Selbstbewusstsein für Frauen

„Frauen sind großartig. Nur fühlen viele sich nicht so.“ Steffen Kirchner Experte für alltagspsychologische Fragen unterstützt Frauen dabei, ihr Selbstbewusstsein wiederzufinden.

Frauen fühlen sich für Vieles zuständig, für die Familie, den Haushalt und im Job müssen sie auch funktionieren. Aber nichts machen sie gut genug. So zumindest lautet oft die eigene Einschätzung. Während Männer sich häufig überschätzen, verkaufen Frauen sich eher unter Wert. "Ich müsste mehr an mich glauben", "ich kann einfach nicht Nein sagen", oder "ich würde gerne, aber ich traue mich nicht", solche Sätze hört Kirchner seit Jahren. Dabei stecke in Frauen so viel Stärke, Leidenschaft und Kompetenz. Deshalb werde es Zeit, dass sie lernen, diese Potenziale nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst zu nutzen und zu voller Größe aufzublühen. „Jetzt bist Du mal dran“, ist der Slogan Kirchners, mit dem er seine Veranstaltung „Power sucht Frau“ untertitelt, die im Oktober zweimal in Deutschland stattfindet.

„Ich weiß“, sagt Kirchner, „dass in jeder Frau eine Powerfrau steckt.“ Doch die Kraft und Potenziale wollen gefunden und gelebt werden. Frauen bräuchten nur zu lernen, sie für sich zu nutzen für die eigenen Erwartunge und Ziele. Klingt einfach und ist es auch. Manchmal bedarf es nämlich lediglich eines kleinen Denkanstoßes. Man muss in sich hineinhorchen und an seine Bedürfnisse und Ziele denken. Für Kirchner sind dies nicht einfach nur werbewirksame Floskeln. Er selbst war in seinen Anfängen oft genug von Selbstzweifeln geplagt, hat sich mit anderen verglichen, statt sich auf sich zu fokussieren.

Auch Frauen vergleichen sich nur allzuoft mit anderen. Sie tun das mehr oder weniger unbewusst. Und auch, weil sie mit sich oft nicht zufrieden sind. Besser ist es jedoch, sich auf sich zu konzentrieren und sich zu fragen: „Was mache ich bisher gut? Was wäre das Optimum? Und was mache ich noch nicht gut und wie gut könnte ich das maximal machen?“ Kirchner selbst fragt sich dies oft nach einem arbeitsreichen Tag oder einer Woche. „Wer sich mit anderen vergleicht, ist auf einem sicheren Weg, dauerhaft unglücklich zu werden – unzufrieden mit sich und seinem Leben“, sagt Kirchner. Viel besser sei es, zu versuchen sich selbst zu überbieten statt die anderen. Nur so kann jeder sein volles Potenzial ausschöpfen.

Eines zunächst vorneweg: Man sieht andere nie so, wie sie wirklich sind. „Wir glauben sie so zu sehen, dabei hadert jeder mit sich, jeder kämpft jeden Tag ein Stück weit mit sich selbst“, so Kirchner. Das bleibt dem Beobachter von außen jedoch verborgen. Bei anderen sehen wir mit unserer selektiven Wahrnehmung nur, was sie besonders gut können, vor allem, wenn wir es selbst gerne können würden. Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass wir nicht andere bewundern dürfen. Das dürfen wir. Nur sollten wir nicht denken, sie seien besser oder wertvoller als wir.

Gerade erfolgreichen Menschen unterstellen wir oft, dass sie besonders stark sind, alles schaffen und toll aussehen. Kirchner, der mit vielen Profisportlern und Prominenten gearbeitet hat, konnte hinter deren Fassade schauen und feststellen, dass es dort oft viel chaotischer aussieht als bei den meisten von uns.

Erfolgreich darin zu sein, seine eigenen Stärken zu erkennen und sein eigenes Potenzial liegt darin, sich regelmäßig Fragen zu stellen. Habe ich heute etwas dazugelernt oder bin ich besser geworden? Diese Fragen stellt sich Kirchner nahezu täglich. Muss man sie mit Nein beantworten, weiß man, das man etwas anders machen muss. Aber woran kann ich messen, dass ob ich etwas dazu gelernt habe? Eine Frage, die jeder nur für sich selbst beantworten kann. Es sind oft die kleinen Dinge, denen wir vielleicht kaum Beachtung schenken, die uns doch irgendwie bereichern. Wollen wir beruflich weiterkommen hilft es, Kurse zu belegen, Bücher zu lesen oder sich mit anderen zu vernetzen, die das können, was man auch können will. Wichtig ist die Auseinandersetzung mit sich selbst. Jeder kann etwas besonders gut, dann wieder gibt es Dinge, die gelingen weniger gut. Möchten wir daran festhalten oder sie verändern? Wenn wir uns möglichst viele Fragen stellen, die uns an unser Ziel bringen. Und natürlich sollten wir sie auch beantworten und in die Tat umsetzen. Dies muss nicht von heute auf morgen geschehen. Ein Plan ist hilfreich bei der Zielverwirklichung und die setzt jeder individuell fest.