Die BBBank eG ist eine Universalbank für alle Privatkunden. Gegründet wurde sie am 12. November 1921 als Selbsthilfeeinrichtung für den öffentlichen Dienst. Der offizielle Geschäftsbeginn war am 1. Januar 1922. Sitz des zentral geführten Instituts ist Karlsruhe. 1.633 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreuen rund 400.000 Mitglieder - allesamt Privatkunden - aus allen Teilen Deutschlands. Dabei baut die BBBank als eine der mitgliederstärksten Genossenschaftsbanken Europas auf zwei Säulen:

ein Netz von 106 Filialen in zehn Bundesländern und die stetige Weiterentwicklung der Direkt-Vertriebswege mit Online-Banking und -Broking sowie Telefon-Banking und -Broking. Das umfassende Selbstbedienungsangebot wird ergänzt durch Kontoauszugsdrucker und Geldautomaten in den Filialen und weiteren SB-Stellen. Die BBBank konzentriert sich auf das Privatkunden-Geschäft und bietet alle Produkte und Dienstleistungen einer modernen Bank. Dazu zählen Finanzierungen, die gesamte Palette der Sach- und Lebensversicherungen, Immobilien-Service sowie die Anlage- und Vermögensberatung. Ein wesentliches Ziel des Instituts bleibt es, seinen Kunden eine günstige Grundversorgung in Kontoführung und Zahlungsverkehr zu bieten.

Darum ist uns Familienfreundlichkeit wichtig:

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind uns wichtig, deshalb unterstützt unsere Personalarbeit die Ausgewogenheit zwischen Beruf und Privatleben und bietet umfangreiche Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten. Bei der BBBank gibt es viele Angebote für die Kombination von Familie und Beruf. Das Programm „Zeit für Veränderung“ gibt zudem u.a. Frauen und Männern auch nach der Familiengründung und längerer Auszeit die Chance auf eine Karriere.

Frauenanteil in Deutschland: 42 % in Vollzeit

  • Frauen in Teilzeit: 19,2 %
  • Männer in Teilzeit: 0,5 %
  • Mütter in Elternzeit: durchschnittlich 12 Monate
  • Väter in Elternzeit: 0,3 %
  • Väter in Elternzeit: durchschnittlich 2 Monate

Frauen in Führungspositionen: 30,2 %

Flexible Arbeitszeiten/ Arbeitsort: Teilzeit, Job-Sharing, Gleitzeit, Führen in Teilzeit, besprechungsfreie Zeiten/ Tage (in Arbeit), Homeoffice
Kinderbetreuung: 9 Belegplätze in Kindertagesstätten, Beratungsservice durch externe Dienstleister, Kinder dürfen in Notfällen mitgebracht werden, Ferienbetreuung
Elternzeit: Kontakthalteprogramm, Wiedereinstiegsprogramm, Fortbildung während der Elternzeit, Kranken-/ Urlaubsvertretung möglich
Pflege: Belegplätze für Pflegeheime, Beratung/ Fortbildung, zusätzliche freie Tage in Form von flexiblen Gleitzeitkonten, Ansprechpartnerin im Betrieb
Geldwerte Leistung für Familie: Geld zur Geburt, finanzielle Unterstützung bei der Kinderbetreuung (50% der Kitakosten)
Auszeichnungen/ Zertifikate: Audit berufundfamilie, Bündnis für Familie, family-award-Wirtschaftsjunioren

Branche: Finanzen
Größe: 1001 - 3000

Internet: www.bbbank.de


Zeit für Veränderung

Innovative Wege für den Wiedereinstieg

Mit 48 Jahren haben viele Menschen die Hälfte ihres Erwerbslebens hinter sich und steuern innerlich auf die Rente zu. Nicht so Eva Schorpp. Vor knapp einem Jahr startete die 48-Jährige neu durch - als Auszubildende bei der BBBank in Karlsruhe. 2014 wird sie voraussichtlich ihren Abschluss als Bankkauffrau machen. Bis zum gesetzlichen Rentenalter liegen dann noch 20 Jahre Erwerbsleben vor ihr. Also noch ausreichend Zeit genug für eine zweite Karriere.

„Den Auszubildenden unseres Programms „Zeit für Veränderung – Meine Karriere beginnt jetzt“ stehen grundsätzlich alle Wege im Unternehmen offen. Sei es im Vertrieb, als Experte im Personal- oder Projektmanagement oder als Filialleitung“, erklärt Sibylle König, Personalleiterin bei der BBBank. Sie hat das Programm vor einem Jahr mit ins Leben gerufen und ist stolz auf den Erfolg. „Im Ausbildungsjahrgang 2012 starteten 50 junge Auszubildende und weitere sechs Personen im Rahmen des neuen Ausbildungsprogramms“, berichtet sie. „Das erfordert eine gute Vorbereitung. Fragen wie: „Wo muss ich loslassen? Was kommt Neues auf mich zu? Was wird sich vielleicht seltsam anfühlen?“ wurden mit den Auszubildenden im Voraus besprochen. Es ist sehr wichtig, mit allen Beteiligten in den Dialog zu gehen: Mit den Auszubildenden des Programms, aber auch mit den Mitauszubildenden und den Ausbildern, die durchaus 20 Jahre jünger sein können. Das Gleiche gilt für die Berufsschullehrer. Auch diese haben wir beraten und informiert und stehen während der gesamten Berufsschulzeit mit ihnen in Kontakt. Schließlich hat jemand, der z.B. drei Schulkinder erzogen hat, einen anderen pädagogischen Anspruch, als jemand, der direkt von der Schule kommt.“ Offenheit und die Bereitschaft zu Lernen sind die beiden Grundvoraussetzungen, die hier jeder mitbringen muss. Denn: „Auch der 45-Jährige Azubi fängt bei null an. Niemand zaubert eine Baufinanzierung aus dem Hut“, so König.

