Erfolgsrezepte

Sich zu fordern und fördern bringt Befriedigung und Glück. Dr. Ilona Bürgel verrät wie auch Sie ambitionierte Ziele erreichen.

Fünf mentale Erfolgsbremsen

1. Ich habe zu wenig Zeit:
Die Bewertung einer Situation als „Mangel“ aktiviert eine Stressreaktion. Diese schränkt unsere Wahrnehmung ein.

2. Die anderen machen es mir schwer:
„Die anderen“ können wir nicht ändern, jedoch den Umgang mit ihnen und ihren Einfluss auf uns.

3. Ich plane viel und handle wenig:
Es ist hilfreich, wenn wir Wünsche konkret, positiv, attraktiv, nicht zu groß, nicht zu klein formulieren und sie visualisieren. Doch Erfolg braucht die Umsetzung in konkrete Handlungen.

4. Ich überfordere mich:
Wir schrauben unsere Ansprüche an uns und andere ins Unermessliche. Was dabei auf der Strecke bleibt, ist die Wertschätzung des vielen Wertvollen, das wir tagtäglich erreichen.

5. Ich übernehme zu wenig Verantwortung – für mich:
Wie lange bleiben Sie einem neuen Ernährungskonzept treu, lernen etwas oder sparen? Für etwas, das uns wichtig ist, müssen wir uns selbst beharrlich einsetzen.

Ein Erfolgsgarant

Der positive Fokus ist einer der wichtigsten und am leichtesten beeinflussbaren Erfolgsfaktoren: Wie lange und wie oft lenken wir unsere Aufmerksamkeit wohin. Achten Sie vor allem auf Menschen, die Ihnen gut tun, anstatt auf jene, die nicht zu Ihnen passen. Tun Sie selbst Kleinigkeiten für andere, einfach aus Freude daran, anstatt darauf zu warten, was Ihnen Gutes getan wird. So sind Sie oft in einem guten Zustand und gute Ideen zur Erreichung Ihrer Ziele stellen sich leichter ein.

Das Gehirn verfügt über eine bestimmte Kapazität für bewusste Aufmerksamkeit. Wir entscheiden unablässig, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten und wie lange. Schmerz z.B. verstärkt sich, wenn wir darauf achten. Ebenso ist es mit Schwierigkeiten. Richten wir die Aufmerksamkeit auf mögliche Probleme, nehmen wir sie bevorzugt wahr.

Die aktuelle Wissenschaft spricht von der Priorisierung von Positivität. Das bedeutet, täglich bewusst nach Situationen und Aktivitäten zu suchen, die positive Gefühle auslösen. Erfreulicherweise ist dies kein angeborenes Talent, sondern eine Haltung, die wir lernen können. So stimulieren wir uns nicht nur zu guter Laune, sondern auch zu entspannter Bestleistung.

Bildnachweis: fotolia - Robert Kneschke

Vita
Immer höher, schneller, weiter und dabei immer attraktiver, fitter, positiver: Die Ansprüche, die an uns gestellt werden und die wir immer mehr auch an uns selbst stellen, sind kaum noch zu erfüllen. Der Druck – sowohl privat als auch beruflich – steigt unaufhaltsam. Konsequent leben wir, dass vor dem Wohlbefinden die Leistung steht. Wir erlauben uns Selbstfürsorge dann, wenn wir einmal Zeit haben und das ist fast nie. „Haben Sie heute schon an sich gedacht?“ Was würden Sie antworten? Ist es nicht mit dem An-sich-Denken so, dass wir es uns zwar vornehmen, doch nicht tun? Wissen, wie nützlich es wäre, doch es aufschieben, bis wir „Zeit haben“? Und wenn wir es einmal tun, dann mit schlechtem Gewissen? Wir leben in einer Kultur, die Erfolg und Anerkennung über permanentes Leisten definiert. Wir haben damit ja auch viel erreicht. Doch wir kommen so nicht mehr weiter. Viel zu lange haben wir in Beruf und Privatleben an oder sogar über unseren Belastungsgrenzen gelebt. Wir übersehen, dass Leistung, die auf Kosten von Wohlbefinden erbracht wird, Leistungsfähigkeit kostet. Ein Mangel an Ausgleich mit Wohlbefinden und Gesundheit bezahlt wird. Kurzum - dass Wohlbefinden, gut drauf zu sein, eben nicht ein Dankeschön nach vollbrachter Leistung oder eine Belohnung ist, sondern vielmehr die künftige Hauptvoraussetzung für Leistung.
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