Die Doppel-Herausforderung aus Karriere- und Familienplanung erfordert Koordination und Organisation, vor allem braucht es aber auch Unterstützung.

Die größten Schwierigkeiten für die reibungslose Koordination von Beruf und Familie zeigen sich dabei in der staatlichen Förderung, beispielsweise bei Kitakosten oder Öffnungszeiten (35%). Auch mangelndes Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers ist für fast jede vierte Frau (27%) ein Hindernis, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. So sind es vor allem eigene oder familieninterne Methoden und Maßnahmen, auf die sie zurückgreifen, um den Familienalltag zu managen: Senken der eigenen Ansprüche (44%), Herunterschrauben der Arbeitswochenstunden (40%) sowie eine detailliertere Organisation des Alltags (37%). Neben der Betreuung in öffentlichen Einrichtungen setzen 23 Prozent der befragten Frauen auf die Unterstützung von Großeltern, Freunden (20%), anderen Eltern (18%), Babysittern (16%) und Au-Pairs (8%). Die Liste der Dinge, die den Frauen den Alltag erleichtern würden, wird angeführt vom Wunsch nach einer Haushaltshilfe (31%), gefolgt von Homeoffice (19%) und Reduzierung der Arbeitswochenstunden (16%).

Erfolgserprobte Tipps anderer Mütter für eine bessere Vereinbarkeit

Wichtigstes Hilsmittel für die Organisation im Familienalltag ist für den Großteil der befragten Frauen ein Familienkalender, gefolgt von To-Do-Listen. Betreut.de wollte es nochmal genau wissen und hat in einer aktuellen Interview-Serie Mütter nach ihrem persönlichen Erfolgsrezept befragt.

Sechs der persönlichen Tipps und Anregungen gibt es hier:

1. Wochenplanung und Outsourcing: „Ich versuche jeden Sonntag eine Aufgaben-Liste für die kommende Woche zu erstellen und diese zu priorisieren. Außerdem versuche ich, um Zeit zu sparen, Aufgaben, die ich nicht selbst erledigen muss, outzusourcen – Hausputz, Buchhaltung, Einkaufen etc.“. (Sandra Runge, Rechtsanwältin und Betreiberin des Blogs Smart Mama)

2. Unterstützung annehmen: „Das Leben läuft selten nach Plan und mit einer lösungsorientierten Herangehensweise kommt man schneller weiter, als auf Plänen zu beharren. Dann abgeben und um Unterstützung bitten. Und Unterstützung auch einfach annehmen.“ (Inken Arntzen, Coach, Beraterin und Gründerin des Superhelden-Trainings)

3. Digitale Organisationshelfer: „Es gibt inzwischen viele kleine Tools, die uns unterstützen können. Wir nutzen zum Beispiel eine dieser Listen-Apps, auf die wir beide zugreifen können, um Einkäufe und Geschenke für Kindergeburtstage etc. zu organisieren. Auch hilft uns ein digitaler Kalender, die vielfältigen Termine von vier Personen in zwei Büros und zwei Kindergärten miteinander abzustimmen.“ (Jette Kilian, Betreiberin des Familienblogs Halbe Sachen und vollzeitnah angestellt)

4. Zeit für sich selbst: „Es ist besonders wichtig, sich selbst als Person wahrzunehmen und Dinge zu machen, die einem guttun. Freundinnen treffen, sich mit anderen Müttern austauschen und sich Zeit für die Beziehung nehmen: All das hilft, sich selbst nicht nur auf die Rolle als Mutter zu reduzieren, sondern eine facettenreiche Persönlichkeit zu bleiben.“ (Lena Schröder-Dönges, Systemischer Coach, Beraterin und Mediatorin)

5. Der Abschied von der Perfektion: „Für mich habe ich festgestellt, dass ich es nicht ohne Hilfe von außen schaffe. Sei es mit der Unterstützung von Babysittern oder mit Hilfe der Eltern von Freunden meines Sohnes, die ihn gelegentlich oder auch regelmäßig von der KiTa bzw. Schule abholen und auch so mal da sind, wenn ich oder mein Freund wichtige Termine haben. Ansonsten kann ich nur raten, verabschiedet euch vom Anspruch der Perfektion!“(Silvia Steude, Mitgründern des juggleHUB Coworking Space )

6. Aufgabenteilung und Grenzen ziehen: „Eine klare Aufteilung der Aufgaben, klare Absprachen mit dem Partner, in unserem Fall von Woche zu Woche, helfen. Und klare Grenzen ziehen: Familienzeit ist Familienzeit, da bleibt der Laptop aus. Umgekehrt konzentriere ich mich während der Arbeitszeit nur auf meine beruflichen Aufgaben. Sich fokussieren, bei der Sache sein – sowohl privat als auch beruflich – ist sehr viel effektiver und erfüllender, als immer nur mit einem Auge und Ohr da zu sein.“ (Katja Thiede, Mitgründerin des juggleHUB Coworking Space)

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