Vater im Stress

Noch schnell den Nachwuchs ins Auto setzen, in den Kindergarten bringen und dann ab zum wichtigen Termin – viele berufstätigen Eltern kennen Szenen wie diese.

Die Folge: Stress, der sich im Berufsleben mit Unausgeglichenheit, Konzentrationsschwäche und wenig Belastbarkeit zeigt. Zu Hause kommen schlechte Laune, Ungeduld und Müdigkeit dazu. Alarmsignale, denen Beachtung geschenkt werden sollte. Hilfreich ist eine gute Planung: „Am besten sollte sich eine Familie wöchentlich zusammensetzen und die Woche strukturieren“, rät Petra Timm, Unternehmenssprecherin vom Personaldienstleister Randstad. „Dabei unbedingt auch Zeit für gemeinsame Familienaktivitäten und Auszeiten einplanen.“ Damit für diese Privataktivitäten genug Spielraum bleibt, macht es Sinn, dass jedes Familienmitglied im Haushalt seine festen Aufgaben hat.

Auch beruflich gibt es Auswege aus der Stressfalle: Viele Arbeitgeber unterstützen ihre Arbeitnehmer mittlerweile dabei, eine ausgeglichene Work-Life-Balance zu finden, indem sie Familienzeiten in der Arbeitswoche einplanen. Konkret wird dafür gesorgt, dass Angestellte nicht mehr Arbeit auf dem Tisch liegen haben, als sie schaffen können. Außerdem wird zum Beispiel mit einem Coaching dabei geholfen, den Arbeitstag nervenschonend zu strukturieren. Basis ist eine gut gepflegte To-Do-Liste, die täglich nicht mehr als drei wesentliche Aufgaben umfasst. Alles, was nicht absolut nötig ist, um diese Aufgaben zu lösen, wird von der Liste ferngehalten. Diese Übersicht ist wichtig – denn wer täglich mehr Aufgaben hat, als sich bewältigen lassen, wird mit der Zeit immer frustrierter.

Wer das Gefühl hat, die optimale Work-Life-Balance nie zu finden, muss nicht verzweifeln. Nochmal Petra Timm von Randstad: „Der Begriff Work-Life-Balance erweckt den Eindruck, als ob es hier um zwei Gegenpole geht. Das muss aber nicht sein, denn Leben und Arbeit können sich auch gut und symbiotisch miteinander verbinden.“ Und tatsächlich gibt es eine Reihe psychologischer Studien, die deutlich zeigen, dass der Mensch seine Arbeit braucht, um glücklich zu sein. Wer sich mit diesem Gedanken anfreunden kann, konzentriert sich eher darauf, die Qualität seiner Arbeit zu verbessern. Wenn das gelingt, werden die Stunden im Job zu einem wichtigen Teil des angenehmen Lebens – und sind kein Gegensatz.

Bildnachweis: fotolia – Ursula Deja