Zeitmanagement

Erfahren Sie, wie Sie sich stärker auf das Wesentliche konzentrieren können, um produktiver und auch unter Druck gelassener arbeiten zu arbeiten.

Wer Beruf und Familie vereinbart, hat immer und ständig eine Menge im Kopf: Eine Flut von Emails, die auf Antwort warten. Ein Terminkalender, der Sie schon beim Anblick schwindelig werden lässt. Meetings, die anstehen und für die Sie sich auch noch vorbereiten müssen. Zwischendurch kreuzen Ihre Gedanken um Veränderungen und Unsicherheiten in Ihrer Firma Ihre Gedankengänge. Wichtige Entscheidungen, die zu treffen sind. Die Kinder, die heute unbedingt pünktlich vom Kindergarten abgeholt werden müssen. Weil Sie es versprochen haben. Abnehmen wollten Sie eigentlich auch, jetzt, wo der Frühling da ist, aber zum Fitnessstudio reicht die Zeit schon gar nicht mehr. Und so weiter und so fort. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, haben Sie genau den richtigen Artikel gefunden. 

Die Gehirnforschung hat erstaunliche Dinge festgestellt, mit deren Hilfe Sie besser verstehen, wie Sie ticken und wie sich Ihre Aufgaben effizienter anpacken lassen. Und um Ihr Gehirn nicht noch mehr zu überfordern, verpacke ich dies in eine Geschichte. Denn das liebt unser Gehirn.

Ihr Theater – Ihre Bühne

Stellen Sie sich Ihre Aufgaben als ein großes Schauspiel vor, welches es zu organisieren gilt. Das Ganze findet auf einer Bühne statt, welches Ihr Gehirn repräsentiert. Und Sie sind der Regisseur des ganzen Theaters. Allein diese Vorstellung lässt einen doch schon lächeln, oder? Sie sind der Herr/ die Frau im Haus.

Titel der Aufführung

So, nun zu den einzelnen Akteuren, den Schauspielern, die da so im Laufe eines Tages über die Bühne hüpfen. Das sind Ihre Gedanken, die Sie so im Kopf haben (siehe Einleitung). Schon hier wird klar, dass nicht alle auf der Bühne agierende Schauspieler auch in das Stück gehören, das im Moment gespielt werden soll. Schauen Sie mal genau hin, was da gerade läuft?

Welches Ensemble

Manche Schauspieler stammen aus Ihrem eigenen Ensemble, das sind Gedanken, Erfahrungen und Informationen Ihrer Innenwelt. Und dann gibt es Schauspieler, die kommen von außen. Sie stellen neue Informationen und Außenreize dar. Alle Schauspieler auf der Bühne vergleichen sich miteinander, sie stellen Beziehungen zueinander her und agieren auch mit dem anwesenden Publikum. Denn auch dort sitzen viele, die mitmischen. Schauspieler, die schon in einem früheren Stück mitgespielt haben und zurzeit keine aktive Rolle besetzen, sitzen vielleicht ganz hinten im Zuschauerraum. Wie alte Erinnerungen, die ein wenig „verschütt“ gegangen sind. Da fällt es schon mal schwer, sie zu sehen und wieder hervorzuholen, wenn man sie braucht.  Die Komödianten unter den Schauspieler drängen sich gerne auf die Bühne und machen Faxen, lenken ab. Denn Sie versuchen eigentlich gerade ein sehr ernstes Stück aufzuführen (weil Sie vielleicht gerade in einer Besprechung sind, sich aber nicht richtig konzentrieren können, eben wegen der Komödianten?).

Der Regisseur

Hier als Regisseur das letzte Wort zu haben und die, die nicht auf die Bühne gehören, ins Publikum zu setzen, ist eine anstrengende Aufgabe.  Aber sich hier durchzusetzen, ist der erste Schritt, um das Theater überschaubar zu halten. Wer, wenn nicht Sie als Regisseur weiß denn sonst, was gespielt wird?

Da diese Aufgabe der Rollenverteilung eine (für das Gehirn) kraftzehrende ist (ähnlich dem Treffen von Entscheidungen), sollte man die Einteilung in Form von Prioritäten gleich zu Beginn eines Tages erledigen. Und am Besten schreiben Sie sich auf, was wann ansteht. So haben Sie es aus dem Kopf, es kostet Ihr Gehirn keine Energie mehr, sich darum zu kümmern. Und jeder Schauspieler weiß, wann sein Einsatz ist.

Spielplan

Je mehr Stücke auf Ihrem Spielplan stehen, umso wichtiger ist die exakte Planung. Ohne einen festen Zeitplan kommen Sie nicht aus. Spielpausen, die ebenfalls mit eingeplant werden müssen, gehören auch dazu. Hier kommen Sie sicherlich ohne Plan aus, denn ALLES zu planen, wäre verplant.

Neuinszenierung

Ein Stück neu zu inszenieren, ist eine besonders schwere Aufgabe. Sie erfordert Energie, Kreativität und Zeit. Menschen fällt es grundsätzlich schwerer, sich etwas Neues vorzustellen, was sie noch nie gesehen haben. So erklärt sich, dass das Nachdenken über Probleme uns eher liegt als das Finden von Lösungen. Jetzt, wo Sie das wissen, können Sie all Ihre Kraft bündeln, um neue Wege zu finden.

