Mütter und Frühstückskrümel

Es ist längst normal, dass in jungen Familien beide Elternteile berufstätig sind. Doch gerade für Frauen ist der Spagat zwischen Familie und Beruf eine Herausforderung.

Insbesondere während der ‚Rush Hour des Lebens’ ist die Belastung besonders hoch. In dieser Zeit, der Lebensphase zwischen 25 und 45 Jahren, spielt neben der Familiengründung und der Kindererziehung, die noch immer mehrheitlich von den Müttern übernommen wird*, auch die Karriere eine entscheidende Rolle.

Die Balance zwischen den verschiedenen Aufgaben im Familienalltag zu halten ist eine enorme Herausforderung – das zeigt auch eine Umfrage, die Betreut.de unter mehr als 500 Müttern durchgeführt hat: 74 Prozent der befragten Frauen gaben an, sich von der Organisation des Familienalltags bisweilen überfordert zu fühlen. Als häufigster Grund wurde mit 56 Prozent die knappe Zeit angegeben, gefolgt von zu vielen Aufgaben (48%) und zu wenig Unterstützung (45%). Der stressigste Teil des Tages ist für die meisten Mütter dabei der Morgen (60%).

Die besten Tipps: mit Geduld und Motivationsgeschick durch die morgendliche Rush Hour

Der Morgen bietet eine Fülle an Baustellen: Die Kinder wecken, für den Tag motivieren, das Frühstück zubereiten und dabei bloß nichts vergessen. Die Umfrage belegt, dass zu den größten morgendlichen Zeitfressern neben dem Spitzenreiter Aufräumen (29%) und der Morgentoilette (9%) mit 15 Prozent das Anziehen der Kinder gehört. In der morgendlichen Rush Hour ist zudem oftmals ein Elternteil auf sich allein gestellt.

Anna Volkenborn vom Blog „Familie Motte“ kann davon ein Lied singen und hat folgenden Tipp parat: „Wenn meine Tochter sich morgens nicht anziehen möchte, lege ich eine Kleiderstraße vom Schlafzimmer bis zum Bad. So kann sie sich auf dem Weg ins Badezimmer anziehen.“

Auch Susanne Mierau – sie betreibt den Blog „Geborgen wachsen“ – kennt die Belastungen, denen Mütter gerade am Morgen standhalten müssen. Sie rät: „Wir haben den Morgen so geregelt, dass jeder seine festgelegten Aufgaben hat. Wichtig ist, immer von Anfang an genügend Zeit einzuplanen und auch bei Stress nicht in wilde Hektik zu verfallen.“

Mehr Zeit am Morgen ist auch für Bella Berlin, die auf „Familie Berlin“ bloggt, das Mittel ihrer Wahl für mehr Entspanntheit am Morgen. Sie berichtet: „Mein Morgen beginnt früh, früher als der der Kinder. Wenn ich morgens in Ruhe aufstehen kann und für den Kindergarten und Tag alles vorbereite, klappt es für uns am besten.“

Julia Sue Hubinger vom Blog „Mama Schulze“ hat eine weitere Methode, mit der sich morgens der Stress reduzieren lässt: „Ich bereite so viel wie möglich am Abend vorher vor. Zum Beispiel mache ich schon die Frühstücksboxen für die Kinder und schnippele das Obst für unsere erste Mahlzeit.“

Bereits den Abend für die Vorbereitung zu nutzen, ist auch der Tipp von Ulrike Käfer, Betreiberin des Blogs „Maternita“. Ihr Ratschlag: „Routine macht vieles leichter, auch das Rauslegen der Anziehsachen am Abend vorher. Und natürlich ein starker und richtig leckerer Kaffee für die Eltern.“

Bloggerin Katharina Weides von „Sonea Sonnenschein“ hat neben genügend Zeit einen weiteren Geheimtipp: „Erst wird sich angezogen, eine Kleinigkeit gefrühstückt und wenn dann noch Zeit übrig ist, darf noch ein bisschen gespielt werden.“

Weniger allein – Manöver für den Alltag

Neben handfesten Tipps und Erfahrungen Gleichgesinnter, mit denen sich der Morgen leichter bewältigen lässt, ist vor allem eins für viele Mütter wichtig: Das Gefühl, mit den Problemen nicht allein zu sein. 60 Prozent der Befragten gaben an, öfter oder regelmäßig Elternblogs zu lesen, zwei Drittel (66%) nutzen Infomationsportale, um sich Tipps für den Familienalltag zu holen. 72 Prozent der Mütter fühlen sich insgesamt weniger allein, wenn Sie hören oder lesen, dass auch andere Mütter die Organisation ihres Alltags als Herausforderung betrachten.

Mit hilfreichen Tipps und Anregungen lässt sich der Stress am Morgen leichter meistern. Doch auch der Nachmittag und der Abend wurden in der Umfrage mit 28 Prozent und 40 Prozent als stressige Tagesphasen genannt. Am häufigsten wünschen sich die befragten Mütter Entlastung im Haushalt (72%). „Früher aufstehen als die Kinder und abends schon die Zeitfresser für den nächsten Morgen vorbereiten sind tolle Tipps. Doch auch dafür braucht man Zeit. Die ist bekanntlich immer knapp. Jeder muss seine eigenen Prioritäten setzen, ich verzichte dann am liebsten darauf, den Wohnungsputz selbst zu erledigen“, erklärt Julia Beck, Chefredakteurin bei Betreut.de. Mit ihrer Einstellung ist sie nicht allein, denn anstatt Aufgaben im Haushalt zu übernehmen, würden viele Mütter lieber mehr Zeit mit ihren Kindern (67%) oder mit ihrem Partner (60%) verbringen.

Die ausführlichen Blogger-Tipps für weniger Stress am Morgen und ein animiertes Video mit den Umfrageergebnissen gibt es unter www.betreut.de

*Familie und Arbeitswelt – Die NEUE Verreinbarkeit. Monitor Familienforschung. Beiträge aus Forschung, Statistik und Familienpolitik, hrsg. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin 2015.

Bildnachweis: Betreut.de