Elternzeit

Als 2006 beschlossen wurde, das alte Erziehungsgeld durch ein neues Elterngeld zu ersetzen, gingen mit der Umbenennung der staatlichen Leistung einige Änderungen einher.

So wurde beispielsweise die Bezugszeit gekürzt, und wer wieviel Geld zur Unterstützung erhält, unterliegt auch neuen Berechnungen. Grob zusammengefasst steht das Elterngeld Müttern für 12 Monate zu, wenn sie vor der Geburt des Kindes berufstätig waren. Setzt der Vater zusätzlich für wenigstens zwei Monate beruflich aus, bekommt er während dieser Zeit das Elterngeld als Lohnersatz gezahlt. Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen der Eltern vor der Berufspause, beträgt aber maximal 1.800 Euro monatlich.




Wer wie lange aussetzt, ist meist eine Frage der Finanzierbarkeit



Ursprünglich sollte das Elterngeld vor allem die Besserverdienenden und Akademikerfamilien dazu animieren, mehr Kinde rau bekommen und beruflich für sie auszusetzen - insbesondere die Väter. Da aber häufig der Vater immer noch der Hauptverdiener der Familien ist, kann diese Maßnahme als gescheitert bezeichnet werden. So das Resümee nach zehn Jahren Elterngeld. In den meisten Fällen setzen die Mütter tatsächlich die maximalen 12 Monate beruflich aus, in etwa 25 % der Fälle nehmen die Väter die 2 Monate Elternzeit, die sie als Minimum nehmen müssen, um überhaupt Anspruch auf die Zahlung des Elterngelds zu haben. In den Städten engagieren sich prozentual mehr Väter für den Nachwuchs und nehmen Elternzeit als das auf dem Land der Fall ist. Und für die Geburtenrate unter den Besserverdienenden und Akademikern hat sich gar nichts geändert.




Berechnungsgrundlage ist das Nettogehalt



Als Berechnungsgrundlage für das Elterngeld dient das Nettogehalt des antragsteilenden Elternteils in den zwölf Kalendermonaten vor dem Kalendermonat der Geburt. Berücksichtigt werden nur Monate, in denen kein Elterngeld für ein anderes Kind oder Mutterschaftsgeld bezogen wurde. Monate mit Einkommenseinbußen aufgrund schwangerschaftsbedingter Erkrankungen sowie Wehr- und Ersatzdienst werden nicht berücksichtigt. Wechseln in günstigere Steuerklassen sind vor Stellung des Antrags möglich. Die Höhe des Elterngelds liegt bei 65 % bis 100 % des errechneten Nettoeinkommens, beträgt mindestens 300 Euro monatlich und höchstens 1.800 Euro monatlich. Das Mindestelterngeld von 300 Euro erhalten alle, die in den Berechnungsmonaten kein Einkommen hatten, also auch Schüler/-innen, Studenten und Studentinnen sowie Empfänger/-innen von Sozialleistungen. Bei einem Monatsnette von 300 bis 340 Euro liegt das Elterngeld bei vollen 100 %, darüber wird es über einen Prozentsatz von 67 % bis 100 % nach Prozentpunkten von 0,1 berechnet. 




Elternzeit als Karrierekiller?



Neuere Studien zeigen, dass sich zehn Jahre nach Einführung des Elterngeldes die Elternzeit insbesondere für Mütter immer noch als Karrierekiller darstellt. Während Väter nur selten, und wenn überhaupt in gutem Einvernehmen mit dem Arbeitgeber, Elternzeit nehmen, bleibt den Müttern in der Regel nichts anderes übrig. Der Einstieg nach der Elternzeit gestaltet sich oft schwierig, viele Frauen schaffen ihn nur über Teilzeitstellen oder Mini-Jobs. Dabei sollte sich die Bindung von gut eingearbeiteten und qualifizierten Fachkräften für die Unternehmen durchaus lohnen. Wie sich eine Elternzeit karriereförderlich nutzen lässt, wie Fachkräfte nach der Elternzeit in den Berufsalltag zurückfinden und was es zur Elternzeit aus Sicht des Personalmanagements zu beachten gibt, klärt die Fachliteratur. Insbesondere der Verlag Haufe bietet Ratgeber mit dem nötigen Tiefgang an, einsehbar beispielsweise unter elternzeit-elterngeld-plus-und-beruflicher-wiedereinstieg.



Für den Bezug von Elterngeld sollte die Elternzeit mindestens zwei, höchstens vierzehn Monate betragen. Die vierzehn Monate waren aber nur bewilligt, wenn auch der zweite Partner (meist der Vater) wenigstens zwei Monate am Stück beruflich pausiert. Alle Modelle dazwischen sind möglich, Einteilungen wie vier Monate Vater, zehn Monate Mutter oder acht Monate Mutter und sechs Monate Vater sind machbar. Sogar gemeinsame Partnermonate können genommen werden. Die Anträge für Elterngeld werden in den meisten Fällen innerhalb von vier Wochen bearbeitet, nur wenige Städte benötigen bis zu zehn Wochen Bearbeitungszeit. 




Und der Wiedereinstieg?



Der berufliche Wiedereinstieg nach der Elternzeit gelingt natürlich besser, je kürzer die Elternzeit ausfällt und je sicherer die Betreuung danach ist. Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Platz in der KiTa gibt es zwar theoretisch, aber eben erst ab dem ersten Geburtstag des Kindes. Und selbst da ist oft nur irgendeine Art der Betreuung garantiert, ob sie im benötigten Zeitrahmen und zu den gewünschten Konditionen stattfindet, ist eine andere Frage. Eltern, die einen Platz in der Wunsch-KiTa wollen, müssen sich entsprechend früh anmelden, denn vor allem in den Städten sind die Wartelisten meist lang.