Mobiles Arbeiten für Mütter

Homeoffice und Telearbeit: Trends der modernen Arbeitswelt. Familie und Beruf können besser vereinbart werden. Pendler sparen viel Zeit und Geld. Arbeitgeber reduzieren Büroflächen.

Weg von der Präsenzkultur hin zu mehr Effizienz und Flexibilität

Zumindest technisch kann fast jeder Büroarbeitsplatz zu geringen Kosten an den heimischen Schreibtisch verlegt werden. Dafür reicht eine schnelle Internetverbindung, die den Zugriff auf Anwendungen, Datenbanken und Kommu-nikationssysteme des Arbeitgebers ermöglicht. Das klingt alles gut – aber nachdem Homeoffice-Arbeitsplätze ab der Jahrtausendwende zeitweilig sehr trendy waren, ist die Zahl der Personen mit häuslicher Erwerbstätigkeit seit 2008 bundesweite um insgesamt 800.000 gesunken.

„Diese Entwicklung ist bedauerlich. Für eine gute Lebensbalance zwischen Arbeit, individuellen Bedürfnisse und persönlichem Lebensstil bieten flexible Arbeitsmodelle wie zum Beispiel Heim- oder Telearbeit viele Chancen“, stellt Petra Timm, Unternehmenssprecherin beim Personaldienstleister Randstad fest. „Für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die vielen qualifizierten Mütter brauchen wir daher einen Wandel in den Unternehmen – weg von der Präsenzkultur mit Anwesenheitspflicht, hin zu mehr Effizienz und Flexibilität“, so Petra Timm weiter.

Feste Vereinbarungen für Homeoffice-Lösungen sinnvoll

Aber eine derartige Veränderung muss sehr sorgfältig gestaltet werden. Denn wer physisch nicht präsent ist, wird leicht übergangen und gerade Frauen mit Kindern werden gern als „Muttis“ abgestempelt, die zu Hause aus Gründen der Selbstverwirklichung ein bisschen vor sich hin werkeln. Daher gilt: Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn! Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die sich für eine Homeoffice-Lösung entscheiden, sollten mit festen Vereinbarungen die Grundlage für eine verlässliche Zusammenarbeit schaffen, Fragen der Personalführung klären und regulatorische Sicherheiten schaffen. Welche Arbeitszeiten gelten generell? Gibt es Kernarbeitszeiten, die auch am heimischen Schreibtisch einzuhalten sind? Muss der Heimarbeiter zu bestimmten Zeiten für den Vorgesetzten, die Kollegen oder Kunden erreichbar sein? Zudem sollte schriftlich fixiert sein, wer für die Anschaffung und Instandsetzung der Arbeitsgeräte wie Laptop, PC, Smartphone und Handy verantwortlich ist und die Kosten für den Internetzugang trägt. Und dürfen die Geräte auch privat genutzt werden, obschon die Pflicht zur Vertraulichkeit auch im Homeoffice gilt? Eine genaue vertragliche Regelung dieser Fragen liegt sowohl im Interesse des Arbeitgebers als auch des Arbeitnehmers. Nur so können Unstimmigkeiten vermieden und die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben deutlich gekennzeichnet werden.

Mischform: Homeoffice und Klassischer Büroalltag

Bleibt noch festzustellen: Das Homeoffice als Alternative zum klassischen Büroalltag funktioniert auch als Mischform – beispielsweise zwei Tage zuhause und drei im Unternehmen. Eine solche Form des mobilen Arbeitens erhöht die Attraktivität als Arbeitgeber maßgeblich und wird im Wettbewerb um Fachkräfte zu einem echten strategischen Vorteil.

„Die Arbeit im Homeoffice gehört in die moderne Arbeitswelt. Vielleicht nicht als Standard, weil Menschen andere Menschen brauchen, um gute Ideen zu entwickeln – aber bei Bedarf“, fasst Petra Timm von Randstad die kontroverse Debatte zusammen.

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