Erholung nach Feierabend

Gestalten Sie den freien Abend so, dass Sie am nächsten Morgen gelassen und positiv gestimmt in den neuen Tag starten.

Was heißt Erholung?

Erholung tritt dann ein, wenn man keine den Arbeitsanforderungen ähnlichen Pflichten ausgesetzt ist. Das heißt: Keine Pflichten mehr am freien Abend erfüllen. Fernsehen schauen und währenddessen die frisch gewaschene Unterwäsche zusammenlegen hat also keinen großen Erholungseffekt, da der Haushalt Teil der Arbeitsanforderungen berufstätiger Eltern ist.

Räumliche Trennung

Psychologische Loslösung von der Arbeit bedeutet nicht nur, keine Pflichten mehr zu erfüllen, sondern auch dem Arbeitsplatz örtlich gesehen fern zu sein und sich gedanklich von der Arbeit zu lösen. Eltern mit Home-Office sollten nicht auf der Couch sitzend arbeiten. Nach Feierabend gilt es, nichts wie weg vom Schreibtisch und Arbeitsplatz. Trennen Sie Arbeits- und Entspannungsplatz örtlich voneinander.

Konzentration schafft Ablenkung

Die Tätigkeit am Feierabend sollte verhindern, dass die Gedanken ständig wieder zur Arbeit, unerledigten Haushaltsaufgaben oder den Kindern schweifen. Das ist am besten gewährleistet, wenn man sich konzentrieren muss: Also ran an die Kreuzworträtsel, Sudokus, Quizshows, Gesellschaftsspiele, Kneipengänge, Kinobesuche oder ein hochspannendes Buch und schnell weg mit der eigentlich langweiligen TV-Show, die eben das spannendste war, was das Fernsehprogramm hergegeben hat.

Runterkommen

Entspannung heißt, Herzrate, Muskelspannung und andere Indikatoren für körperliche Aktivierung senken. Das kann durch Entspannungsübungen oder im Yoga-Kurs passieren, während eines Spaziergangs in der Natur oder beim Musik hören.

Erfolgserlebnisse

Etwas Meistern – das ist ein gutes Gefühl und kann sich einstellen, wenn man zum Beispiel ein neues Hobby pflegt wie Stricken oder Basteln, beim Sport Leistungen erbringt oder im Rahmen eines Ehrenamts sammelt.

Erholsam schlafen

Und zu guter Letzt ein Punkt, der eigentlich keine weitere Erklärung erfordert: Gute Schlafqualität. Hat ein Kollege heute einen Kommentar losgelassen, der verletzend war? Immer noch keine Idee, wie der Chef am besten zu der dringend nötigen Gehaltserhöhung überredet werden kann? Auch wenn fünf Sudokus erfolgreich zum Abschalten geführt haben - spätestens, wenn man im Bett liegt, geht das Kopfzerbrechen wieder los. Besprechen Sie daher solche Probleme lieber vor dem Schafengehen mit dem Partner oder einem Freund oder rufen Sie den besagten Kollegen noch schnell an, nachdem die Kinder im Bett sind.


Morgens entspannt und gut gelaunt aufwachen – was sagt die Forschung dazu?

Die Arbeitspsychologin Sabine Sonnentag hat mit zwei Kollegen 166 berufstätige Deutsche und Schweizer eine Woche lang zu ihren Beschäftigungen abends und ihrem Gemütszustand morgens befragt. Das brachte Folgendes zum Vorschein:

- Entspannung am Abend hat Gelassenheit am Morgen, jedoch keine positive Stimmung zur Folge.

- Für die Erfahrung an seinem freien Abend etwas gemeistert zu haben verhält es sich umgekehrt: Es resultiert positive Stimmung am Morgen, jedoch keine Gelassenheit. Das führen die Forscher darauf zurück, dass Entspannung Energie bringt, wohingegen etwas zu Meistern Energie fordert. Letzteres ist also etwas, dass man nicht jeden Abend machen sollte, um genügend Energie für die Kinder, den Job und den Haushalt übrig zu haben.

- Sich psychologisch von der Arbeit zu lösen ist dagegen uneingeschränkt zu empfehlen. Findet dies abends nicht statt, warten am nächsten Morgen sowohl schlechte Laune, als auch Müdigkeit, so die Studienergebnisse.

- Den größten Effekt auf Stimmung und Energie am nächsten Morgen hat nachweislich die Schlafqualität. Guter Schlaf bringt eine Menge Gelassenheit und gute Laune mit sich. Die schlechte Nachricht: Erholung am Abend führt nicht zwangsläufig zu guter Schlafqualität.

- Alle Studienergebnisse beweisen: Erholung – gleich wie – lohnt sich.

Studie: Sonnentag, S., Binnewies, C., & Mojza, E. J. (2008). "Did you have a nice evening?" A day‐level study on recovery experiences, sleep, and affect. Journal of Applied Psychology, 93, 674‐684.