Ist die Frage nach der Kinderbetreuung im Bewerbungsgespräch erlaubt? Nein, sagt unsere LOB Beraterin Dr. Sandra Flämig. Aber ...

Grundsätzlich gilt: Der Arbeitgeber hat ein Fragerecht und der Arbeitnehmer/ die Arbeitnehmerin eine Offenbarungspflicht. Eine Offenbarungspflicht ist dann gegeben, wenn die zu offenbarenden Umstände eine Erfüllung des Arbeitsvertrages unmöglich machen oder für den Arbeitsplatz von ausschlaggebender Bedeutung sind. Dasselbe gilt für das Fragerecht.

Fehlende Kinderbetreuung hindert nicht dauerhaft die Erfüllung eines unbefristeten Arbeitsvertrags. Bei Kinderbetreuung besteht daher keine Offenbarungspflicht, wenn bei einer unbefristeten Stelle eine Kinderbetreuung in absehbarer Zeit kommt. Es besteht eine Offenbarungspflicht, wenn bei einer befristeten Tätigkeit die Kinderbetreuung für die gesamte Dauer nicht gegeben ist.

Wer auf eine zulässige Frage lügt oder eine zu offenbarende Tatsache verschweigt, dem drohen Anfechtung oder Kündigung sowie Schadensersatzforderung. Bei unzulässigen Fragen darf man lügen.

Aber: Ist die Kinderbetreuung nicht gesichert, riskierten Angestellte immer ihre Jobs. Denn: In der Probezeit ist leicht kündigen. 

 

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Vita
Da arbeitsrechtliche Probleme Arbeitnehmer meist auch emotional belasten, geht Fachanwältin für Arbeitsrecht Sandra Flämig berufliche Konflikte interdisziplinär an. Ziel in solchen Rechtsfällen ist es, Probleme auf rechtlicher und persönlicher Ebene zu lösen.
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