Bewusst wurde das Programm in der ersten Runde ausschließlich in Karlsruhe angeboten. Hier haben Unternehmenszentrale und Berufsschule ihren Sitz. Zudem ist die Kollegin, die die Auszubildenden persönlich betreut, vor Ort. Sie sollte die Auszubildenden des Programms von Anfang an eng begleiten. „Wir wollten, dass sie die Ausbildung als Gruppenerlebnis wahrnehmen. Menschen mit längerer Lebenserfahrung lernen anders. Sie bilden zum Beispiel Lerngruppen und sollten dazu die Gelegenheit finden.“

Die Lebenserfahrung ist wichtig

Das Programm ist überall gut angekommen, bei den Mitauszubildenden und den Berufsschullehrern. Alle sechs Auszubildenden des Programms werden im nächsten Jahr voraussichtlich ihren Abschluss machen. Auch die Kunden reagieren begeistert. So berichtet Eva Schorpp, dass sie sich unsicher war, wie die Kunden sich verhalten würden. Doch schon nach den ersten Wochen war klar, dass sie ihren Mut und die Courage zum Neustart sehr schätzen. „Da spielen vor allem der wertschätzende Umgang mit Menschen sowie die Lebenserfahrung eine große Rolle. Als älterer, erfahrenerer Mensch kann man meistens gut auf andere Menschen, Kollegen und Kunden zugehen und ihre Bedürfnisse einschätzen“, so Eva Schorpp.

Die Bandbreite der eingehenden Bewerbungen und der weiteren Auszubildenden ist groß: So bringen einige beispielsweise bereits abgeschlossene Studien mit und haben Ihre berufliche Karriere für eine Erziehungszeit unterbrochen. Für andere bietet eine Ausbildung die Chance einen weiteren Beruf zu erlernen, da das erste Studium in Deutschland nicht anerkannt wird.„Wir sind offen für weitere Zielgruppen“, ergänzt Sibylle König ein. „Wir wollen grundsätzlich Menschen, die neu anfangen, eine Chance geben.“ Dabei waren die rund 60 Bewerber 2012 überwiegend Frauen, die nach der Familiengründung und teilweise langer Auszeit im Erwerbsleben wieder Fuß fassen wollten.

Das Projekt „Zeit für Veränderung“ ist Teil der Zukunftsstrategie „Erfolgsbank2020“ der Karlsruher Genossenschaftsbank, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Erfolgsfaktor Nummer Eins in den Fokus stellt. In diesem Rahmen kommt dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie besondere Bedeutung zu. Denn viele glauben, dass sich Kind und Karriere nicht miteinander verbinden lassen. Aber die Entscheidung für Kinder fällt leichter, wenn es die Chance gibt, auf eine vergleichbare Stelle oder in den bis zur Geburt ausgeübten Beruf zurückzukehren. Bei der BBBank gibt es daher viele Möglichkeiten, Familie und Beruf zu kombinieren. Etwa mit einer Teilzeitstelle und flexiblen Arbeitszeiten, Jobsharing oder durch praktische Hilfestellungen wie einem Kita-Belegplatz bei den „Schlossgeistern“ in Karlsruhe oder 50 Prozent Kostenübernahme für einen Kitaplatz in anderen Einrichtungen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeutet für die BBBank aber auch, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit zu pflegenden Angehörigen zu unterstützen, etwa durch eine Pflegeberatung, eine großzügige Urlaubsregelung oder ein Sabbatical. „Pflegesituationen sind individuell sehr verschieden. Wir versuchen, mit den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine partnerschaftliche Lösung zu finden, die die Bedürfnisse aller verbindet, sofern dies möglich ist“, erläutert König.

Die Arbeitswelt der Zukunft muss sich wandeln. Die klassische Schornsteinkarriere etwa, hält Sibylle König angesichts der Alterung der Gesellschaft für bald überholt. Die Arbeitswelt müsse flexibler werden, neue Wege müssten erprobt werden, wie z.B. mit „Zeit für Veränderung“, das im September 2013 in die zweite Runde geht. Nun werden Ausbildungsplätze auch in anderen Filialen der BBBank in Süddeutschland angeboten. Insgesamt sollen 12 neue Azubis in dem Programm eingestellt werden, das ist voraussichtlich jeder fünfte bis sechste Neuzugang.

von Dr. Lydia Hilberer