Insbesondere Mütter entscheiden sich gerne für Teilzeit, um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können. Das hat aber nicht nur Vorteile.

 Zum einen sitzen Frauen darin, die sich auf dem freien Markt eine anspruchsvolle und eine ihrer Qualifikation entsprechende Teilzeittätigkeit suchen wollen. Zum anderen betrifft es Frauen, die nach der Familienpause zu ihrem Arbeitgeber zurück wollen, aber eben nur in Teilzeit.

Schauen wir uns nun die Gruppe der Frauen an, die einige Jahre bei einem Arbeitgeber gearbeitet haben, dann ein Kind bekamen und während oder nach der Elternzeit in Teilzeit bei ihrem Arbeitgeber weiter arbeiten möchten.

Hier stoßen sie an das erste Problem: Ein Kind hat nach acht bis neun Stunden Kita auch mal genug. Die wenigsten Eltern arbeiten „um die Ecke“ und müssen Fahrtzeiten von der Arbeit zur Kita einplanen.

Fakt ist also, dass viele berufstätige Mütter auf Teilzeitlösungen im 50 bis 80 Prozent-Bereich angewiesen sind – zumindest so lange, bis die Kinder auch in der Schule ihren eigenen Weg gefunden haben.

Ein Vollzeitjob ist also in vielen Fällen schon aus praktischen Gegebenheiten gar nicht mehr möglich.

Nehmen wir das einfach mal wertneutral hin (auch wenn es schwer fällt) und schauen weiter: Viele Frauen gehen mit der Illusion in Mutterschutz und Elternzeit, dass sie durch gesetzliche Ansprüche auf Teilzeitarbeit abgesichert sind. Den berufstätigen Müttern wird durch das Vorhandensein der Elternzeit (3 Jahre) und der gesetzlich verbrieften Möglichkeit von Teilzeitarbeit während und nach der Elternzeit vorgegaukelt, es sei ganz leicht, Familie und Beruf zu vereinbaren.

Frau nimmt erst mal 3 Jahre Elternzeit und dann kommt sie in Teilzeit wieder zurück. Sie hat ja einen Anspruch aus dem Gesetz – wo ist das Problem? Ganz einfach: Sie verwechseln „einen Anspruch haben“ mit „in der Praxis das kriegen, was man will.“

Vita
Da arbeitsrechtliche Probleme Arbeitnehmer meist auch emotional belasten, geht Fachanwältin für Arbeitsrecht Sandra Flämig berufliche Konflikte interdisziplinär an. Ziel in solchen Rechtsfällen ist es, Probleme auf rechtlicher und persönlicher Ebene zu lösen.
Weitere Artikel des Autors