Wiedereinstieg

Stellen Sie schon während der Elternzeit die Weichen für einen erfolgreichen Wiedereinstieg. Tipps von Daniela Koster, Wiedereinstiegscoach.

Kontakt halten

Damit der Wiedereinstieg gelingt, ist es wichtig, Kontakt zu halten – nicht nur mit den Vorgesetzten, sondern auch mit Kollegen. Sie können das per Mail, telefonisch oder auch durch einen persönlichen Besuch machen. Meistens erfahren Sie insbesondere dann, wenn Sie persönlich vor Ort sind von Kolleginnen und Kollegen eher auch mal informelle Neuigkeiten. Ein weiterer Vorteil des persönlichen Besuchs: Es gibt noch immer Chefinnen und Chefs, für die leider gilt: „Aus den Augen, aus dem Sinn“. Sie vergessen schlichtweg, dass es da noch eine Mitarbeiterin oder auch einen Mitarbeiter gibt, die aber zur Zeit in Elternzeit ist.

Vielleicht ist auch ein Einsatz als Vertretung für ein paar Stunden oder einen kurzen Zeitraum möglich. Dies hat den Vorteil, dass man präsent ist und auch fachlich auf dem Laufenden bleibt.

Elternzeit nutzen

Die Elternzeit lässt sich prima nutzen, um sich weiter- oder fortzubilden. In der ersten Zeit nach der Geburt geht natürlich das Kind vor und man wird auch gar keine Zeit haben, sich um etwas anderes als um den Nachwuchs zu kümmern. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Man sollte diese besondere Zeit genießen! Irgendwann wird das Kind größer und man hat den Kopf auch wieder für andere Themen frei.

Überlegen Sie sich, in welchem Gebiet man schon immer ihr Wissen erweitern wollten. Lesen Sie Fachbücher oder nutzen Sie Artikel im Internet. Auch ein Fernstudium oder ein Sprachkurs sind möglich. Mittlerweile gibt es viele Webinare und E-Books im Internet, die leicht zugänglich und oft auch kostenlos sind.

Sie werden sehen, dass sich Ihr Engagement auszahlt. Sie zeigen nämlich Ihrem Arbeitgeber damit, dass Sie etwas für den Job tut und eigeninitiativ sind.

Konkrete Überlegungen

Irgendwann naht der Termin der Rückkehr in den Beruf. Hier sollten Sie in jedem Fall gut vorbereitet in das Gespräch mit dem oder der Vorgesetzten gehen. Machen Sie sich im Vorfeld Gedanken dazu, was Sie möchten und welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen. 


  • Wie viele Stunden möchten Sie arbeiten?
  • An welchen Tagen?
  • Ist die alte Stelle noch frei?
  • Was sind mögliche Alternativen?

Es lohnt sich auch, wenn man über Betreuungsengpässe nachgedacht hat und mit dem Arbeitgeber offen darüber spricht.

  • Was ist wenn, die Krippe/der Kindergarten geschlossen hat oder die Tagesmutter Urlaub hat?
  • Wer betreut das Kind, wenn es krank ist? Kann hier der Papa übernehmen oder können die Großeltern einspringen?

Viele Arbeitgeber unterstützen Frauen bei der Rückkehr in den Beruf.

  • Gibt es einen Zuschuss zur Kinderbetreuung?
  • Ist Homeoffice möglich?
  • Ist eine flexible Regelung der Arbeitszeit möglich?
  • Was ist, wenn das Kind krank ist? Wird das Gehalt weiter gezahlt, wenn man wegen krankem Kind zu Hause bleiben muss?

Oder was ganz anderes?

Vielleicht ist die Rückkehr in den alten Job aber auch unvorstellbar. Durch die Geburt eines Kindes verändern sich die Werte und viele setzen dann völlig andere Prioritäten. In diesem Fall sollte die Elternzeit für eine berufliche Neuorientierung genutzt werden.

  • Was möchten Sie stattdessen machen?
  • Gibt es eine interessante Stelle im alten Unternehmen?
  • Oder soll es eine komplette Veränderung sein?

Während der Elternzeit kann man in Ruhe überlegen, was Spaß macht und in welchem Beruf man gerne tätig wäre. So können die Weichen für einen Neustart gestellt werden!

Austausch mit anderen

In jedem Fall ist der Austausch mit anderen arbeitenden Müttern sehr wertvoll. Hierbei geht es nicht darum, sich mit anderen zu vergleichen, wer mehr arbeitet oder den Haushalt besser im Griff hat. Vielmehr können Sie durch den Austausch erfahren, dass es viele unterschiedliche Modelle gibt. Die eine arbeitet Vollzeit, die andere Teilzeit, jeden Tag oder auch nur an bestimmten Tagen. So bekommen Sie Impulse für die eigenen Überlegungen.

Außerdem können Sie von den Erfahrungen der Anderen profitieren und den ein oder anderen Tipp erhalten. Wie sind diese berufstätigen Mütter beim Wiedereinstieg vorgegangen? Was hat gut funktioniert und was war nicht so erfolgreich?

Auch können Sie den hohen Anspruch an sich selbst korrigieren, wenn Sie sehen, wie andere Mütter Arbeit, Familie und Haushalt unter einen Hut bringen. Bei den anderen kann man sicher auch nicht vom Fußboden essen. Auch dort ist es mal chaotisch oder der Sonnenhut für den Kindergarten wurde zu Hause vergessen. Sie erhalten einen realistischen Eindruck und laufen nicht Gefahr, in die Perfektionismusfalle zu tappen.

Zurück im Job

Wieder im Job, sollten Sie darauf achten, auch an sich selbst zu denken. Nehmen Sie sich Zeit für sich. Auch Mütter brauchen mal eine Auszeit! Das schlechte Gewissen ist hier fehl am Platz. Denn nur wenn es der Mama gut geht, geht es auch dem Kind und der Familie gut.

 

Bildnachweis: fotolia - Runzelkorn

Vita
Mutig und erfolgreich den Wiedereinstieg meistern Kinder verändern den Alltag und als Mutter stellt sich irgendwann die Frage, wie die Rückkehr in den Beruf geplant werden kann. Ich habe durch die Geburt meiner beiden Kinder selbst erlebt, wie wichtig eine rechtzeitige Planung dabei ist. Der Wiedereinstieg gelingt viel besser, wenn man genau weiß, was man möchte und gut vorbereitet in das Gespräch mit dem Arbeitgeber geht. Allerdings verändert die Geburt eines Kindes vieles, wenn nicht alles. Werte verschieben sich und man setzt andere Prioritäten. Viele können sich eine Rückkehr in den alten Job nach der Elternzeit gar nicht vorstellen. Diese Frauen unterstütze ich bei der Neuorientierung. Wenn konkrete Ideen fehlen, welche berufliche Alternativen es gibt, biete ich Karriere-Navigator Coachings an, eine zielorientierte Methode zur persönlichen Lebens- und Karriereplanung. Ich helfe Frauen, herauszufinden, was sie wirklich wollen und mache ihnen Mut ihren eigenen Weg zu gehen

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