Zum 1. Januar 2015 ist das 1. Pflegestärkungsgesetz in Kraft getreten und damit beginnt eine neue Ära für Pflegebedürftige und deren Angehörige.

Das ändert sich in der Pflege ab dem ersten Januar

Alle damit verbundenen Änderungen hier im Überblick.

2,4 Milliarden für bessere Pflegeleistungen

Zum Jahresbeginn wird der Beitrag zur Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte teurer. So werden künftig pro Jahr 2,4 Milliarden Euro mehr in den Kassen sein, die den rund 2,6 Millionen Pflegebedürftigen und deren Angehörigen in Deutschland in Form von verschiedenen Leistungsverbesserungen zu Gute kommen sollen.

Mehr Geld für die häusliche Pflege

Gute Nachrichten für alle, die mit der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu kämpfen haben: 1,4 Milliarden davon sollen in die Erleichterung der häuslichen Pflege investiert werden. So können Angehörige, die sich selbst um die Pflegebedürftigen kümmern, und dafür dessen Wohnung altersgerechter machen wollen, ab Januar pro Maßnahme Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro statt bisher 2.557 Euro erhalten. Für Pflegehilfsmittel wie Einmalhandschuhe oder Mundschutz soll es möglich werden, künftig 40 statt 31 Euro Zuschuss zu erhalten.

Sechs Wochen Verschnaufpause jährlich

Pflegende Angehörige, die selbst krank werden oder einfach mal eine Auszeit brauchen, können sich künftig eine Verschnaufpause von bis zu sechs anstatt vier Wochen gönnen. Für die Finanzierung einer Vertretung, also die Nutzung der sogenannten Verhinderungspflege, stehen ab 2015 bis zu 2.416 Euro anstatt 1.550 Euro pro Jahr zur Verfügung. Die Verhinderungspflege soll künftig auf den Anspruch auf Kurzzeitpflege angerechnet werden. Diese wird ebenfalls ausgebaut.

Ausbau der Kurzzeitpflege

Muss ein Angehöriger beispielsweise nach einem Krankenhausaufenthalt kurzzeitig noch betreut werden, ist dies bald für bis zu acht statt für vier Wochen möglich, was mit bis zu 3.224 Euro statt 3.100 Euro von der Pflegekasse unterstützt wird.

Höhere Leistungen für die stationäre Pflege

Eine weitere finanzielle Entlastung soll durch eine Anhebung der Leistungen bezüglich der teilstationären Tages- und Nachtpflege gewährt werden. Wer ambulante Sachleistungen und/oder Pflegegeld bekommt, kann künftig zusätzlich Tages- und Nachtpflege ohne Anrechnung voll in Anspruch nehmen. Bisher wurde beides wie bisher zum Teil miteinander verrechnet.

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