Franziska Ebertowski

Dass "selbstständig" nicht "selbst und ständig" sondern auch "ständig und selbst" bedeuten kann, weiß Franziska Ebertowski. Mutter und Unternehmerin.

Du arbeitest „selbst“ und „ständig“ sagen die Leute oft abfällig über Selbständige, die mit dieser Form des Arbeitens womöglich nicht so viel anfangen können. Die denken, man würde rund um die Uhr arbeiten, sich keine Freiräume schaffen, kein Privatleben mehr haben. Das stimmt so nicht, denn drehen wir den Spieß um und machen „ständig selbst“ daraus, klingt die Selbständigkeit gleich ganz positiv: ich bin ich selbst, ich bestimme selber über meine Arbeitszeit, ich bin die letzte Instanz, die über Projekte entscheidet.

Mit vier eigenen Kindern und einer Bonustochter ist die Selbständigkeit für mich die ideale und einzige Lösung, Familie und Job sinnvoll miteinander zu vereinen. Nach der Geburt unserer Zwillinge 2016 war uns klar, dass wir uns beide nochmal beruflich neu orientieren wollen, damit wir statt drei fünf Kinder wuppen können. Lösung Nr. 1: Mein Mann nahm erstmal Elternzeit, damit ich mein neues Business aufbauen konnte.

Selbständig gearbeitet habe ich schon immer, nun sollte aber nochmal etwas Neues her. 6 Jahre war ich als Inhaberin eines erfolgreich laufenden Fashion-Concept-Stores sehr eingespannt, auch örtlich, da ich fast jeden Tag im Laden stand. Jetzt, mit den Zwillingen wollte ich etwas anderes machen, bei dem ich mir meine Zeit besser einteilen konnte.

Die Lösung: Selbständigkeit

Lösung Nr. 2: Netzwerken ist meine Leidenschaft, Leute zusammenbringen kann ich. Also gründete ich Finest Blogger, eine Social-Media-Agentur, die kleine und mittelständische Unternehmen und Blogger vernetzt, um Produkte, Dienstleistungen und Firmen innerhalb der richtigen Zielgruppe bekannt zu machen. Meine Kunden kann ich sowohl vom Büro aus betreuen, als auch mal von zuhause, wenn eines der Kinder krank ist. Termine lege ich mir so, dass sie ins Familienleben passen.

Die große Angst vieler Firmen, Mütter einzustellen besteht darin, dass die Kinder ständig krank sind und sie deshalb ausfallen. Studien belegen jedoch, dass Angestellte ohne Kinder im Schnitt mindesten so viele Fehlzeiten haben, wie arbeitende Mütter. Trotzdem: ich glaube kein Arbeitgeber würde eine Mutter mit fünf Kindern einstellen, so traurig das ist. Deswegen gibt es immer mehr Mütter, die ein eigenes Unternehmen gründen.

Für mich ist die Selbständigkeit der passende Weg. Mein Mann hat sich mittlerweile auch selbständig gemacht, was uns ein hohes Maß an Flexibilität bietet. Jede Woche sprechen wir uns neu ab, welche Termine anstehen, wer wann was mit den Kindern unternimmt etc. Ja, es erfordert viel Planung, aber gleichzeitig wird es nie langweilig und wir bestimmen selbst über unsere Zeit. Und wenn ich mal einen Tag nicht arbeiten kann oder will, kann ich in einer darauffolgenden Nachtschicht das Liegengebliebene aufarbeiten und meine Kunden sind trotzdem zufrieden.

Über die Autorin: Vor zwei Jahren gründete die Mutter von fünf Kindern die Agentur Finest Blogger, eine Marke der JobZoom GmbH. Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung im Eventmanagementbereich, einem großen Partnernetzwerk und dem Anspruch, Kunden mit “Liebe zum Detail” zu helfen, unterstützt sie Unternehmen dabei, passende Strategien zu erarbeiten und diese, durch individuelles Social Media Marketing und maßgeschneiderte Bloggerevents, umzusetzen.