Gründerin kidspick.de

Die Berlinerin Anna Figoluschka hat 2015 die KidPick-App ins Leben gerufen und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Sie ist Mutter und arbeitete Vollzeit in einer Agentur.

Wir haben Anna gefragt, wie sie auf die Idee zu ihrer App gekommen ist und wie das so ist, als Frau unter lauter Männern. Denn nach wie vor ist die Gründerszene rund um Apps noch geprägt von Männern.

Wie bist du auf die Idee gekommen, die App zu gründen?

Ich stand bei brüllender Hitze mitten im Berliner Feierabendverkehrs-Stau, neben mir andere Autofahrer allein in ihrem Auto, alle gestresst vom Versuch voran zu kommen – während mein Sohn wartend an der Kita saß mit einer ebenfalls gestressten Erzieherin, die verständlicherweise Feierabend machen wollte. Der Vater hatte wegen eines Meetings das Handy aus, die Telefonnummer vom Babysitter hing am Kühlschrank. Dann ging das Getippe und Telefoniere los, um schnell einen Ersatzabholer zu finden. Damals dachte ich, wie klasse es wäre es eine App für alle kinderrelevanten Kontakte zu haben, die mit einer Anfrage im Handumdrehen erreichbar sind, antworten und im Optimalfall aushelfen. Als ich abends nach so etwas recherchierte, konnte ich gar nicht glauben, dass es dies noch nicht gibt – so entstand die Idee zur App, die ich kurze Zeit darauf selbst entwickeln ließ.

Du als einzelne Frau, die ein App-StartUp gründet – wie ist das?

Die Investorenwelt ist nach wie vor männlich dominiert und „softe“ Themen wie Kinderbetreuung stoßen nicht auf große Resonanz. Außerdem stürzen sich alle auf Health-, Fintech- und Virtual Reality-Themen oder Food und Mode. „Randthemen“ wie eine Eltern-App sind weniger en vogue. Dabei gibt es so viel zu tun im Bereich Eltern-Kinder-Vereinbarkeit und Digitale Alltagserleichterung! Es gibt außerdem so viele gut ausgebildete Frauen, die sich an Software-Entwicklung heran wagen sollten, weil Frauen und besonders Müttern, eine sehr pragmatische Denke zu eigen ist. Wichtig ist auch sich einzumischen, mitzumischen! Aber dankbarerweise gibt es tatsächlich inzwischen reichlich Frauennetzwerke. Frau hat viel mehr Auswahl als vor einigen Jahren.

Was hat dir am meisten geholfen?

Ganz am Anfang in der „Überwindungsphase“ – soll ich weiter festangestellt oder Gründerin sein? – hat mir der Besuch der Labortermine für Entrepreneurship von Prof. Dr. Faltin geholfen.

Dann der Aufbau von Netzwerk-Kontakten, insbesondere bei den „Mompreneurs“ von Esther Eisenhardt. Da sind gute Freundschaften entstanden! Und ich kenne mittlerweile Leute, die ich kontaktieren kann zu allen Fragen des Business. Außerdem half mir mein absolviertes Studium, in dem ich Konzeption von Produktideen gelernt habe; mein Job als Sales-Frau in Bezug auf Fleiß, Mut Leute anzusprechen und Ausdauer ist hilfreich.

An welchem Punkt stehst Du aktuell?

Seit wenigen Wochen ist die neue KidPick-App 3.0 in die Appstores. Es gibt einige Verbesserungen in Bezug auf Bezahlmethode, schnellerer Einstieg in die App, schnelles Verabreden und Netzwerkaufbau. KidPick wird auf Deutsch, Englisch und Spanisch als iOS und Android Version zur Verfügung stehen, da wir mittlerweile eine gute internationale Resonanz haben. Dafür ist gerade noch viel zu tun!

Was sind deine Ziele und Wünsche?

Das Ziel ist, die Mission der „Digitalen Elternhelfer“ weiter zu verfolgen und Eltern dabei zu unterstützen, Erleichterung im Alltag zu finden. Die Themen dazu orientieren sich an dem, was uns alle umtreibt: Wie vereinbare ich Job und Familie? Wie gelingt saubere, bessere Mobilität? Wie schaffe ich es, meinem Kind gute Anreize in Bezug auf Lernen, Hobbies und Sport zu geben? Und wie gestalte schließlich ich meine Freizeit so, dass es der Familie gut geht?

Meine Vision ist, dass Ende 2018 Tausende von Eltern weltweit die KidPick-App intensiv nutzen und Netzwerke bilden, die sie im Alltag unterstützen. In der Zukunft sehe ich KidPick als Service-und Produkte-Plattform rund um den Elternalltag.

 

Über Kidpick: 
KidPick (www.kidpickapp.com) ist eine App für Eltern, die Abholtermine und Spielverabredungen der Kinder im sicheren Netzwerk aus Freunden, Nachbarn, Großeltern und Babysittern koordiniert und schnell kommuniziert. Die KidPick-App ist zum einen für den akuten Bedarf ausgelegt, wenn es in der Hektik des Alltags zu Organisationsengpässen kommt. Zum anderen können hierüber Freizeitaktivitäten für Kinder spielend leicht gehandhabt werden. Die App erleichtert den Familien-Alltag berufstätiger Eltern und fördert die soziale Vernetzung und Freizeitaktivitäten der Kinder. Nicht zuletzt werden durch die Koordination via KidPick-App auch Ressourcen und Umwelt geschont.