Eine Scheidung ist für alle Beteiligten ein bedrückender Schritt. Diese Tipps helfen über die schwierige Zeit hinweg.

In vielen Fällen sind jedoch auch noch weitere Personen von der Trennung und Scheidung betroffen: die gemeinsamen Kinder. Diese reagieren besonders häufig sehr sensibel auf den erheblichen Einschnitt in ihr Leben und sind darauf angewiesen, dass die Eltern sich weitgehend konfliktfrei trennen.

Für Scheidungswillige, die zugleich auch Eltern sind, bedeutet das im Wesentlichen: über den eigenen Schatten springen, Kränkungen sowie Differenzen mit dem Ex ausblenden und diese nicht vor den Kindern austragen. Die Belange der gemeinsamen Kinder sollten auf Augenhöhe kommuniziert werden, denn letztlich bleiben beide Ehegatten auch nach der Trennung und Scheidung weiterhin Eltern und werden nie gänzlich aus dem Leben des anderen verschwinden. Eltern vs. Ex-Partner: Den unweigerlichen Spagat meistern Unterschiedlichste Herausforderungen warten auf Kindeseltern, die sich trennen oder scheiden lassen wollen. Eine Universallösung dafür, es den Kindern so angenehm wie möglich zu machen, gibt es nicht, dennoch können einige wichtige Regeln helfen:

1.) Reden Sie mit Ihren Kindern!

Aufrichtigkeit gegenüber den Kindern und eine zeitnahe Kommunikation bezüglich der einschneidenden Veränderungen können diese besser vorbereiten. Seien Sie auch sensibel bezüglich möglicher Verhaltensänderungen bei den Kindern und zeigen Sie die Bereitschaft, gemeinsam über Probleme zu sprechen. Wichtig dabei: Zu viel Ehrlichkeit bei der Erläuterung der Trennungsgründe sollten Sie hingegen vermeiden (etwa im Falle von Ehebruch), um den anderen Elternteil vor dem Kind nicht schlecht zu machen.

2.) Reden Sie mit dem Ex!

Dieser Schritt fällt den meisten vermutlich am schwersten, insbesondere, wenn Wut, Schmerz und Kränkung das Verhältnis zum Ex-Partner belasten. Doch zum Wohle der gemeinsamen Kinder bleibt die Kommunikation der Eltern untereinander unerlässlich. Gegebenenfalls lässt sich diese allein auf Inhalte beschränken, die die Kinder betreffen – auch bezogen auf umgangsrechtliche Regelungen, Sorgerecht, Kindesunterhalt usw. Streitigkeiten und heftige Diskussionen können zudem reinigend wirken, sollten jedoch nie vor den Kindern ausgetragen werden.

3.) Reden Sie mit Dritten!

Es gibt zahlreiche Hilfsangebote, die Eltern im Falle einer Trennung in Anspruch nehmen können. Neben Familienberatungsstellen und Jugendämtern zählen auch Familienrechtsanwälte zu wichtigen Anlaufstellen. Die rechtliche Beratung bezüglich möglicher Strategien zur Umgangsgestaltung und zu Fragen des Sorgerechts kann die einvernehmliche Einigung begünstigen. Insgesamt können Gespräche mit emotional distanzierten Außenstehenden auch zu einer Entschärfung der Situation führen.

Sorge- und Umgangsrecht bei Trennung angemessen gestalten

Das gemeinsame Sorgerecht bleibt auch im Falle der Trennung und Scheidung bestehen, sofern kein Antrag zur Abänderung gestellt wurde. Doch ob nun aber alleiniges oder gemeinsames Sorgerecht: Beide Eltern haben in gleichem Maße ein Umgangsrecht und eine Umgangspflicht. Wie der Umgang im Einzelfall zu gestalten ist, dazu gibt es keine festen Vorgaben. Hierüber können sich die Eltern einvernehmlich und außergerichtlich einigen – im Zweifel müsste das Familiengericht entscheiden. In jedem Fall sollte bei der Entscheidung stets das Wohl der gemeinsamen Kinder im Fokus stehen.

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