Stillen und Mutterschutz

Die Arbeitswissenschaftlerin und Mutter Frauke Greven weiß, wie Kind und Berufstätigkeit und im besonderen Stillen und Beruf vereinbart werden können.

„Wer Kinder und Karriere vereinbaren möchte, steht immer wieder vor neuen Herausforderungen. Fast alles kann funktionieren, wenn man es richtig angeht“, so das Fazit von Frauke Greven. Eine Schwangerschaft sollte Frau deshalb auch immer nutzen und sich Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Dazu gehört auf jeden Fall ein Gespräch mit dem Arbeitgeber, um zu klären, ob man die drei Jahre Elternzeit nutzen will, in der der Arbeitsplatz garantiert ist. Oder ob es möglich ist, vielleicht nach der Geburt in Teilzeit zu arbeiten (max. 30 Stunden pro Woche), um den Anschluss nicht zu verlieren. Aber Achtung: Teilzeit kann beantragt und genehmigt werden, ein Anrecht darauf besteht jedoch nicht. Stellt sich der Arbeitgeber quer, bleibt nur der Weg zum Arbeitsgericht. Schwangere, so Grevens Rat, sollten sich deshalb bei Wunsch bereits vor der Geburt für eine Teilzeit bei ihrem Arbeitgeber bewerben und so unliebsame Überraschungen vermeiden.

Sicher ist jedoch, dass der Kündigungsschutz bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung zusätzlich erweiterbar ist durch die Elternzeit, Voraussetzung ist allerdings, dass die Elternzeit beantragt wurde. Geregelt ist dies im § 9 des Mutterschutzgesetzes.

Stillzeit ist Arbeitszeit

Viele Arbeitgeber wissen meist nicht wirklich Bescheid über die gesetzlich vorgeschriebene Länge von Stillpausen oder den besonderen Arbeitsschutz für stillende Mütter. Deshalb lohnt sich ein Blick ins Mutterschutzgesetz, das den Schutz von Schwangeren regelt. Schwangere sind durch dieses Gesetz umfangreich geschützt – stillende Mütter sind ihnen rechtlich gleich gestellt. Laut § 7 des MuSchG gilt: Stillzeit ist Arbeitszeit, mindestens zweimal täglich 30 Minuten darf die stillende Mutter von ihrer Arbeitszeit dafür verwenden, bei einer Arbeitszeit von mehr als acht Stunden so- gar zweimal 45 min. Auch die erforderlichen Arztbesuche gelten als Arbeitszeit (§16 MuSchG). Die Dauer der Stillzeit ist gesetzlich nicht geregelt, geschützt ist jedoch der Zeitraum bis zu einem Jahr.

In jedem Bundesland gibt es eine Aufsichtsbehörde, die über den Stillschutz wacht, die Kontaktadressen erhält man auf der Seite der Bundesfamilienbehörde zum Thema Mutterschutz.

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