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Cordula hatte sich gerade selbständig gemacht, als sie unerwartet schwanger wurde. Was jetzt?

Cordula war eine erfolgreiche Managerin. Sie stand mit beiden Beinen im Beruf. Sie war erfolgreich und verdiente dementsprechend. Sie wußte, was sie wollte. Karriere machen! In dem Unternehmen, für das sie viele Jahre gearbeitet hatte, kam sie nicht weiter, also ging sie den Schritt in die Selbständigkeit. Freiwillig verzichtete sie auf die Sicherheit, die ihr eine Festanstellung gab und verwirklichte ihren Traum. Mit Feuereifer baute sie ihre eigene Praxis auf. Endlich hatte sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Aber dann wurde sie unverhofft schwanger.

Jetzt ein Kind? Die gerade erst begonnene Selbständigkeit wieder aufgeben? Oder Beruf und Kind vereinbaren? Cordulas Gefühle fuhren Achterbahn.

Entschieden hat Cordula sich für das Kind und erst mal gegen ihre Karriere. Einfach ist ihr die Entscheidung nicht gefallen. Nach so vielen erfolgreichen Jahren im Beruf, jetzt plötzlich jeden Tag Zuhause. Niemand ist da, der sagt: „Toll gemacht!“ „Weiter so!“ „Wo wären wir nur ohne Sie!“

Wenn das Selbstvertrauen schwindet

Cordula hatte schon mal davon gehört, dass Frauen während der Erziehungszeit an Selbstvertrauen verlieren und Studien belegen dies auch. Aber warum das so ist, ist ihr erst während ihrer eigenen Erziehungszeit bewusst geworden. Ein kleines Menschenwesen heranwachsen zu sehen, ist großartig. Ganz besonders, wenn es dann noch das eigene Fleisch und Blut ist. Dennoch leidet das Selbstbewusstsein. Früher ist Cordula gerne mal ihrem Hang zu Schuhen verfallen. Nicht jedes Paar hat sie gebraucht, aber das war egal, denn sie musste nur sich selbst gegenüber Rechenschaft ablegen. Es ist nicht so, dass sie sich die Schuhe jetzt nicht mehr leisten könnte, aber das Gefühl beim Kauf ist nicht mehr das Gleiche. Aber: Das Glück, Mutter zu sein, entschädigt sie für vieles.

Jetzt ist Cordulas Tochter drei Jahre alt. Mit Begeisterung geht sie jeden Morgen in den Kindergarten und Cordula brennt darauf, in den Beruf zurück zu kommen. Während der Elternzeit hat Cordula ihre Rolle als fürsorgliche Mutter perfekt ausgefüllt. Leider hat sie sich in ihrem Beruf nicht wirklich weitergebildet, weil sie doch ganz bei ihrer süßen Tochter sein wollte.

Was ich an mir mag, was ich gerne mache

Auch jetzt quälen sie unterschiedliche Gedanken: „Wie kann ich meiner Karriere gerecht werden und gleichzeitig meiner Tochter?“ „Kann ich das noch?“ „Wie viel möchte ich arbeiten?“ Um einen Teil ihrer Fragen zu klären, hat Cordula die "Hausaufgabe" erhalten, sich bis zu unserem nächsten Treffen 30 Eigenschaften zu überlegen, die sie an sich mag sowie 30 Tätigkeiten, denen sie gerne nachgeht.

Bildnachweis: fotolia - denisismagilov

Vita
"Engagement und fachliche Qualifikation sind wichtige Voraussetzungen, um unsere Ziele zu erreichen. Mehr als das brauchen wir aber eine Vision, die Anziehungskräfte weckt, einen Plan, der zu uns passt, förderliche Überzeugungen und den Mut zum ersten Schritt. Die Tat schafft Ergebnisse – umso leichter, wenn Denken, Fühlen und Handeln in eine Richtung gehen." Elke Flettner