Demente Menschen leben je nach dem Stadium ihrer Erkrankung in mehreren Welten. Sie erkennen bewusst oder unbewusst, dass sich ihr Wissen allmählich  in Luft auflöst.

„Wissen ist Macht“, heißt ein bekanntes Sprichwort. Alte Menschen werden in der Literatur, in der Kunst und der Gesellschaft mit Weisheit und einem großen Erfahrungsschatz in Verbindung gebracht. Wenn diese Attribute langsam aber sicher schwinden und der Betroffene seinen reichen Wissens- und Erfahrungsschatz verliert, dann reagiert er mit Wut, Ärger und Aggression. Diese Wutzustände äußern sich unkontrolliert und sind nicht unbedingt zu steuern. Tragischerweise richten sich diese Gefühlsausbrüche meist gegen die Menschen, die dem Betroffenen am nächsten stehen.

Wechselweise mit der Wut kommt die Angst, große Angst, die den Betroffenen durchaus in Depressionen stürzen kann.

Als Angehöriger verstehen wir meist nicht die Zusammenhänge und gehen ganz oft von uns aus. „Das kann doch nicht sein, dass du das nicht mehr weisst.“ „Man kann sich doch nicht so gehen lassen.“ „Das gehört sich nicht.“

Die Liste der Vorwürfe, die wir dem dementiell Erkrankten gegenüber direkt oder auch unausgesprochen machen ist lange um nicht zu sagen unendlich.

Das erschwert langfristig die Kommunikation miteinander.

Der dementiell Erkrankte braucht Verständnis, viel Liebe und das Gefühl der Geborgenheit. Er muss wissen, dass es Menschen in seiner Umgebung gibt, die seine nachlassende Gedächtnisleistung nachhaltig kompensieren. Das gibt ihm Zuversicht und Kraft. Dazu gibt es viele Methoden und Material, das dem Betreuten über viele Jahre einen Teil seiner schwindenden Orientierung ersetzt, ähnlich wie die Lesebrille ein wichtiges Hilfsmittel gegen die schwindende Sehkraft ist.

Im fortgeschrittenen Stadium der Demenz fühlt sich der Betroffene vollkommen alleine, auch wenn er sich in Gesellschaft befindet. Über herkömmliche Kommunikationsmittel kann man keinen Kontakt mehr zu ihm aufbauen. So lebt der Betroffene in großer Einsamkeit und Reizarmut, vergleichbar mit der Einzelhaft, die ja bekanntlich als Foltermethode verpönt ist. Das ist wiederum der Hintergrund für die Aggressionen und Unruhezustände und den übergroßen Bewegungsdrang, der der Umgebung des dementiell Erkrankten den letzten Nerv raubt. So ist es unsere Pflicht, Methoden zu finden, die diese Kluft zwischen dem Betroffenen und der Außenwelt überwinden!

Eine probate Methode ist die Montessoripädagogik für Senioren, die in der Methode NonnaAnna ihren Niederschlag findet. Durch das besondere Material wird die Kommunikationsschranke zwischen der Demenzwelt und der herkömmlichen Welt aufgehoben. Der dementiell Erkrankte spürt wieder Anregungen und Impulse und wird aus seiner Isolationshaft befreit. Das schenkt ihm eine tiefe Befriedigung, die mit einer Beruhigung seines Allgemeinzustandes einhergeht. Er strahlt Zufriedenheit aus, die Unruhezustände und die Aggressionsausbrüche lassen allmählich nach. Das wirkt sich automatisch auf die Befindlichkeit der Angehörigen aus. Auch sie können locker lassen und zur Ruhe kommen.

So ist die Arbeit mit dem NonnaAnna Material die Basis gegeben, dass vor allem die Betreuer und Angehörigen wieder Ruhe finden. Das Leben als Betreuer, Pfleger und Angehöriger erhält wieder Lebensqualität und vor allem Normalität. Ich bin wieder in der Lage meiner Arbeit und meinen Pflichten nachzukommen. Das Gefühl des Ausgebranntseins lässt nach. ALLEN ist geholfen!

Bildnachweis: fotolia - libzia