Studie Homeoffice

Eine neue Studie zeigt: Vertriebler haben die besten Aussichten darauf, ihren Job auch vom Home-Office aus machen zu können

Die Digitalisierung der Arbeitswelt und die zunehmende Vernetzung machen es möglich, dass immer mehr Arbeitnehmer ihrer Arbeit von zu Hause aus nachgehen. Arbeitnehmer, die im Homeoffice arbeiten können, sind nicht nur zufriedener, sie arbeiten oft sogar länger und härter.

Nach Angaben des Wochenberichtes des Deutschen Instituts für Wirtschaft vom Februar 2016 wäre es bei 40 Prozent der Arbeitsplätze theoretisch möglich, von zu Hause aus zu arbeiten. Insgesamt tun dies aber nur 12 Prozent der abhängig Beschäftigten in Deutschland regelmäẞig oder gelegentlich. Eine aktuelle Studie von Mitula zeigt nun, in welchen Berufsfeldern die meisten Jobs mit Homeoffice Option zu finden sind.

Die meisten Home Office Jobs gibt es im Vertrieb und Verkauf

Anhand interner Daten hat Mitula Jobangebote auf die Möglichkeit hin untersucht, im Homeoffice zu arbeiten. In die Untersuchung sind sowohl Stellen eingeflossen, bei denen das Homeoffice die tägliche Regel ist als auch solche, bei denen die Arbeitgeber das Home Office als gelegentliche Option ausdrücklich anbieten. 

Die meisten Home Office Jobs sind mit rund 57 Prozent im Verkauf und Vertrieb zu finden. Vor allem, wer im Vertriebsauẞendienst angestellt ist, kann seine Bürotätigkeiten häufig von zu Hause aus erledigen. An zweiter Stelle landen Jobs im IT-Bereich. Insgesamt 20 Prozent der ausgeschriebenen Stellen mit Homeoffice Option sind in diesem Berufsfeld zu finden. Die konkreten Tätigkeiten sind hierbei unterschiedlich. Die Angebote reichen vom IT-Support über die Arbeit als Systemadministrator bis hin zur Softwareentwicklung. An dritter Stelle finden sich Home Office Jobs im Bereich Handwerk und Dienstleistungen. Darunter finden sich beispielsweise Angebote für Techniker im Außendienst und Stellen für Call Center Agents. Weitere Möglichkeiten, als Angestellter im Homeoffice zu arbeiten, finden sich mit jeweils 2,38 Prozent in den Berufsfeldern Logistik, Transport und Einkauf, Marketing, Design und Werbung, in der Forschung und Wissenschaft sowie im Gesundheitswesen.

Deutschland hinkt im europäischen Vergleich hinterher

Nach aktuellen Daten von Eurostat liegt Deutschland, was die Arbeit im Homeoffice angeht, weit hinter anderen europäischen Ländern zurück. So beträgt der Anteil an deutschen Arbeitnehmern, die von zu Hause aus arbeiten, gerade einmal 3,3 Prozent. In Finnland dagegen sind es 12, in Luxemburg 13,2 und in den Niederlanden sogar 13,6 Prozent. In die Erhebung sind die Arbeitnehmer aufgenommen worden, die gänzlich von zu Hause aus arbeiten. Keine Angaben werden dabei zu den Arbeitnehmern gemacht, die dies gelegentlich tun. 

Gesetzlicher Anspruch auf Home Office in den Niederlanden

In den Niederlanden wurde der Anspruch auf das Arbeiten im Homeoffice im vergangenen Jahr gesetzlich verankert. Der Arbeitgeber kann die Arbeit von zu Hause aus verweigern, steht aber in der Nachweispflicht. Der Arbeitnehmer kann also immer dann im Homeoffice arbeiten, wenn dies sachlich möglich ist, keine unverhältnismäẞigen Kosten verursacht oder die Sicherheit beeinträchtigt. Ein krankes Kind oder die Möbellieferung am Vormittag sind somit keine Probleme mehr, über die sich Arbeitnehmer in den Niederlanden den Kopf zerbrechen müssen.

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