Viele Ziele zu haben, ist schön. Aber die Ziele müssen auch umsetzbar sein, deshalb ist es wichtig, die Ziele einem Realitäts-Check zu unterziehen.

Werden Sie zum Punktrichter am Rand des Laufstegs

Ich hoffe, Sie hatten Spaß beim Sammeln der Ziele, die auf Ihre Lebensvision einzahlen? Sie haben nun massenhaft Schuhe vor sich stehen, in die Sie hineinschlüpfen können. Möglicherweise haben sie nicht alle selbst ausgesucht, sondern sich auch Schuhe empfehlen lassen, z.B. von Freunden, Bekannten, dem Partner, etc. Das ist gut so, denn manchmal eröffnen sich dadurch ja noch einmal ganz neue Perspektiven.

Sie haben jetzt also Schuhe beziehungsweise Ziele in rauhen Mengen. Und die können Sie natürlich nicht alle kaufen, denn so wie Ihr Geldbeutel vielleicht eine Grenze beim Schuhkauf bildet, so bildet die verfügbare Zeit eine Grenze beim Umsetzen Ihrer Ziele. Daher heißt es nun wohl oder übel: die schönsten Schuhe auszuwählen. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen am Rande eines Laufstegs und sehen die ganzen schönen Schuhe an sich vorbeistolzieren.

Bewertung mit Punkten zunächst nach Bauchgefühl

Nehmen wir uns einen Teil von Brigittas Lebensvision wieder hervor, die Vision „eine glückliche Ehe zu führen“. Auf dem Rad oben hat Brigitta teilweise alleine, teilweise mit Ihrem Partner viele Ziele ausgearbeitet, wie sie diese Vision realisieren kann. Wichtig ist es, in einem ersten Schritt rein aus dem Bauch heraus zu arbeiten und erst dann meine Auswahl einem Realitäts-Check zu unterziehen.

Vergeben Sie 10 Punkte für Ziele, die Sie am liebsten sofort umsetzen würden, und 0 Punkte für Ziele, die gar nicht in Frage kommen. Also 10 Punkte für die Schuhe, die Sie sehenund sofort anziehen wollen, 0 Punkte für absolute No-gos. Dazwischen ist die Skala fließend. Bewerten Sie die Ideen zunächst nach Bauchgefühl: Auf welche Ziele hätten Sie am meisten Lust ? Welche Schuhe würden Sie echt gerne mal an Ihren Füßen tragen?

Machen Sie mit Ihren Zielen bewusst noch keinen Realitäts- Check bzw. mit Ihren Schuhen bewusst noch keinen Trage- Check! Dieser folgt erst im nächsten Schritt. Denn der Schuh, den Sie in einem solchen Realitäts-Check aussortieren, weil Sie z. B. glauben, ihn in Ihrem Kontext nicht tragen zu können, landet nie mehr in Ihrem Schrank. Dabei wissen Sie doch gar nicht, ob sich der Kontext nicht doch noch bieten kann, ob sich Ihre Lebensumstände nicht doch noch verändern werden, weil Ihnen der Schuh so gut gefällt und Sie vielleicht den Anlass suchen, ihn zu tragen, statt den Schuh auf Basis der momentan vorhandenen Anlässe auszusortieren. Sie werden ihn immer klassifizieren als den Schuh, den Sie damals schon nicht wollten und den Sie demnach nie wollen werden. Aber eines Tages, wenn Sie sich vielleicht mehr zutrauen, könnte er ja mal eine echte Alternative sein. Wenn Sie ein Ziel bzw. ein Schuh rein emotional aus dem Bauchgefühl heraus anspricht, dann geben Sie ihm viele Punkte. Schuhe kaufen wir selten mit dem Kopf (Wanderschuhe vielleicht), Ziele auch nicht! Sie müssen uns einfach irgendwie gefallen, und wir müssen niemandem erklären warum.

Der Realitäts-Check

Wenn Sie alle Alternativen mit Punkten bewertet haben, gehen Sie zurück zu den Zielen, die Sie mit 7 bis 10 Punkten bewertet haben. Jetzt können Sie gerne einen kleinen Realitäts- Check durchführen. Markieren Sie in Grün die Alternativen bzw. Ziele, die Ihnen sofort umsetzbar erscheinen, in Blau diejenigen, die etwas Aufwand erfordern, und in Gelb die Alternativen, die noch einiges an Vorarbeit fordern bzw. weitreichende Konsequenzen oder Verhaltensänderungen von Ihnen erfordern. Sie sind jetzt an einem sehr kritischen Punkt angekommen, denn jetzt trennen Sie die Spreu vom Weizen, jetzt trennen Sie die Schuhe, die Sie sofort anziehen wollen, von den Schuhen, die Sie vielleicht später mal, vielleicht aber auch nie mehr anziehen wollen. Daher ist hier äußerste Vorsicht geboten. Wenn ein Schuh Sie ganz besonders fasziniert, also 10 Punkte bekommen hat, Sie ihn aber in Gelb markiert haben, überlegen Sie gut ! Welchen Preis müssten Sie dafür bezahlen, diesen Schuh zu tragen? Vielleicht müssten Sie vorher noch ein wenig üben, vielleicht müssten Sie ein paar Dinge an Ihrer Garderobe ändern, damit der Schuh dazu passt, vielleicht … Wären Sie bereit, diesen Preis zu zahlen und es auszuprobieren? Wären Sie bereit, dieses Ziel anzugehen, auch wenn Sie dazu noch einige andere Stellschrauben bewegen müssten? Dann übertragen Sie diese Alternative auf Ihr finales Ziele-Blatt, das Sie als Arbeitsblatt 11 im Anhang finden.

Halten Sie das Blatt überschaubar. Sie müssen vielleicht nicht alle Dinge gleichzeitig angehen. Fokussieren Sie auf Ihre persönlichen Top 3 bis maximal Top 5, und das sind nicht unbedingt die am höchsten gesteckten Ziele, sondern die, die Ihnen das Gefühl geben, am meisten vorwärts zu kommen.

Stecken Sie sich Ziele für alle Lebensbereiche: den Job, Beziehungen, Gesundheit und Fitness, Sonstiges. Denn diese bewirkt, dass Sie eine gute Balance in Ihr Leben bekommen und nicht alles auf eine Karte setzen und der Rest zu Restgrößen mutiert.

Genießen Sie das Ziele basteln und Schuhe auswählen. Beim nächsten Mal laufen wir auf unseren neuen Schuhen los. Ich freue mich drauf!

Ihre Katrin Seifarth

Alle Arbeitsblätter finden Sie hier!

Wenn Sie ausführlicher nachlesen wollen, wie Sie aus Ihren Hemmschuhen in Ihre individuellen Stöckelschuhe kommen, können Sie das Buch für 17,90 € bei Amazon bestellen. 

Bildnachweis: fotolia - gustavograzao

Vita
Katrin Seifarth ist Coach, Beraterin, Moderatorin und Autorin der Erfolgsbücher "Aus den Hemmschuhen in die Stöckelschuhe" und "Das SIEgER Team". Ihr Ziel: "Ich möchte möglichst vielen Müttern den Weg der Selbstzweifel und der Unzufriedenheit ersparen und den Prozess zu mehr Zufriedenheit massiv beschleunigen."
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