Pflegehilfsmittelverzeichnis

Welche Hilfmittel sind Kassenleistung? Welche müssen bezahlt oder können ausgeliegen werden. Darüber gibt das Pflege­hilfs­mittelverzeichnis Auskunft.

Das Pflegehilfsmittelverzeichnis der Spitzenverbände der Pflegekassen ist ein detaillierter Katalog aller Pflegehilfsmittel. Er gibt Aufschluss darüber, welche Hilfsmittel der Leistungspflicht der Pflegekassen unterliegen und somit bezahlt oder leihweise überlassen werden können.

Generell wird unterschieden zwischen Pflegehilfsmitteln, die zum Verbrauch bestimmt sind, zum Beispiel Inkontinenzmaterial, Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel und technischen Hilfsmitteln, wie Pflegebetten, Rollstühle oder Notrufsysteme. Bei technischen Hilfsmitteln ist eine Zuzahlung des Versicherten in Höhe von 10 Prozent, maximal jedoch 25 Euro erforderlich. Für verliehene Hilfsmittel wie Pflegebetten fällt keine Zuzahlung an. Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel werden seit 2015 mit bis zu 40 Euro im Monat bezuschusst. Das Pflegehilfsmittelverzeichnis ist dem Hilfsmittelverzeichnis der Krankenversicherung in Anlage beigefügt. Die beiden Verzeichnisse werden laufend aktualisiert.

Beispiel: Hausnotruf

Definition (Auszug)

Hausnotrufsysteme sind elektronische Meldesysteme, die bei Abgabe eines Notrufes über das öffentliche Fernsprechnetz eine Verbindung mit einer Hausnotrufzentrale herstellen. Sie bestehen aus einem Hausnotrufgerät und einem Funksender, der als Armband, Clip oder Kette getragen wird und auf Knopfdruck oder Zug reagiert.

Indikation (Auszug)

Hausnotrufsysteme kommen in Frage bei allein lebenden oder über weite Teile des Tages allein lebenden Pflegebedürftigen, die mit handelsüblichen Telefonen in Notsituationen keinen Hilferuf absetzen können und bei denen aufgrund des Krankheits- bzw. Pflegezustandes jederzeit der Eintritt einer Notsituation erwartet werden kann.