Gelingt es Ihnen hier, sich Neues vorzustellen und mit Erlebtem zu verbinden, indem Sie die schon einmal erlebten positiven Emotionen mit Ihren Zielen verknüpfen, haben Sie den besten Quell zur Motivation gefunden. Über Bilder aus der Vergangenheit schaffen Sie Bilder für die Zukunft. Das ist das Gehirn gewohnt und so funktioniert es am besten.

Ihre Regieanweisungen

Manchmal gibt es auch Schauspieler, die man nicht sieht, wohl aber hören kann. Weil sie immer mal wieder dazwischen rufen. Die auf der Bühne sitzen, im dunklen, nicht ausgeleuchteten Teil. Das kann ebenfalls zu Störungen führen, wenn man nicht weiß, woher die Zwischenrufe kommen. Also lenkt man den Scheinwerfer einmal gezielt auf diese Gestalten. Manchmal verschwinden Sie von alleine, weil sie entdeckt wurden. Vielleicht gehören sie auch gar nicht in Ihr Theater, sondern auf eine andere Bühne? Manchmal hilft es, Ihnen kurz zuzuhören. Vielleicht lassen sie sich überreden, zu einem besseren Zeitpunkt gehört zu werden. Sind zufrieden, wenn man sie wenigstens schon einmal wahrgenommen hat. Sie kann man liebevoll an die Hand nehmen und ins Publikum setzen.

Souffleuse

Als Regisseur haben Sie wichtige Aufgaben. Hat einer der Akteure den Text vergessen, setzen Sie auf Ihre Souffleuse. Sie müssen delegieren, wenn das Stück erfolgreich sein soll. Wie wäre es also, das nächste Mal Kollegen mit einzubinden, als sich Aufgabe anzueignen, die nicht zu Ihrer Priorität gehören?

Regisseure sind auch schon einmal recht lautstark, wenn es um klare Anweisungen geht. Auch für Sie kann es mitunter sehr hilfreich sein, Ihre Aufgaben laut auszusprechen. Mit dem PC zu reden.  Auch das hilft Ihnen, sich besser auf die Aufgabe zu konzentrieren. Das ist nicht gaga, sondern brain-smart!

Pause

Ihre Scheinwerfer haben nur eine begrenzte Kapazität, dann sind sie heiß gelaufen und müssen abkühlen. Das ist die richtige Zeit für Pausen oder Routinearbeiten. Sonst ist wenig Energie für die nächste Premiere da. Planen Sie Ihre Aufführungen über den Tag entsprechend in diesem Bewusstsein. Nicht immer ist es sinnvoll, alle Dramen (unliebsame Aufgaben) am Stück abzuhandeln.

Die begrenzten Kapazitäten Ihrer Schauspieler (Ihres Gehirns) zu akzeptieren ist sinnvoller, als sie zu bekämpfen.

Schlussszene – Ihr Applaus

Alle Schauspieler haben zum richtigen Zeitpunkt ihren Einsatz gehabt und den Text gekonnt? Bravo. Der Applaus gehört Ihnen. Was wäre ein gelungenes Theaterstück ohne Applaus?

Es ist die Belohnung, die Sie sich verdient haben. Hören Sie genau hin. So wie tosender Beifall ein wunderbares Gefühl erzeugt, so wichtig ist es auch bei der Arbeit, sich zu belohnen. Diese Emotionen sorgen im Gehirn für mehr Motivation zum Weitermachen. Daher kann man sich gar nicht genug loben.

Und als Regisseur und Schauspieler gehört es auch dazu, sich vor dem Publikum zu verneigen und sich bei dem Ensemble zu bedanken. Für die gute Teamarbeit.

Der Vorhang fällt

Jeder Schauspieler nutzt die Zeit bis zur nächsten Aufführung, um sich zu erholen. Sie sollten also unbedingt wissen, wann das Stück zu Ende ist. Die Spielpausen als Mitarbeiter also unbedingt einhalten.

Sie sehen: Unser Gehirn ist zwar sehr leistungsstark. Doch zwingt man es dazu, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, kann selbst das Gehirn eines Nobelpreisträgers manchmal den Stand eines Kindergartenkindes annehmen. Denn Multitasking  ist praktisch gar nicht möglich. Durch brain-smarte (gehirngerechte) Methoden lassen sich komplexe Aufgaben besser lösen. Mithilfe von bildhafter Darstellung geht es leichter. Also, welches Stück wird demnächst in Ihrem Theater gespielt?

Vita
Barbara Waldner ist Coach und Beraterin. Sie ist davon überzeugt: "Wer als Unternehmen für diese Zukunft gut gerüstet sein möchte, kommt nicht umhin, diese Themen zur Chefsache zu erklären.. Familienfreundliche Firmenprojekte sind schnell gefunden und umgesetzt. Doch vor einer erfolgreichen Umsetzung steht das Umdenken. Nur, wer familienbewusstes Verhalten im Unternehmen vorlebt, ist Spiegelbild einer modernen Unternehmenskultur. Und am Ende gewinnen alle."