Kosten ambulanter Pflege

Die Berechnung der Kosten für die Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst hängt von zwei Faktoren ab:

der Bewertung der Pflege anhand eines Leistungskatalogs, der von jedem Bundesland einheitlich festgeschrieben wird, und der Gegenwert der Leistungen in Euro, den jeder Pflegedienst individuell mit der zuständigen Pflegekasse aushandelt. Insofern variieren die Kosten für die Angehörigen je nach Bundesland und Pflegeanbieter. Ist für die bzw. den Pflegebedürftige/n eine Pflegstufe anerkannt, erhalten die Angehörigen durch die zuständige Pflegekasse einen Zuschuss für Pflegesachleistungen, der je nach Pflegestufe variiert. Erbringen die Angehörigen selbst einen Teil der Pflegeleistungen, können sie bei der Pflegekasse Pflegegeld beantragen. Das Pflegegeld ist immer eine geringere Geldleistung als die Pflegsachleistung, da hier vom Prinzip der Nächstenliebe ausgegangen wird (AZ: 1 BvR 1133/12 – Beschluss vom 26.04.2014).

Zwei Berechnungsbeispiele:

   Fallbeispiel 1: keine Pflegestufe
Herr H. braucht nach längerem Krankenhausaufenthalt für die Dauer von 4 Wochen:
- täglich Hilfe beim An- und Ausziehen der Kompressionsstrümpfe
- 3 x wöchentlich Müll entsorgen
- 1 x wöchentlich Hilfe beim Duschen
 Fallbeispiel 1: Pflegestufe I
Frau L. ist nach einem leichten Schlaganfall eingeschränkt mobil aber trotzdem noch überwiegend selbstständig. Sie lebt allein in der Wohnung und benötigt täglich Hilfe durch den Pflegedienst. Eine Putzhilfe erledigt die Einkäufe.
- täglich Hilfe beim Aufstehen, 4 x wöchentlich kleine u. 3 x wöchentlich große Morgentoilette, tägl. abends Hilfe beim Toilettengang mit Teilwäsche
- 7 x wöchentlich Zubereitung einer Mahlzeit morgens und abends
Berechnung der Kosten*   Kosten 666,00 Euro  750,60 Euro
 Zuschuss durch Pflegekasse  0,00 Euro  450,00 Euro
 Eigenanteil  666,00 Eur  300,60 Euro

* Die zugrunde gelegten Eurowerte sind Durchschnittswerte für das Bundesland Hamburg. weitere Fallbeispiele siehe www.pflegering.de

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