Die vegane Ernährung bei Kindern und Jugendlichen ist umstritten. Veganer schwören darauf und Ärzte warnen vor Mangelerscheinungen und Wachstumsverzögerungen.



Was bedeutet vegane Ernährung für die Familie? 



Eltern wollen immer das Beste für ihre Kinder. Dazu gehören regelmäßige Arztbesuche ebenso wie umfassende Versicherungen für die ganze Familie und eine den persönlichen Werten entsprechende Erziehung. In den vergangenen Jahren setzen viele Menschen im Zusammenhang mit ihrer Gesundheit auf eine rein vegane Ernährung, die den vollständigen Verzicht auf tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Eier bedeutet. Diese ist nicht nur aus ethischen Gründen zum Trend geworden, sondern eben auch, weil sie als gesund gilt und sich positiv auf das Gewicht, den Cholesterinspiegel und das Herz-Kreislauf-System auswirken.



Einer Großzahl an Zivilisationskrankheiten soll sich mit einer veganen Lebensweise vorbeugen lassen, und auch das Abnehmen soll spielend gelingen, wenn vollständig auf tierische Produkte verzichtet wird. Viele Menschen, darunter auch zahlreiche Eltern, schwören auf den Veganismus als optimales Mittel für einen gesunden und dauerhaften Gewichtsverlust. Und wer langfristig an Gewicht verliert, tut sich nicht nur selbst etwas Gutes, sondern auch seiner Familie, denn gesunde und aktive Eltern können ihren Kindern alles bieten, was sie für das Heranwachsen benötigen.

Abzunehmen ist nicht einfach und erfordert Überwindung, Disziplin und Durchhaltevermögen. Um den ersten Schritt zu gehen, hilft es, sich von Gleichgesinnten inspirieren und motivieren zu lassen. Im Rahmen der Kampagne „Fit für die Familie“ erzählen Mütter, Väter und Eltern in spe von ihrem Weg zum Idealgewicht. Sie berichten über alle Höhen und Tiefen und machen mit ihren persönlichen Erfolgsstorys anderen Mut – denn wer es schafft, einen gesunden Lebensstil zu verfolgen, tut nicht nur sich, sondern auch seiner Familie etwas Gutes. Wird dem Nachwuchs eine Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung vorgelebt, erhöht das die Chance, dass er diese übernimmt. 


Eltern, die vegan leben, tendieren dazu, auch ihre Kinder auf diese Weise aufzuziehen und wollen die Gesundheit der gesamten Familie positiv beeinflussen. Was gut gemeint ist, fällt in der Praxis aber nicht ganz unproblematisch aus: Kinder benötigen für ein gesundes Wachstum eine Vielzahl an Vitaminen und Nährstoffen, die durch eine tierproduktfreie Ernährung nur schwer abgedeckt werden können. Calcium etwa, das für ein gesundes Knochenwachstum benötigt wird, wird dem Körper normalerweise durch Milchprodukte zugeführt. Zwar ist Calcium auch in pflanzlichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten enthalten, aber nur in vergleichsweisen geringen Mengen. Das gilt für andere Nährstoffe ebenso.



Das Problem mit der Vitamin B12-Zufuhr



Veganer nehmen naturgemäß durch die Nahrung weniger Vitamin B12 zu sich, als der menschliche Körper benötigt. Aus diesem Grund führen die meisten vegan lebenden Menschen das wichtige Vitamin über Nahrungsergänzungsmittel zu. Auch Kinder, selbst Kleinkinder, müssen bereits Vitamin B12-Präparate zu sich nehmen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Viele Ärzte sehen diese Tatsache skeptisch und raten grundsätzlich davon ab, Kinder von Geburt an vegan zu ernähren. Studien zeigen zudem, dass Kinder, die von Geburt rein vegan leben, häufiger Wachstumsverzögerungen aufweisen.



Kinder vegan ernähren: ja oder nein?



Wer darauf besteht, die ganze Familie inklusive der Kinder ganz ohne tierische Produkte leben zu lassen, sollte darauf achten, dass die Ernährung möglichst ausgewogen ausfällt. Nur so können Mangelerscheinungen, die die Gesundheit von Heranwachsenden negativ beeinträchtigen können, vermieden werden. Im Idealfall werden die Blutwerte der Kleinen regelmäßig von einem Arzt kontrolliert, um eine Fehlversorgung auszuschließen. Vegan lebende Eltern sollten aber auch beachten, dass eine derart strikte Ernährungsweise auch im sozialen Umfeld für Schwierigkeiten sorgen kann. Im Kindergarten, in der Schule, bei Freunden oder bei den Großeltern werden oftmals auch nicht-vegane Speisen angeboten, was für die Kinder meist ein geringeres Problem darstellt als für die Eltern.



Sind die Kinder bereits in einem Alter, in dem sie selbst entscheiden können, was sie essen und wie sie sich ernähren möchten, sollten Eltern sie in derartige Themen mit einbeziehen und im Zweifelsfall auch akzeptieren, wenn der Nachwuchs sich gegen die vegane Lebensweise ausspricht. Ein „richtig“ oder „falsch“ gibt es in diesem Zusammenhang nicht. Die Gesundheit der ganzen Familie sollte aber bei allen Entscheidungen im Vordergrund stehen.