Lebenslanges Lernen ist ein Muss. Damit wir gerne und effektiv lernen, müssen wir wissen, wie wir lernen. Susanne Groth, Expertin für Personalentwicklung und Lernen erklärt, wie.

Viele beschäftigen sich in der Regel mit dem Was des Lernens, aber nicht mit dem Wie. Statt sich zunächst auf das zu fokussieren, was gelernt werden soll, sollten wir verschiedene Dinge über unser Lernverhalten erfahren. Erst dann können wir wirklich nachhaltig und effizient lernen. Das ist nötig, weil wir nie gelernt haben, wie wir uns Lernstoff am besten aneignen und welche Strategien wir nutzen können, um auch unsere persönlichen Lernfelder selbständig zu erschließen. Meist waren die Lernthemen vorgegeben und standen auf dem Stunden- beziehungsweise im Lehrplan. Auch war genau vorgegeben, welche Materialien wir am besten zum Lernen verwenden sollten.

Selbstreflexion und optimale Lernzeit

Um effektiv lernen zu können, ist es wichtig, sich zunächst darüber klar zu werden, wie man am besten lernt und welche Lernstrategien am besten zu einem selbst passen. Es braucht also Selbstreflektion, um beispielsweise herauszufinden, wann die individuell optimale Lernzeit für sich selbst eigentlich ist.

Klingt aufwändig, ist es aber nicht. Wer einmal eine Woche lang Protokoll über sein Leben und vor allem sein Befinden führt, erfährt am Ende, wann seine optimale Lernzeit ist. Das Protokoll beginnt mit dem Aufstehen und endet mit dem Schlafengehen. In groben Zeitabschnitten wie „Vormittag“, „Mittag“, „Nachmittag“ und „Abend“ wird dann festgehalten: Wie viel Energie hatte ich zu diesem Zeitpunkt, wie lief die Konzentration, konnte ich mich gut oder eher schlecht konzentrieren? Auch das persönliche Umfeld wird analysiert. Ist es eher ruhig oder belebt zu den jeweiligen Uhrzeiten, sind weitere Fragen, die in das Protokoll eintragen werden. Am Ende werden die besten Phasen markiert und ähnlich einer Fieberkurve miteinander verbunden. Wer die besten Zeiten für konzentriertes Lernen und Arbeiten für sich herausgefunden hat, der hat schon eine gute Basis für Erfolg und spart am Ende auch wieder Zeit. Es empfiehlt sich, diese Analyse in unregelmäßigen Abständen zu wiederholen, gerade dann wenn sich im Umfeld etwas geändert hat.

Lernzeit in den Alltag integrieren

Die Selbstlernkompetenz zu schulen, kommt auch berufstätigen Eltern zugute. Sie fühlen sich oft in Erziehungspausen und dementsprechend Jobpausen abgehängt. Schließlich erfordern die immer schneller werdenden Entwicklungen, sich auf dem Laufenden zu halten. Hier kommt die Selbstlernkompetenz ins Spiel. Wer weiß, wie er wann am besten lernen kann, schafft es, seine Lernzeit in den Alltag zu integrieren, ob mit oder ohne Kinder. Fehlende Zeit ist dabei oft nur ein vorgeschobenes Argument. Und letztendlich ein Trugschluss. Denn es sind nicht unbedingt die großen und langen Lernphasen die zum gewünschten Ziel führen, sondern die Regelmäßigkeit bringt den Erfolg.

Um das Lernen im digitalen Zeitalter neu zu lernen hat Susanne Groth das Selbstlerntool "LEARN²" entwickelt. Mit dessen Hilfe findet nicht nur jeder heraus, wann er wie am besten lernt, er erfährt ebenso wie er für sich relevante Informationen mit Hilfe der neuen Medien ideal und effektiv kanalisiert und das Beste für sich und andere rausholt. Weil Lernen auch mit einem durchaus geringen Zeitaufwand funktioniert, ist auch das Programm genau so aufgebaut: Pro Woche eine Stunde persönliche Lernzeit, verteilt auf 12 Wochen, um zu lernen und weiterzukommen.

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