Vereinbarkeit Vater

Familie und Beruf zu vereinbaren ist ein 24/7 Stresstest. Bestehen kann nur, wer die Stolperfallen kennt. Die  typischen Vereinbarkeits-Fallen und wie Sie sie vermeiden.

Die Vereinbarkeits-Fallen berufstätiger Eltern

Die Perfektionismus-Falle

Wer Kinder hat, muss Abstriche machen. Wie soll es im Haushalt zugehen? Was macht man selbst und was delegiert man an andere? Wer den Partner, die Kinder oder bezahlte Haushaltshilfen im Haushalt einspannt, muss dafür oft gewisse Qualitätseinbußen hinnehmen.

Lassen Sie los! Bewerten Sie erledigte Aufgaben im Haushalt nicht mit Ihrer eigenen Messlatte. Freuen Sie sich stattdessen an dem Zeitgewinn! Einigen Sie sich mit Ihrem Partner, wer was und mit welcher Gründlichkeit tun möchte. Legen Sie fest, was wem wie wichtig ist – z.B. Sauberkeit – und treffen Sie Vereinbarungen darüber, was bei „Grenzübertritten“ passiert. Denken Sie dabei immer an das Pareto-Prinzip: Mit 20 Prozent Einsatz können 80 Prozent erledigt werden.

Die „Es-allen-recht-mach“-Falle

Berufstätige Eltern können nicht alle zufriedenstellen! Wer lange die eigenen Bedürfnisse vernachlässigt, wird unzufrieden, leidet und wird am Ende krank.

Setzen Sie Prioritäten: Sorgen Sie für „Quality-time“ mit Ihren Kindern, Zeit als Paar und geregelte Arbeitszeiten. Organisieren Sie eine Kinderbetreuung, die Ihnen Puffer für Überstunden möglich macht und für Ihre Zeit als Paar zur Verfügung steht. Nehmen Sie sich wichtig und praktizieren Sie Gesundheitsmanagement auch privat.

Die „Ich-bin-doch-Eltern“-Falle

Am Arbeitsplatz sind Sie Mitarbeiter, nicht Mutter oder Vater. Kollegen und Chefs kann es nerven, wenn zu häufig der Status berufstätige Eltern betont wird.

Vereinbaren Sie daher ein Arbeitspensum, das zum Arbeitsvolumen passt. Schaffen Sie in Ihrem beruflichen Zeitmanagement ausreichend Puffer und flexibilisieren Sie auf der anderen Seite Ihre Kinderbetreuung so weit, dass Sie auch mal Überstunden machen können, wenn es dringend notwendig ist. Machen Sie aber auch deutlich, dass Meetings, die um 16:00 Uhr beginnen, ohne Sie stattfinden werden. Nicht vergessen: Nehmen Sie sich neben dem eigentlichen Arbeiten auch Zeit für den Austausch mit den Kollegen – auf dem Gang, beim Mittagessen oder nach einer Besprechung. Gerade Teilzeitkräfte versäumen gerne das „Netzwerken“ am Arbeitsplatz.

Die Perfekte-Eltern-Falle

Die gesellschaftlichen Erwartungen sind heute sehr hoch. Frühförderung von Kindern, Bildungswahn oder auch volle Terminkalender von Kids sind Zeichen dafür.

Lassen Sie sich nicht davon treiben. Legen Sie gemeinsam mit dem Partner fest, was Sie für Ihr/e Kind/er wichtig finden. Lassen Sie Ihrem Nachwuchs auch Freiraum zum „Kind sein“. Gerade aus Langeweile entstehen tolle Projekte. Reduzieren Sie den Bring- und Holdienst als Eltern, indem Sie Aktivitäten finden, die die Kinder selbst anfahren können oder indem Sie sich mit anderen Eltern abwechseln.

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