sie mit bis zu vier Wochen. Das gilt für das Baby genauso wie für das Klein- oder Schulkind.

Vereinbaren Sie mit der Kinderbetreuer/in während dieser Wochen mehrere Termine von einer bis mehrere Stunden. Während der ersten drei bis vier Termine sollten Sie anwesend sein.

Achten Sie aber darauf, dass die neue Bezugsperson immer im Blickfeld ist, wenn Sie Ihren Nachwuchs beispielsweise wickeln oder füttern. So gewöhnt er sich daran, dass diese Aufgaben zukünftig auch von einer anderen Person übernommen werden können. Ist das Kind schon älter, sollte die Kinderbetreuer/in ihm Spielangebote machen, um so eine Vertrauensbasis aufzubauen.

Bedenken Sie aber, dass diese erste Zeit auch für die Kinderbetreuer/in eine Zeit der Eingewöhnung ist. Sie muss sich mit den Gepflogenheiten in ihrem Haus vertraut machen. Muss lernen, welche Regeln gelten, welche Rituale Sie in der Familie haben und sie muss lernen, wo sich was befindet.

Trennungsphase

Erst wenn sich beide etwas aneinander gewöhnt haben, können Sie in die Trennungsphase übergehen. Für das Kind ist der Ablösungsprozess sanfter, wenn die Kinderbetreuer/in immer nur zeitweise die Betreuung übernimmt. Es ist daher sinnvoll, die Kinderbetreuer/in und den Nachwuchs zunächst nur kurz alleine zu lassen. Versuchen Sie es, indem Sie beispielsweise in ein Nebenzimmer gehen. Fängt das Kind an zu weinen, folgen Sie nicht Ihrem Instinkt und kommen gleich wieder zurück. Geben Sie der Kinderbetreuer/in die Gelegenheit, das Kind zu beruhigen. Schreiten Sie nur ein, wenn das Kind sich über einen längeren Zeitraum nicht beruhigen lässt. Wichtig ist nur, dass das Kind weiß, dass die Mutter oder der Vater immer wieder kommt.

Sobald Sie und die Kinderbetreuer/in den Eindruck haben, dass eine längere Abwesenheit möglich ist, können Sie auch mal das Haus bzw. die Wohnung verlassen und einkaufen gehen oder andere Erledigungen machen. Orientieren Sie sich dabei aber immer am Kind. Hilfreich für alle Beteiligten ist es, wenn die Verabschiedung immer nach dem gleichen Ritual verläuft. Das gibt dem Kind eine Sicherheit. Gehen Sie auf keinen Fall, ohne sich zu verabschieden. Auch wenn es schwer fällt und das Kind weint. Muss das Kind feststellen, dass Sie plötzlich nicht mehr da sind, kann es sein, dass es Sie zukünftig nicht mehr aus den Augen lassen wird und sich nur noch mehr an Sie klammert.

Abschlussphase

Geschafft! Jetzt können Sie entspannt zur Arbeit gehen. Die Kinderbetreuer/in und Ihr Nachwuchs werden bestens miteinander auskommen.

Sollte doch ein Notfall eintreten, achten Sie darauf, dass folgende Informationen immer in Reichweite der Kinderbetreuer/in sind:

  • Handynummer der Mutter und des Vaters
  • Telefonnummer einer weiteren Bezugs-/Vertrauensperson
  • Telefonnummern aller Ärzte und Notdienste
  • Wo ist der Ersatzschlüssel deponiert.

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