Sie haben eine neue Stelle und möchten diese schnellstmöglich antreten? Was Sie bei einem Aufhebungsvertrag beachten sollten, erklärt die Arbeitsrechlerin Dr. Sandra Flämig.

Jobwechsel ohne Ärger

Hat der Arbeitnehmer noch keine neue Stelle, so sind die Kündigungsfristen zu beachten.

Wichtig: Im Gegensatz zum Arbeitsvertrag muss der Aufhebungsvertrag schriftlich geschlossen werden, denn nach § 623 BGB ist für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses die Schriftform zwingend vorgeschrieben. Mit dem Aufhebungsvertrag kann alles geregelt werden, was zur Beendigung eines Jobs notwendig ist. Er sorgt für einen reinen Tisch und kann Streitigkeiten verhindern. Daher sollte man sich als Arbeitnehmer auch Gedanken dazu machen, ob noch Urlaubsansprüche oder Überstunden abzugelten sind, wie das Zeugnis gestaltet werden soll, ob eine Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld vermieden werden kann, ob eine Abfindung lieber in mehr bezahlte Zeit umgewandelt werden kann (Freistellung bei Fortzahlung der Vergütung), ob eine Outplacement-Beratung vom Arbeitgeber bezahlt wird, wie die betriebliche Altersversorgung geregelt wird und Ähnliches.

Bietet der Arbeitgeber von sich aus einen Aufhebungsvertrag an, ist das nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen. Als Arbeitnehmer sollte man Zeit für eine anwaltliche Prüfung erbitten und gleich ankündigen, dass der Anwalt aufgrund seiner Fachkompetenz die Verhandlungen führen wird. Vor den Verhandlungen sollte man sich darüber klar werden, was das eigene Minimal- und Maximal-Ziel ist und sich in die Sicht des Arbeitgebers versetzen. Gemeinsam mit dem eigenen Anwalt, dem Arbeitgeber und dessen Anwalt wird sich eine saubere Lösung für den Aufhebungsvertrag finden lassen.

 Bildnachweis: fotolia - Jürgen Hüls

Vita
Da arbeitsrechtliche Probleme Arbeitnehmer meist auch emotional belasten, geht Fachanwältin für Arbeitsrecht Sandra Flämig berufliche Konflikte interdisziplinär an. Ziel in solchen Rechtsfällen ist es, Probleme auf rechtlicher und persönlicher Ebene zu lösen.
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