Tiefkühlkost

Convenient Food erleichtert die Vereinbarkeit, aber ist es auch gesund? Worauf Sie bei Tiefkühlkost achten sollten.

Die Auswahl der Fertigprodukte ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. In den Kühlregalen finden sich immer mehr schnelle Gerichte für den Backofen, die Mikrowelle und die Pfanne, aber auch in den anderen Regalen der Supermärkte geht der Trend zu Convenient Food. Kein Wunder, spart diese Art des Kochens doch erheblich viel Zeit. Zeit, die viele berufstätige Eltern lieber mit ihren Kindern verbringen als hinterm Herd. Glaubt man den Experten, sind die Fertigprodukte aber schuld daran, dass immer mehr Deutsche an Übergewicht leiden. Das gilt aber nicht für alle Gerichte. Insbesondere die Tiefkühlkost ist besser als ihr Ruf.

Tiefkühlkost im Test

In einem Test der Zeitschrift "Ökotest" aus dem Jahr 2006 stellten die Experten fest: Tiefgekühlte Gerichte sind besser als Menüs aus Schalen und Bechern. Richtig gesund und gleichzeitig lecker sind aber nur Fertiggerichte von Frosta. „Die EU-Öko-Verordnung erlaubt 36 Zusatzstoffe, die Anbauverbände Bioland und Demeter noch weniger. Wesentlich weiter geht nur noch das "Reinheitsgebot" von Tiefkühlanbieter Frosta, der auf nahezu alle Zusatzstoffe verzichtet,“ so das Ergebnis des Test. Von den 27 Gerichten, die damals untersucht wurden, konnte Öko-Test „nicht einmal die Hälfte guten Gewissens empfehlen.“
Wer sich auf aktuellere Ergebnisse verlassen möchte und beim Einkauf ganz sicher gehen möchte, kann sich am DLG Zeichen orientieren. Jedes Jahr testet die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft Tiefkühlprodukte, aber auch Fertiggerichte, Suppen, Saucen, Kartoffel- und Gemüseprodukte, sowie Pizza und Pasta auf ihren Genusswert, ihren Gebrauchswert und die Deklarationswahrheit. Je höher die im Test erreichte Punkte, desto besser die Preisstufe. Gerichte mit einer hohen Punktezahl werden mit der goldenen Plakette prämiert, gefolgt von Silber und Bronze.

Tiefkühlkost einkaufen

Richtig ausgewählt und bewusst verwendet, passen Fertigprodukte also durchaus auch auf einen gesunden Speiseplan. Folgendes sollten Sie beim Einkauf beachten: Der Salzgehalt sollte möglichst niedrig sein. Der Mensch sollte täglich nicht mehr als 6 - 8 Gramm zu sich nehmen.

  • Bei tiefgefrorenem Obst sollte kein Zucker hinzugefügt worden sein.
  • Je länger das Gericht haltbar ist, desto mehr Aroma und Zusatzstoffe enthält es. Ergo je kürzer das Gericht haltbar ist, desto gesünder ist es.
  • Achten Sie darauf, dass keine Geschmacksverstärker wie Glutamat enthalten sind.
  • Suchen Sie fettarme, gemüsereiche Speisen aus.
  • Peppen Sie eine Tiefkühlpizza mit frischem Gemüse auf.
  • Tiefkühlprodukte sollten erst ganz zum Schluss in den Einkaufswagen.
  • Transportieren Sie die Ware in den wiederverwendbaren Isoliertaschen oder - beuteln, damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird.

Dass tiefgekühltes Gemüse genau so gesund ist wie frisches Gemüse hat auch das Deutsche Tiefkühlinstitut festgestellt. In der „Frische“-Studie der Hamburger Universität und der Hochschule für Angewandte Wissenschaft kam zu dem Ergebnis: Tiefkühlkost steht für Frische, Qualität und Genuss. Für die Untersuchung wurde Tiefkühlgemüse mit „frischem“ Gemüse vom Markt oder aus dem Supermarkt verglichen. Dabei ergab sich, dass in vielen Fällen die tiefgekühlten Lebensmittel sogar mehr wertvolle Inhaltsstoffe hatten als das Angebot aus der Gemüseabteilung im Lebensmittelhandel oder vom Wochenmarkt. Wichtig ist nur, dass der Weg vom Acker in die Tiefkühltruhe kurz ist und nur hochwertige Erzeugnisse eingefroren werden.

Aber auch, wenn das Essen innerhalb weniger Minuten auf dem Tisch steht, Fertiggerichte haben einen Nachteil. Im Vergleich zum selber gekochten Essen sind sie oft richtig teuer.

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