Weibliche Führungskräfte

Neben der verpflichtenden Quote für Großkonzerne mussten sich 3.500 deutsche Unternehmen selbst Ziele für den Frauenanteil in Führungspositionen setzen.

Nicht nur zum Stichtag am 30.09. klagen viele Unternehmer über zu wenig weibliches Führungskräftepotential. Aber die Karriereplattform Femtec für Frauen im MINT-Bereich beweist: Sie sind schon längst da.

"Die MINT Frauen sind längst da"

Stichtag Frauenquote. Bis Mittwoch, 30. September 2015 mussten sich 3.500 Unternehmen in Deutschland Quotenziele für Aufsichtsrat, Vorstand und weitere Hierarchiestufen setzen. Diese flexible Quote ist Teil des im Mai verabschiedeten Gesetzes für mehr Frauen in Führungspositionen. Das größte Argument gegen mehr Frauen von Unternehmensseite ist dabei stets der angebliche Mangel an weiblichen High-Potentials. Beispiele wie die Karriereplattform Femtec zeigen jedoch: Das sind keine Argumente, sondern faule Ausreden.

Neben der verpflichtenden Quote für Großkonzerne mussten sich 3.500 deutsche Unternehmen selbst Ziele für den Frauenanteil in Führungspositionen setzen. Nicht nur zum Stichtag am 30.09. klagen viele Unternehmer über zu wenig weibliches Führungskräftepotential. Aber die Karriereplattform Femtec für Frauen im MINT-Bereich beweist: Sie sind schon längst da.

Flexible Quote: Unternehmen Jammern, tun aber nichts

Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung hkp/// group zeigt: Nicht einmal jedes vierte befragte Unternehmen hatte im Sommer 2015 entsprechende Zielquoten und Fristen definiert. Damit wendeten sie sich gegen Manuela Schwesig. Die Bundesministerin appellierte noch am Dienstag an die Unternehmen, sich an das Gesetz zu halten. Laut der Studie befürchtete jedes fünfte Unternehmen, die Vorgaben nicht fristgemäß einhalten zu können oder dem Aufwand nicht gewachsen zu sein. Die Studienurheber erklärten dies mit einem angeblichen Mangel an qualifiziertem, weiblichem Führungskräftenachwuchs.

„Diese Behauptung wurde nicht zum ersten Mal aufgestellt – aber sie ist immer noch falsch“, urteilte Renate Lohmann, Geschäftsführerin der Karriereplattform der Femtec beim diesjährigen Sommerfest an der Technischen Universität Berlin am 02. Oktober. Mit Blick in die Besucherreihen fügt sie hinzu: „Ich sehe heute wieder einmal hundertfünfzig hochqualifizierte Studentinnen aus Naturwissenschaft und Technik, die darauf brennen, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in renommierten deutschen Unternehmen unter Beweis zu stellen und es an die Spitze zu schaffen. Ich sehe daneben Alumnae, die sich schon bewährt haben und seit Jahren erfolgreich im Berufsleben stehen. Die Konzerne müssen aufhören zu jammern und die Augen öffnen: Die weiblichen High Potentials sind längst da. Es geht vielmehr darum, sie mit ihrem Potenzial auch einzusetzen!“

Frauen erklimmen den Chefsessel bereits kurz nach dem Einstieg

Lohmanns These fußt auf der jährlichen Verbleibsbefragung unter den über 600 ehemaligen Teilnehmerinnen des Careerbuilding-Programms. Laut der Umfrage übernehmen bereits ein bis drei Jahre nach dem Berufseinstieg fast 30 Prozent der Femtec Alumnae Projekt- oder Führungsverantwortung. Sie widerlegen damit das Vorurteil, dass es nicht genügend qualifizierte und führungsbefähigte Frauen für Unternehmen gäbe. Tatsächlich bereiten sich viele Frauen schon während ihres Studiums durch Karriereplattformen, wie Femtec im MINT-Bereich, auf ihren Berufseinstieg und die zukünftige Führungsverantwortung vor. Die Femtec setzt dabei beispielsweise auf eine Kooperation mit den führenden TU9-Universitäten und elf renommierten Technologieunternehmen, darunter die ThyssenKrupp AG, Sponsor des diesjährigen Sommerfests.

Weitere Erkenntnisse zu Frauen und Karriere: Mehr Informationen zur Karriere von Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen bietet das BMBF-geförderten Projekt "Frauenkarrieren in MINT (KIM)", das die Femtec von Oktober 2014 bis September 2015 durchführt hatte: www.femtec.org

Über die Femtec: Die Berliner Femtec.GmbH ist die internationale Karriereplattform für Frauen in Ingenieur- und Naturwissenschaften. Femtec gewinnt weiblichen Nachwuchs für die MINT-Berufe, bietet zielstrebigen Studentinnen ausgezeichnete Karriereperspektiven und qualifiziert und vermittelt exzellente MINT-Professionals. Diese Frauen, namhafte Technologie-Unternehmen sowie führende wissenschaftliche Institutionen und technische Universitäten erhalten Zugang zum Femtec-Netzwerk.

Bildnachweis: fotolia - Jeanette Dietl