Berufstätige Eltern haben ein ständiges Zeitproblem. Die beste Lösung für gestresste Eltern ist ein gut organisiertes Zeitmanagement.

Eindeutige Absprachen zwischen den Partnern und  klare Regeln für den Nachwuchs sollten getroffen werden. Vor allem aber müssen berufstätige Eltern lernen, dass es die totale Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht gibt. Deshalb heißt es Abstriche machen.

Wählen sie bewusst aus, was für Sie wirklich wichtig ist:

  • Welche Tätigkeiten müssen/wollen Sie selbst ausführen und was können sie delegieren? Sowohl im Job als auch in der Familie finden sich viele Tätigkeiten, die gut abgegeben werden können.
  • Auf welche Tätigkeiten/Beschäftigungen wollen Sie im Moment direkt verzichten? Ist es mit Ihrem begrenzten Zeitbudget für den Moment sinnvoll, abends noch ins Fitnessstudio zu gehen oder genügt es während des „Heute Journals“ auf dem Heimtrainer zu strampeln und/oder das Fahrrad zu nehmen auf dem Weg in die Arbeit statt Auto oder Straßenbahn?

Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und treffen Sie dann die Entscheidung, was in Ihrem knappen Zeitbudget für das nächste Jahr Aufnahme findet.

Achten Sie auf die Zeitqualität, wenn Sie sich mit Ihren Kindern beschäftigen:

Wenn Sie sich eine Stunde Zeit nehmen zum Spielen mit Ihren Kindern, dann machen Sie in dieser Zeit nichts anderes! Das macht aus einer Stunde zwar auch nicht mehr als 60 Minuten aber es steigert die Zeitqualität.

Die Spielerunde mit dem Junior gibt ihm und Ihnen ein gutes Gefühl. Danach kann man wieder gut zurück zu Arbeit und Pflicht. Es bleibt das befriedigende Gefühl dem Kind wertvolle Zeit gewidmet zu haben. Das ist die beste Prävention vor einem schlechten Elterngewissen.

Planen Sie bewusst „Partnerzeit“ in Ihren Alltag ein!

Bei all dem Stress soll/muss Freizeit für die gemeinsame Partnerschaft bleiben. Dazu ist es meist notwendig eine gemeinsame  Zeitinsel zu schaffen.

Überlegen Sie gemeinsam wie viel Zeit Sie sich pro Woche einplanen und was Sie in dieser Zeit tun!

Wichtig: Wer kümmert sich  darum, dass dieser Plan verwirklicht werden kann? Wer nimmt die Reservierung im Lieblingsrestaurant vor? Wer besorgt die Theaterkarten oder kümmert sich um den Babysitter? Klare Absprache heißt das Zauberwort!

Halten Sie dieses Zeitfenster auf alle Fälle im Terminkalender fest!

Dieser private Termin ist genauso wichtig und nicht aufschiebbar wie das Meeting mit einem Eins A Kunden, das im Timer vermerkt ist.

Konsequente Erziehungsarbeit

Liebevoll und konsequent heißen die Zauberwörter, die unsere Kinder zu sozialen, selbstsicheren und belastbaren Wesen machen. Vor allem erleichtern Sie den gemeinsamen Alltag für alle Beteiligten.

Ein Kind muss lernen, dass „Nein“ auch wirklich „Nein“ heißt und dass dieses Wort „Nein“, so klein es auch sein mag, mit keinem Kindertrick der Welt zu beseitigen ist. Weder Kulleraugen noch Tränen, weder Tobsuchtsanfälle noch Schmollmünder und auch nicht die Aussage, dass der Freund Sven das auch dürfte können ein „Nein“ auflösen!

Diese Konsequenz kostet am Anfang etwas Mühe, Willensstärke und Geduld auf Seiten der Eltern. Bald werden Sie merken, dass sich diese Mühe wirklich lohnt. Der Alltag gelingt wesentlich reibungsloser und vor allem die Persönlichkeit Ihres Kindes macht einen Quantensprung nach vorne.

Wichtig ist, dass Sie alle Tipps verinnerlichen und sich sehr bewusst mit Ihrem eigenen Verhalten auseinandersetzen. Das ist die beste Voraussetzung für eine gute Familienzeit und einem erfüllten Berufsleben.

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Vita
Eva-Maria Popp ist Unternehmensberaterin, Coach und Autorin zahlreicher Bücher. Sie ist der Überzeugung: "Nur wenn die Vereinbarkeit nachhaltig gelingt kann der Wirtschaftstandort Deutschland langfristig gesichert werden. Vor allem aber die Gesellschaft wird von einer erfolgreichen Vereinbarkeit von Familie/Pflege und Beruf sehr profitieren."