Diana Jung

Kind da, Job da, Kitaplatz noch nicht da. Wir haben Diana Jung von elterngeld.net  ­ gefragt, was man da tun kann.

Diana Jung ist Elterngeld- und Elternzeitberaterin bei elterngeld.net. Seit vielen Jahren berät sie Eltern zu Elternzeit und Elterngeld. Sie weiß: "Die Wirtschaft und die Politik wollen, dass junge Eltern so schnell wie möglich in den Job zurückkehren. Für den schnellen Wiedereinstieg sind aber noch immer zu wenige Kitaplätze vorhanden." Was sie Eltern rät, hat Sie uns in einem Kurzinterview verraten. 

 

Wann spätestens muss man sich für Zeit und Dauer der Elternzeit festlegen?

Die Information über die Elternzeit muss dem Arbeitgeber frühestens acht und spätestens sieben Wochen Antritt der Elternzeit übermittelt werden. Denn ab acht Wochen vor der Elternzeit greift der Kündigungsschutz. Wenn man also befürchten muss, mit dem „Antrag“ auf Elternzeit, die Kündigung zu erhalten, sollte man sich an diese Frist halten.

Der Antrag auf Elternzeit ist übrigens kein echter Antrag, denn der Arbeitgebende darf den Antrag auf Elternzeit während der ersten drei Lebensjahre des Kindes nicht ablehnen. Nur für die Zeit nach dem dritten Lebensjahr, bedarf es der tatsächlichen Zustimmung der Arbeitgebenden. Mit dem ersten Antrag erklären Sie verbindlich, für welche Zeiträume Sie innerhalb der ersten beiden Lebensjahre Ihres Kindes Elternzeit in Anspruch nehmen. 

 

Kann man die Elternzeit problemlos verlängern, wenn man beispielsweise keinen Betreuungsplatz für das Kind findet?

Grundsätzlich kann die Elternzeit verlängert und darf nicht vom Arbeitgebenden abgelehnt werden, wenn nicht direkt die ersten 24 Lebensmonate des Kindes beantragt wurden. Wenn die Elternzeit von einem auf zwei oder mehr Jahre verlängert werden soll, muss der Arbeitgebende dies genehmigen. Der Antrag muss aber in jedem Fall sieben Wochen vor Ablauf der Elternzeit gestellt werden. 

 

Was raten Sie Eltern, die noch nicht wissen, ob sie zum Wiedereinstieg einen Betreuungsplatz für ihr Kind haben werden?

Da man vor der Geburt Elternzeit beantragen muss, aber erst nach der Geburt das Kind für einen Kitaplatz anmelden kann, sollte man immer in Betracht ziehen, dass eventuell für einige Zeit kein Betreuungsplatz zur Verfügung steht. Es ist also wichtig, immer einen Plan B in der Tasche zu haben. Wohnen die Großeltern in der Nähe und sind diese bereit, die Betreuung für einige Monate zu übernehmen, wäre das schon mal ein Anfang. Man kann sich auch mit anderen jungen Eltern zusammen tun oder über ein Au-Pair nachdenken. Vielleicht kann aber auch die Arbeitszeit, eventuell sogar von beiden Elternteilen, reduziert werden und so die Betreuung während der Überbrückungszeit gewährleistet werden.