Elternzeit

Die Vorfreude auf das eigene Baby ist meistens groß. Doch für viele kommen mit der Freude auch 1000 Fragen auf. Eine der wichtigsten für Berufstätige ist die Frage nach der Elternzeit.

Beantragen der Elternzeit

Grundsätzlich müssen Sie Ihrem Arbeitgeber spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit mitteilen, ob Sie Elternzeit nehmen werden und wie Sie die Elternzeit gestalten wollen. Im Extremfall kann das bedeuten, dass Sie Ihren Arbeitgeber erst eine Woche nach der Geburt Ihres Kindes, bei Mehrlingen 5 Wochen danach, darüber informieren, dass Sie nach dem Mutterschutz in Elternzeit zu gehen.

Sie sind verpflichtet sich in der Mitteilung an den Arbeitgeber für die ersten zwei Jahre Elternzeit festzulegen. Mit Zustimmung des Chefs können Sie bis zu zwölf Monate auf die Zeit bis zum achten Geburtstag des Kindes übertragen. Dies kann in der Zeit der Einschulung hilfreich sein oder auch dann, wenn Sie einen längeren Auslandsaufenthalt ins Auge fassen. Wechseln Sie aber in der Zeit bis zum achten Geburtstag Ihres Kindes die Arbeitsstelle, ist der neue Arbeitgeber nicht an die Zusage Ihres alten Chefs gebunden.

Arbeiten während der Elternzeit

Wollen Sie während der Elternzeit Teilzeit arbeiten, sollen Sie dies in Ihrer Mitteilung gleich mit beantragen. Wenn Sie Elterngeld beziehen wollen, können Sie maximal 30 Stunden pro Woche arbeiten. Laut Gesetz haben Sie in Unternehmen mit mehr als 15 Beschäftigten auch einen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit.

In den meisten Fällen ist es empfehlenswert, frühzeitig mit dem Arbeitgeber zu sprechen. Gehen Sie daher mit Ihren Vorgesetzten ins Gespräch, sobald Sie konkrete Vorstellungen haben.

Lösungen nicht Probleme präsentieren

Je eher Ihr Arbeitgeber weiß, wann und wie viel Sie arbeiten wollen, desto wahrscheinlicher finden Ihre Belange Berücksichtigung. Zeigen Sie, dass Sie sich Gedanken darüber machen, wie Ihre Aufgaben auch dann erledigt werden können, wenn Sie Teilzeit arbeiten. Legen Sie konkrete Pläne vor, wie Arbeitsabläufe umstrukturiert und welche Aufgaben delegiert werden können. Und bereiten Sie Ihre Übergabe gut vor. Ihr Mitdenken und Ihr Engagement wird positiv bewertet werden!

Kontakt halten

Planen Sie, sich ganz Ihrem Kind zu widmen, ist Ihnen aber Ihre Arbeit beziehungsweise Ihre Karriere auch wichtig, sollten Sie während der Elternzeit gute Kontaktpflege betreiben. Leider ist es noch immer so, dass längere Unterbrechungen dazu führen, dass viele Karrieren dadurch unverhältnismäßig beeinträchtigt werden. Wollen Sie dies verhindern, ist Präsenz extrem wichtig! Melden Sie sich regelmäßig bei Ihren Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen. Zeigen Sie Interesse am Stand der Dinge im Betrieb.

Rückkehr nach der Elternzeit

Sie haben nach der Rückkehr aus der Elternzeit Anspruch auf einen Arbeitsplatz bei Ihrem Arbeitgeber. So weit, so gut. Aber Vorsicht: Ihr Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, Sie an Ihrem alten Arbeitsplatz einsetzen. Er muss Ihnen lediglich eine vergleichbare Aufgabe geben. Ist Ihnen aber daran gelegen, auf Ihre alte Position zurück zu kehren, sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber vor der Elternzeit ins Gespräch gehen und gemeinsam ausarbeiten, unter welchen Voraussetzungen Ihnen dies zugesichert werden kann.

Sonderfall: Adoptiveltern

Selbstverständlich haben auch Eltern, die ein Kind adoptieren, einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit. Als Adoptiveltern haben Sie das Recht, ab dem Tag, an dem Ihr Kind zu Ihnen kommt, Elternzeit zu nehmen. In der Regel sind Sie nicht an die Pflicht gebunden, spätestens sieben Wochen vor Antritt der Elternzeit, dem Arbeitgeber Ihre Absichten mitzuteilen. In besonderen Fällen ist eine kürzere Frist möglich, denn die meisten Adoptiveltern werden oftmals sehr kurzfristig vom zuständigen Jugendamt darüber informiert, dass Sie ein Kind bekommen. Manchmal von einem Tag auf den nächsten.

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