Es gibt gute Gründe, sich gegen die Anmeldung in der Betriebskita zu entscheiden, weiß unsere LOB Beraterion Christine Mauerer:

Betreuungszeiten: Oft sind die Betreuungszeiten für das Kind an die eigene Arbeitszeit gebunden. Wer Teilzeit arbeitet, bekommt also auch nur ein "Teilzeit"-Kontingent. Die Möglichkeit Zeiten für Sport, Hausarbeit, Einkäufe oder anderes während der Betreuungszeit des Kindes zu haben, sind damit eingeschränkt.

Logistik: Wenn Sie morgens früh beginnen und Ihr Partner später, liegt die Betriebskrippe sicher nicht auf dem Arbeitsweg des Partners. Auch wenn Sie früh das Haus verlassen und Ihr Partner für den Tagesstart mit dem Nachwuchs verantwortlich ist, ist die Betriebskrippe nicht die erste Wahl.

Fahrtzeit: Wer eine lange Anfahrt zur Arbeitsstelle hat, möchte seinem Kind diese Strecke eventuell nicht zumuten.

Freundschaften: Freundschaften entstehen im zweiten oder dritten Lebensjahr. Spätestens dann kann es aufwändig werden, wenn sich die Kinder auch außerhalb der Betreuung verabreden möchten.

Vorbereitung auf die Schule: Die Kindergärten bereiten im letzten Jahr die Kinder auf die Schule vor. Oft gibt es Besuche in der dazugehörigen Grundschule. Die großen Kinder sind nun definitiv in Freundschaften gebunden. Diese können den Einstieg in die Grundschule erleichtern, weil bei allem Neuen Bekanntes den Übergang gestalten hilft.

Ist die Betriebskrippe die einzige Alternative für Sie? Seien Sie beruhigt: Zeit für sich – für Organisation oder eigene Freiräume – kann auch durch soziale Netzwerke (andere Eltern, Babysitter, eigene Eltern oder Schwiegereltern, usw.) sicher gestellt werden. Freundschaften können auch über Sportvereine oder Musikschulen entstehen. Und die Schule können Sie sich mit Ihrem Kind auch am Tag der offenen Tür anschauen.

Bildnachweis: fotolia - micromonkey

Vita
Christine Maurer ist Beraterin und Keynote-Speaker zum Thema Wiedereinstieg. Sie weiß: "Der Wiedereinstieg von Eltern nach der Elternzeit ist oft eine große Veränderung. Hoffnungen und Sehnsüchte verknüpfen sich auf beiden Seiten (Unternehmen und Wiedereinsteiger) mit diesem Schritt. Wiedereinsteigende sind eine verkannte „Reserve“ im demographischen Wandel."
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