In der heutigen Zeit gibt es für viele Jobs eine fachkundige Ausbildung. Warum aber wird man bei der Erziehung der Kinder ins „kalte Wasser geworfen?“

Der richtige Umgang mit Kindern kann sehr komplex sein. Treibt auch Sie Ihr kleiner Liebling manchmal regelrecht in den Wahnsinn, wenngleich er Sie im nächsten Moment mit großen, unschuldigen Augen anblickt? Wenn das Baby geboren ist, sollten Sie eine gesunde Beziehung zu ihm aufzubauen. Damit Sie von Anfang an wissen, auf welche Details es ankommt, gibt Ihnen die Expertin Ingeborg Häuser-Groß die richtigen Antworten. Die leidenschaftliche Mutter und Mutter-Kind-Coach weiß aus eigener Erfahrung, was für die gesunde Entwicklung wichtig ist. Ingeborg Häuser-Groß bringt ca. 40 Jahren Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Eltern und Kindern mit. Sie hilft zum Beispiel Familien in Kindergärten, Kliniken, Kindertagesstätten und Sportvereinen. Dabei begleitet die Expertin mit verschiedensten Methoden die Probleme von Eltern und Kindern. Sie löst fast jede Hürde im Sinne der Familie. Hier ihre 10 wichtigsten Tipps, damit Ihr kleiner Schatz gesund aufwächst.

Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und lassen Sie sich nicht durch Ratschläge beeinflussen

Gelassenheit und Ruhe zu bewahren ist nicht immer ganz leicht. Dennoch sind die 1.000 (nicht eingeforderten) Ratschläge von Außenstehenden zwar gut gemeint, sorgen aber nicht selten für große Verwirrung. Verlassen Sie sich auf das, was Ihnen Ihr Bauchgefühl vermittelt.

Vergleich macht nicht reich, sondern unsicher!

Jedes Kind ist ein Individuum und muss im Sinne von „Du bist Du“ betrachtet werden. Vergleichen Sie Ihr Kind nicht mit Kindern aus der Krabbelgruppe. Was beim einen Sprössling hilft, muss für Ihr Kind noch längst nicht die richtige Lösung sein. Natürlich ist es hilfreich, sich untereinander auszutauschen. Vergleichen Sie die Kleinen aber nicht mit Sätzen wie „Meine Lara kann das schon und das noch nicht!“

Bauen Sie keinen Zeitdruck auf

Nicht jedes Kind kann mit 12 Monaten laufen. Geben Sie Ihrem Kind die Zeit, die es braucht, um sich zu entwickeln. Bitte bauen Sie keinen Druck auf. Falscher Ehrgeiz von Vater und Mutter sind unangebracht! Ihr Kind weiß schon sehr genau, wann es reif genug ist, neue Wege zu gehen.

Lassen Sie Ihren kleinen Schatz selbst entscheiden

Bitte geben Sie Ihrem Kind nicht alles vor, was Sie von Ihrer Kindheit kennen. Nicht jedes Kind kann im Alter von 6 Jahren die Schule besuchen oder möchte ein Instrument lernen. Halten Sie vielmehr die Augen und Ohren offen, um Ihrem Sprössling ein unterstützender Begleiter zu sein. Er wird selbst wissen, was er möchte und was nicht. Manchmal ist weniger mehr. Kein Kind muss 2 Sprachen gleichzeitig lernen, einen Vereinssport betreiben oder zum Ballett gehen. Die ersten Jahre sind so wichtig. Lassen Sie das Kleine einfach nur Kind sein.

Freuen Sie sich gemeinsam über die Entwicklungsschritte

Wie herrlich ist es doch, wenn Ihnen das Baby sein erstes Lachen schenkt! Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie auf jeden einzelnen Entwicklungsschritt stolz sind. Die Entwicklung in Sachen Krabbeln, Laufen, Sprechen und Co schreitet in den ersten Lebensjahren in rasantem Tempo voran. Loben Sie Ihren kleinen Schatz und bringen Sie Ihre Freude zum Ausdruck!

Erkennen Sie die Stärken und fördern Sie diese

Die Vorlieben und Fähigkeiten Ihres Kindes können Sie einfach herausfinden, wenn Sie es mit aufmerksamen Augen beobachten. Das ist das Beste, damit sich der kleine Liebling weiterentwickeln kann. Somit stärken Sie das Selbstwertgefühl des Kindes und zeigen, dass Sie ihm vertrauen.

Tränen und Traurigkeit müssen Sie achtsam begegnen

Bitte nehmen Sie Tränen und Traurigkeit Ihres Kindes sehr ernst. Sätze wie „Das ist doch nicht so schlimm“ oder „Sei doch tapfer, Du bist doch schon so ein großes Mädchen!“ sind unangebracht. Jedes Kind ist anders. Sogar ganz kleine Kinder nehmen sich solche Worte meist sehr zu Herzen. Sie tragen dieses Gefühl vom Versagen manchmal ein ganzes Leben mit sich herum.

Überfordern Sie Ihren Sprössling nicht, sondern fordern Sie ihn angemessen

Fragen wie „Welche Sorte Eis möchtest Du heute essen?“ oder „Was willst Du anziehen?“ überfordern ein 2 oder 3-jähriges Kind. Mit seinen Gehirnleistungen ist ein Kleinkind noch nicht dazu in der Lage dazu, Entscheidungen alleine zu treffen. Fragen Sie stattdessen zum Beispiel „Möchtest Du die rote oder die blaue Mütze tragen?“ Gehen Sie auf das ein, was Ihr Kind versteht.

Setzen Sie Grenzen

Zeigen Sie Ihrem Kind klare Grenzen, die es nicht überschreiten darf. Wenn es zum Beispiel um 19 Uhr zu Bett gehen soll, darf diese Grenze nicht überschritten werden. Zeigen Sie sich hierbei konsequent, auch wenn es für Vater und Mutter nicht immer so einfach ist. Kinder müssen lernen, dass nicht alles nach ihrem Kopf geht.

Fühlen Sie sich in Ihr Kind ein

Können Sie sich noch an Ihre eigene Kindheit zurückerinnern? Vermutlich werden Sie Parallelen finden. Das schafft Verständnis. Sprechen Sie sich auch mit Ihrem Partner ab, welche Dinge erlaubt sind und welche nicht. Signalisieren Sie Ihrem Kind, dass Sie eine Einheit bilden. Nur so spielt es Vater und Mutter nicht gegeneinander aus.

Fazit

Mit diesen 10 Tipps sehen Sie schnell: Es lohnt sich, die wichtigsten Regeln in Sachen Erziehung einzuhalten.

 

Über die Autorin:
Mein Name ist Ingeborg Häuser-Groß und ich bin leidenschaftliche Mama, Erzieherin und Träumerin. Ich träume von einer Welt, in der Eltern und Kinder einen Alltag voller Lebensfreude leben. Lassen Sie uns gemeinsam Ihre Familie wie ein Honigkuchenpferd zum Strahlen bringen. Denn besondere Zeiten wie diese erfordern mehr Stabilität, mehr Sicherheit und mehr Geborgenheit!

 

Bildnachweis: Photo by MART PRODUCTION from Pexels