Isolde Mischke-Flach ist selbstständige Versicherungs- und Finanzmaklerin. Gemeinsam mit Amanda Davies leite sie die D&M Frankfurter Finanzexpertinnen GmbH.

Muss man sein Versicherungspaket wirklich jährlich überprüfen?

Ja und dafür gibt es zwei gute Gründe. Zum einen kann sich auf Seiten des Versicherungsnehmers die Lebenssituation geändert haben - zum Beispiel durch eine Heirat oder den Schritt in die Selbständigkeit. Zum anderen entwickeln die Versicherungsanbieter ihre Produkte immer weiter oder bieten komplett neue Produkte an. Ein besseres Produkt bedeutet dann nicht unbedingt einen höheren Beitrag! Besonders interessant ist für den Versicherungsnehmer die diesjährige Reform des Versicherungsvertragsgesetzes. Es wurde einiges zugunsten des Versicherungsnehmers geändert. So können Versicherungskunden beispielsweise länger laufende Verträge jetzt bereits nach drei Jahren kündigen. Bisher war dies erst zum Ende des fünften Jahres möglich. Selbstverständlich gibt es aber auch Produkte, die normalerweise nicht angetastet werden sollten. Dazu zählen die Lebens- und Rentenversicherungen.

Wie erkennt man, ob ein Versicherungsprodukt zu teuer ist?

Auf den ersten Blick gar nicht. Hierfür bedarf es der Unterstützung durch einen kompetenten Berater, der oder die in der Lage ist, den komplexen Markt zu überblicken. Zwar kann es sinnvoll sein, sich vorab zu informieren, beispielsweise bei Stiftung Warentest, dies sollte aber nicht die individuelle Beratung ersetzen. Denn „teuer“ ist relativ. Es kommt immer sehr auf die einzelne Person und ihre Bedürfnisse an. Nehmen Sie zum Beispiel die Hausratversicherung. Auf den ersten Blick sieht dieses Produkt bei jeder Versicherung gleich aus. Es sind aber die kleinen Unterschiede, die häufig viel ausmachen. Ich persönlich empfehle zum Beispiel den Einschluss der „groben Fahrlässigkeit“. Das heißt, dass der Versicherer auch dann bezahlt, wenn grob fahrlässig gehandelt wurde. Und grob fahrlässig handeln Sie schon, wenn Sie die Waschmaschine morgens einschalten und dann zur Arbeit gehen.

Welche neuen Versicherungsprodukte gibt es?

Für Selbständige gibt es neuerdings die Umweltschadenversicherung. Seit Inkrafttreten des Umweltschadensgesetzes am 14.11.2007 müssen diejenigen, die für einen Umweltschaden verantwortlich sind, für diesen Schaden einen Ausgleich schaffen. Das kann soweit führen, dass der Verantwortliche dafür Sorge tragen muss, dass zum Beispiel die geschützte Tierart wieder angesiedelt oder ein ökologischer Ausgleich geschaffen wird. Maßnahmen, die schnell einige Zehntausend Euro kosten können. Für Selbständige und Mittelständler ist das in der Regel untragbar. Neue Produkte gibt es eher selten. Vielmehr verbessern die Versicherungsanbieter ihre Produkte. Beispielsweise ist bei Haftpflichtversicherungen jetzt die Klausel „Verzicht auf die Prüfung der Aufsichtspflicht“ bei vielen Neuverträgen enthalten. Dann interessant, wenn Kinder mitversichert sind.