Der sechste Geburtstag des Kindes rückt näher. Viele Eltern stellen sich spätestens jetzt die Frage: „Ist mein Kind schon reif für die Schule?“ 

Eine nicht einfach zu beantwortende Frage. Denn, um festzustellen, ob ein Kind schulreif ist, sollte es geistig, motorisch aber auch sprachlich und emotional einen gewissen Entwicklungsgrad erreicht haben. Darüber hinaus sollte es über soziale Kompetenzen verfügen. Erfüllt Ihr Kind die meisten Punkte der unten aufgeführten Fähigkeiten, können Sie es getrost einschulen.

Geistige Entwicklung

Viele Kinder können schon, bevor sie überhaupt das erste Mal eine Schule von innen gesehen haben, schreiben und etwas rechnen. Aber reicht das schon als ein Kriterium für die Schulreife? Tatsache ist: Nein, es reicht nicht. Es geht vielmehr darum, ob das Kind sich schon Dinge merken kann, Zusammenhänge erfassen kann und die Fähigkeit hat, Dinge miteinander zu vergleichen, diese zu sortieren oder zuzuordnen. Kann es beispielsweise einen Apfel Obst beziehungsweise eine Gurke Gemüse zuordnen. Kann es erkennen, welche Menge größer und welche kleiner ist?

Motorische Entwicklung

Kennen Sie noch den Reifetest für die Schule, den Ihrer Großeltern machen musste und vielleicht noch immer, wenn auch zum Spaß, ihre Enkel machen lassen? Kann das Kind mit der rechten Hand das linke Ohr greifen? Nicht von unten, sondern von oben. Rechter Arm über den Kopf! Schön, wenn es so einfach wäre. Wichtig bei der körperlichen und motorischen Entwicklung ist, ob die Grob- und Feinmotorik Ihres Kindes schon ausreichend ausgeprägt ist. Kann es beispielsweise sein Gleichgewicht halten und auf einem Bein hüpfen, ohne umzufallen. Kann es auf einer geraden Linie vorwärts- aber auch rückwärts gehen. Kann es einen Ball fangen und werfen? Kann es Bilder ausmalen, ohne allzu kreativ die Linien zu ignorieren und wie hält es den Stift dabei? Verkrampft oder ganz entspannt? Wie sieht es mit dem Umgang mit Scheren aus? Kann Ihr Kind bereits kleinere Formen ausschneiden?

Sprachliche Entwicklung

Hierbei geht es nicht darum, dass Ihr Kind sich im reinsten Hochdeutsch ausdrücken kann, sondern darum, dass es deutlich spricht, die richtigen Laute verwendet und zusammenhängende Sätze formulieren kann. Zur sprachlichen Entwicklung gehört aber auch, dass das Kind zuhören kann und auf das Gesagte reagiert. 

Emotionale Entwicklung

Auch wenn Ihr Kind schon drei Jahre und mehr Kita hinter sich hat. In der Schule ist es dann doch wieder etwas ganz anders. Die Kinder treffen hier in wechselnden Gruppen aufeinander. Zwar wird in den ersten Jahren noch alles im Klassenverband unterrichtet, aber in den Pausen oder während der Mittagsbetreuung sind dann auch andere Kinder da. 

Außerdem muss das Kind in der Lage sein, längere Zeit still auf seinem Platz zu sitzen und sich zu konzentrieren. Schulreife Kinder können sich in aller Regel über einen Zeitraum von xx Minuten am Stück konzentrieren. Ist es bereit, sich anzustrengen?

Nicht zu unterschätzen ist auch die Fähigkeit, mit Fehlern und Niederlagen umzugehen. Es wird nicht immer alles gleich gelingen und der Betreuungsschlüssel in der Schule ist ein viel größerer als in der Kita. Es wird also von der Lehrkraft in aller Regel nicht getröstet werden.

Auch wichtig: Checken Sie, ob Ihr Kind eventuell eine Brille oder gar ein Hörgerät braucht.

Der Gesamteindruck ist wichtig

Kein Kind erfüllt alle Anforderungen, wenn es in die Schule kommt. Darum geht es auch gar nicht. Vielmehr zählt der Gesamteindruck und hier insbesondere die emotionale Entwicklung und die soziale Kompetenz. Selbst ein Kind, das sprachlich besonders weit entwickelt ist und einen großen Wissensdrang an den Tag legt, kann emotional noch nicht schulreif sein. Sollten Sie unsicher sein, ob Ihr Kind schon schulreif ist, kann es hilfreich sein, sich mit beispielsweise den Erzieher*innen der Kita oder dem Kinderarzt/der Kinderärztin zu besprechen. Zum einen sind diese Personen unbefangen und zum anderen sehr erfahren.